Sexuelle Gewalt: Frauen in Kolumbien als Kriegsbeute mißhandelt

violencia-contra-la-mujer-300x200

Datum: 21. September 2011
Uhrzeit: 10:17 Uhr
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Redaktion
Autor folgen:
Sprachkurs Spanisch (Südamerika)
► Trophäen des Krieges

In Kolumbien hat sich eine lange Liste von Menschenrechtsverletzungen angesammelt. Das südamerikanische Nachbarland von Venezuela litt und leidet im seit fast fünfzig Jahre andauernden Bürgerkrieg unter Entführungen, Folter und Vertreibung. Eines der am wenigsten behandelten Verbrechen ist der sexuelle Missbrauch durch verschiedene bewaffnete Gruppen gegen Frauen.

„Es ist immer noch ein unsichtbares Problem und das letzte Tabu des bewaffneten Konflikts in Kolumbien“, erklärte Susan Lee, Direktorin Amnesty International Lateinamerika. Laut AI unternehmen die kolumbianischen Behörden nicht genug, um den sexuellen Missbräuchen und Vergewaltigungen von Frauen und Mädchen durch Rebellen, Paramilitärs, Soldaten und Polizisten gerecht zu werden.

„Alle bewaffneten Gruppen behandeln Frauen als Trophäen des Krieges. Sie nutzen sexuelle Gewalt, um sie zu bestrafen. Dies soll die Zivilbevölkerung in Angst und Schrecken versetzen“, so Lee. Amnesty fordert die kolumbianische Regierung auf, mehr entscheidende Maßnahmen zu ergreifen. Schuldige des sexuellen Missbrauchs müssen vor Gericht gestellt werden, Entschädigungszahlungen an die Überlebenden geleistet werden.

Vergewaltigung ist ein internationales Verbrechen, wenn es in systematischer und allgemeiner Weise praktiziert wird. Zwangsrekrutierungen von Mädchen durch Rebellen und Paramilitärs sind ebenfalls häufig. Sie fungieren als Kämpfer, Boten oder Köche. Einige werden auch für sexuelle Zwecke rekrutiert oder als Köder verwendet, um junge Männer in die kriminellen Gruppierungen zu locken. „Wir können eindeutig feststellen, dass die von der FARC (Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens / Volksarmee) rekrutierten Mädchen sehr hübsch sind. Sie dienen als Lockvogel für junge Männer, damit sie sich der Terrororganisation anschließen“, gibt Sandra Vargas von der NGO Casa Amazonia bekannt.

Anzeige
wandere aus, solange es noch geht

P.S.: Sind Sie bei Facebook? Dann werden Sie jetzt Fan von agência latinapress! Oder abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter und lassen sich täglich aktuell per Email informieren!

© 2009 - 2016 agência latinapress News & Media. Alle Rechte vorbehalten. Sämtliche Inhalte dieser Webseite sind urheberrechtlich geschützt. Vervielfältigung und Verbreitung nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung von IAP gestattet. Namentlich gekennzeichnete Artikel und Leser- berichte geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Für Einsendungen und Rückmeldungen bitte das Kontaktformular verwenden. Bildnachweis: Divulgação

Dies könnte Sie auch interessieren

Kommentarbereich

Hinweis: Dieser Kommentarbereich ist moderiert. Leser haben hier die Möglichkeit, Ihre Meinung zum entsprechenden Artikel abzugeben. Dieser Bereich ist nicht dafür gedacht, andere Personen zu beschimpfen oder zu beleidigen, seiner Wut Ausdruck zu verleihen oder ausschliesslich Links zu Videos, Sozialen Netzwerken und anderen Nachrichtenquellen zu posten. In solchen Fällen behalten wir uns das Recht vor, den Kommentar zu moderieren, zu löschen oder ggf. erst gar nicht zu veröffentlichen.

Leider kein Kommentar vorhanden!

Diese News ist älter als 14 Tage und kann nicht mehr kommentiert werden!