Lateinamerika: Tiefgreifende soziale Ungleichheiten kaum verbessert

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Datum: 04. Oktober 2011
Uhrzeit: 10:49 Uhr
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Autor: Redaktion
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► Keine erheblichen Verbesserung der Realitäten

Lateinamerika hat bedeutende Fortschritte bei der Verringerung der Armut erzielt. Die tiefgreifenden sozialen Ungleichheiten haben sich allerdings kaum verbessert und behindern eine weitere Entwicklung deshalb stark. Dies teilte Heraldo Muñoz, verantwortlich für das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP), in einem Interview mit. Nach seinen Worten fand die lateinamerikanische Wirtschaft eine sehr positive Antwort auf die von den entwickelten Ländern hervorgerufene Krise. Allerdings stehe die Region weiterhin vor drei großen Herausforderungen: Ungleichheit, Kriminalität und Qualitätsprobleme der Demokratien.

„Lateinamerika erreichte im vergangenen Jahr ein Wirtschaftswachstum von 6 Prozent und in diesem Jahr zwischen 4 und 4,5 Prozent. Dies ist doppelt so hoch wie das prognostizierte Wachstum in Europa. Das Szenario ist relativ optimistisch, auch wenn sich die Krise (in der entwickelten Welt) weiter vertieft. Wir sollten allerdings bedenken, dass der Kontinent nicht isoliert und deswegen dagegen nicht immun ist“, so Muñoz. Nach seiner Meinung spiegelt Lateinamerika Kriminalität und Unsicherheit. „Auf die Region entfallen 9 Prozent der Weltbevölkerung und 27 Prozent der weltweiten Morde“.

„In den meisten lateinamerikanischen Länder herrscht Armut. In den letzten Jahren konnten viele Menschen diesem Zustand entrinnen und haben jetzt die Möglichkeit für eine Zukunft, die sie vorher nicht hatten. Auf dem Papier dominieren gute gesamtwirtschaftliche Zahlen, allerdings werden sie zu keiner erheblichen Verbesserung der Realitäten führen. Ungleichheit herrscht seit vielen Jahrzehnten und ist bedingt durch eine koloniale Struktur, welche nicht von heute auf morgen geändert werden kann“, erklärte der Experte.

„Es ist ein historisches Erbe und in diesem Sinne begrüße ich das beginnende Bewusstsein der Regierungen auf die Notwendigkeit des Kampfes gegen die Armut und die Ungleichheit. Die Erfolge sind allerdings noch immer unzureichend „, teilte er mit. Angesichts der Fortschritte bei der Verringerung der Armut gibt es nach seinen Worten Nachzügler, vor allem einige Staaten in Mittelamerika. Als Gründe dafür nannte Muñoz Kriminalität, Gewalt und Unsicherheit, welche zwei schädliche Auswirkungen habe: Bedrohung für die Entwicklung und der Demokratie. Muñoz erinnerte daran, dass die Staaten Mittelamerikas die höchsten Raten von Morden weltweit haben.

„In Honduras gibt es mehr als 70 Morde pro 100.000 Einwohner, während der weltweite Durchschnitt bei vier liegt. In Ländern wie El Salvador oder Guatemala sterben heute mehr Menschen, wie während der Bürgerkriege in den 80er Jahren“.

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