Brasilien: Auch Landwirtschaftsminister Rossi tritt zurück

Datum: 17. August 2011
Uhrzeit: 20:55 Uhr
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Dietmar Lang
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► Bereits vierter Rücktritt im Kabinett von Dilma Rousseff

Der brasilianische Landwirtschaftsminister Wagner Rossi ist nach wochenlangen Vorwürfen in Bezug auf Unregelmässigkeiten in seinem Ministerium am Mittwochabend zurückgetreten. Ein entsprechendes Schreiben wurde auf der Webseite des Ministeriums veröffentlicht. Rossi dankt darin Staatspräsidentin Dilma Rousseff für das entgegengebrachte Vertrauen und bezeichnete die Anschuldigungen als „Lügen“. Zuletzt seien sogar seine Familie und Freunde angegriffen worden, da sei für ihn die Grenze überschritten gewesen.

Der 68-jährige sieht sich selbst als Opfer einer „Kampagne“ eines anderen Politikers in Brasilien, nannte jedoch keinen Namen. Nur ein solcher habe die Möglichkeiten, Unwahrheiten über ihn in den grossen Zeitungen des Landes zu lancieren. Die Medien kritisiert er dahingehend, dass seine Antworten und Gegenbeweise vollständig ignoriert worden seien. „Einige Medien haben dabei mitgemacht, meinen Ruf zu schädigen: Es war ein grosse Zahl von angeblichen ‚“Vorwürfen‘, so dass der Leser einen falschen Eindruck von der Führung (des Ministeriums) bekam“, so Rossi in seinem Schreiben.

Rossi ist bereits der vierte Minister, der seit dem Amtsantritt von Rousseff im Januar dieses Jahres zurückgetreten ist. Im Juni gab Kabinettschef Antonio Palocci aufgrund illegaler Bereicherung seinen Posten auf, auch Verkehrsminister Alfredo Nascimento musste wegen Korruptionsvorwürfen seinen Sessel räumen. Zuletzt hatte Verteidigungsminister Nelson Jobim seinen Rücktritt erklärt, nachdem er nach abfälligen Bemerkungen über zwei hochrangige Regierungsvertreter massiv unter Druck geraten war.

Staatspräsidentin Rousseff äusserte noch am Abend ihr Bedauern über den Schritt Rossis. Er habe mit hervorragenden Projekten einen wichtigen Beitrag an der Regierungsarbeit geleistet und sei von ihr aufgrund seines Engagements sehr geschätzt worden. Zudem kritisierte das Staatsoberhaupt, dass für Rossi trotz den bislang nicht bewiesenen Anschuldigungen keine Unschuldsvermutung gegolten habe.

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