Die Tragödie der Frauen von Haiti

haiti

Datum: 25. Januar 2010
Uhrzeit: 09:52 Uhr
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Autor: Redaktion
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Eine riesige Welle der humanitären Hilfe überflutet die haitianische Hauptstadt Port au Prince. Hunderttausende von Menschen erhalten Wasser und Nahrung. Die Organisation, die in den ersten Tagen nach dem verheerenden Beben starke Anlaufschwierigkeiten hatte, läuft inzwischen auf Hochtouren.

In den Randbezirken von Port au Prince sterben immer mehr Frauen und ihre Neugeborenen. Sie sterben still und leise-ohne ärztliche Hilfe und ohne Fotografen. Sie sterben aus Mangel an Geld und Informationen. Keine Statistik wird sie je erfassen.

In Haiti ist es nicht ungewöhnlich, dass Frauen ihre Kinder zu Hause ohne fremde Hilfe gebären. Zählten sie in der Vergangenheit schon zu den Schwächsten in der Gemeinschaft, hat sich ihre Lage nach dem Erdbeben katastrophal verschlechtert. Sie liegen neben ihren eingestürzten Hütten, viele ohne Wasser und ohne Hilfe. Viele Frauen haben kein Geld um sich in einem Krankenhaus behandeln zu lassen. Andere, weil sie wissen, dass zuerst die Versorgung der Erdbebenopfer oberste Priorität bei den Rettungsmannschaften hat. Wie bei allen Katastrophen zählen sie zu den schwächsten Menschen: Frauen und Kinder.

Viele Frauen, die nach Tagen anhaltender Kontraktionen mit starken Schmerzen auf improvisierten Tragebahren in ein Krankenhaus gebracht werden, tragen ihren Nachwuchs bereits tot in ihrem Leib. Infektionen der Harnwege, die vor dem Beben sehr leicht zu behandeln gewesen wären, führen dazu, dass ihre Neugeborenen sehr klein und sehr schwach sind. Die meisten von ihnen haben keine Überlebenschance.

Ein Drittel der Frauen des Landes erlitten physische oder sexuelle Gewalt. Die Hälfte von ihnen ist unter 18 Jahren. Diese Frauen verheimlichen ihre Schwangerschaft aus Angst und Scham. Viele von ihnen brachten in der Vergangenheit ihre Kinder still und heimlich zur Welt. Nach dem schrecklichen Erdbeben sterben viele von ihnen ohne Hilfe unter menschenunwürdigen Umständen.

Die Regierung teilte mehrmals mit, dass sie etwas gegen die anhaltenden Vergewaltigungen im Land unternehmen werde. Geändert hat sich jedoch nichts.

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