Lateinamerika: Das historische Scheitern der ALBA

maduro

Datum: 10. Oktober 2011
Uhrzeit: 00:10 Uhr
Ressorts: Leserberichte
Leserecho: 3 Kommentare
Autor: Heinz Müller, Caracas (Leser)
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In einer Zeit, in der die internationale Gemeinschaft einstimmig dazu aufruft den Völkermord in Syrien zu stoppen, schickt die Bolivarianische Allianz für die Völker unseres Amerika – Handelsvertrag der Völker (ALBA) eine Delegation zur Unterstützung des syrischen Regimes nach Damaskus. Angeführt wurde die Abordnung ausgerechnet vom Außenminister aus Venezuela, der sich vor wenigen Tagen bei der Sitzung des UNO-Hochkommissariats für Menschenrechte (UNHCHR) wegen seiner Probagandaphrasen den Unmut der Mitgliedsstaaten zuzog.

UN-Experten waren sich nach der Rede von Nicolás Maduro in Genf einig: „Unzusammenhängende Aussagen und Propaganda nach bestem kubanischen Stil“, titelten französische Medien. Nach einem Treffen mit dem syrischen Despoten Baschar al Assad am Sonntag schrieben lateinamerikanische Medien: „Wiederholung seiner üblichen Theorien über ausländische Verschwörungen“. „Wir müssen kämpfen, vor allem gegen die psychologische Kriegsführung der Medien. Wir haben keinen Zweifel daran, dass das Reich (USA) und die Westmächte eine Verschwörung initierten und Syrien zerstören wollen. Es liegt in den Händen des syrischen Volkes, dies mit ihrer Fähigkeit und Patriotismus nicht geschehen zu lassen“, redete Maduro gebetsmühlenartig bekannte linke Sprüche herunter.

Inzwischen artet die Gewalt im Staat in Vorderasien weiter aus. Ungeachtet der Forderungen der Vereinten Nationen lässt Chávez-Freund Assad weiterhin wahllos die eigene Bevölkerung abschlachten. Bei der Beisetzung des kurdischen Oppositionsführers Maschaal Tammo ließ der Despot am Samstag nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten durch Sicherheitskräfte auf die rund 50.000 Teilnehmer eines Trauerzuges in Kamischli schießen und tötete mindestens zwei Menschen. Seit Beginn der Auseinandersetzungen starben rund 2.900 Personen. Dies ist den Vertretern der ALBA anscheinend entgangen. Der Staatenbund, der international ohne Bedeutung ist, hat damit eine historische Chance vertan außerhalb seiner Mitgliedsländer an Bedeutung zu gewinnen.

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Kommentarbereich

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  1. 1
    Silvia W

    Ich fass es nicht!!!!!!
    Wie kann man so verdreht die Welt sehen–???

    „Dies ist den Vertretern der ALBA anscheinend entgangen. Der Staatenbund, der international ohne Bedeutung ist, hat damit eine historische Chance vertan außerhalb seiner Mitgliedsländer an Bedeutung zu gewinnen.“

    Das sehe ich genauso……

    • 1.1
      afrika

      Liebe Silvia, das ist nicht verdreht, sondern aus der eigenen Perspektive gesehen. Mit grosser Wahrscheinlichtkeit, wird man ja eines Tages auch auf eine entsprechende Führspracherdelegation aus Syrien warten, wenn die letzten Stunden der bolivarianischen grossen Revolution eingeleutet werden.

  2. 2
    Silvia W

    afrika:
    „Liebe Silvia, das ist nicht verdreht, sondern aus der eigenen Perspektive gesehen“

    Sorry – ich vergass,dass es diese 3-D Brillen gibt!!

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