Erneut Polizeigewalt gegen Menschenrechtler auf Kuba

Datum: 29. September 2011
Uhrzeit: 09:44 Uhr
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Autor: Redaktion
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Laut Meldung der Internationalen Gesellschaft für Menschenrecht (IGFM) kam es am Montag (26.) in Kuba erneut zu gewaltsamen Übergriffen der Polizei auf Menschenrechtler. Demnach gingen die Ordnungshüter mit außerordentlichen Brutalität vor, einige Polizisten beraubten sie sogar. Nach Aussagen der Betroffenen sollen die Polizisten ihnen dabei Geld entwendet haben.

Am Montag wurden Martha Beatriz Roque und Arnaldo Ramos Lauzurique, ehemalige politische Gefangene, auf offener Straße von der Polizei verfolgt und geschlagen. Während Ramos Lauzurique von Polizisten festgehalten und zusammengeprügelt wurde, trat man Beatriz Roque brutal in den Unterleib. Der Übergriff geschah, als beide sich auf dem Weg zum Polizeirevier in Lawton befanden, wo sie den Verbleib der am Vortag festgenommenen Menschenrechtler, Belkis Cantillo („Damen in Weiß“ / Damas de Blanco), Aimee Garcés Leiva sowie Tania Montoya Vázques erfahren wollten.

Beatriz Roque und Ramos Lauzurique sind ehemalige politische Gefangene, die der „Gruppe der 75“ angehörten – einer Gruppe von Bürgerrechtlern und unabhängigen Journalisten, die 2003 während des sogenannten kubanischen „Schwarzen Frühlings“ („La Primavera Negra“) verhaftet und zu horrenden Haftstrafen verurteilt wurden.

Seit Sonntag, den 25. September, befinden sich die Bürgerrechtlerinnen Aimee Garcés Leiva und Tania Montoya Vázquez in Haft. Das von ihnen mitgeführte Geld, das für die Unterstützung politischer Gefangener bestimmt war, wurde von der Polizei beschlagnahmt. Die Polizisten entwendeten sogar Schuhe und Kleidung aus ihrem Gepäck, vor allem die weißen Kleiderstücke der beiden Frauen. Als Begründung gaben die Beamten an, die Gegenstände würden aus dem „terroristischen Exil“ stammen.

Die IGFM fordert die kubanische Regierung auf, die gewalttätigen Übergriffe auf Bürgerrechtler endlich zu beenden und die Rechte ihrer Bürger zu respektieren. „Das Regime muss den Bürgern ihre Rechte in vollem Maße zugestehen und die Gewalt ihrer Anhänger gegen Andersdenklende beenden!“, so IGFM-Vorstandssprecher Martin Lessenthin.

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