Lateinamerika: Moringa-Baum gegen Mangelernährung

Datum: 11. Oktober 2011
Uhrzeit: 17:20 Uhr
Leserecho: 3 Kommentare
Autor: Redaktion
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► Außerordentlich nahrhaft

Mexikanische Forscher bezeichnen den Moringa-Baum als außerordentlich nahrhaft. Nach Meinung der Experten könnte das in den Ausläufern des Himalaya beheimatete und in mehreren Ländern Lateinamerikas kultivierte Bennussgewächs (Moringaceae) bei der Bekämpfung der Mangelernährung in der Region helfen.

Der Moringa-Baum (Moringa oleifera), der auch Meerrettich-Baum genannt wird, wächst auf den kargen Böden sehr schnell und benötigt wenig Wasser. Seine Samenkapseln und Blätter liefern erhebliche Mengen an Eiweiß, Vitaminen und Kalium, die Samen werden zur Reinigung und Desinfizierung des Wassers genutzt. Mit 0,2 g gemahlenem Moringasamen kann 1 Liter verunreinigtes Wasser trinkbar gemacht werden. „Der Moringa ist eine perfekte Nahrungsquelle, seine zerstoßenen Samen dienen als Salatöl oder zur Seifen- und Kosmetikherstellung“, erklärte Mark Olson, Forscher an der Nationalen Autonomen Universität von Mexiko-Institut für Biologie.

Nach seinen Worten kann fast jedes Teil des Baumes – einschließlich der Wurzeln, Blüten, Blätter, Schoten und Samen – für Lebensmittel verwendet werden. „Unsere Forschungen sind noch neu und dennoch bereits sehr vielversprechend. Wir versuchen, seine Verwendung als Lebensmittelproduzent zu fördern“, berichtete Leopoldo Martínez, ein Moringa Züchter der im Dezember 2010 gegründeten mexikanischen Moringa Vereinigung. Im nördlichen mexikanischen Bundesstaat Sonora wurden rund 500.000 Moringa Bäume gepflanzt. Die Samen keimen in zwei Wochen und Sämlinge sind für die Transplantation in acht oder neun Wochen bereit.

Die Bäume können im ersten Jahr bis zu einer Höhe von vier Metern wachsen. In einer Studie aus dem Jahr 2010 hatten sechs Wissenschaftler am Zentrum für Forschung und Ernährung (CIAD) im Valle del Yaqui Technologie Institute (Universität von Sonora) zwei Brot-Rezepte für selbstgebackenes Brot aus Moringa Blattpulver entwickelt. Das erste, mit einem Prozent Moringa Blattpulver, hatte einen Proteingehalt von 9,4 Prozent und 20,2 Prozent Ballaststoffe. Das zweite, mit 0,5 Prozent Blattpulver, hatte 8,7 Prozent Eiweiß und 10,4 Prozent Ballaststoffe. Die Kosten für eine 15 g Portion, vorausgesetzt, dass es im kommerziellen Maßstab gebacken wird, liegen bei rund 24 Cent (Dollar) „Dies ist ein erschwinglicher Preis für die meisten Personen der ländlichen und städtischen Bevölkerung“, so die Studie.

Zwischen 2008 und 2010 führte die Fundación Produce Sinaloa, eine unabhängige von Landwirten geführte Stiftung für Agrarforschung an der Universität Sinaloa, ein Projekt mit dem Titel „Produktion und Validierung von Moringa oleifera als Alternatives Futter für Schafe im zentralen Sinaloa“ durch. Demnach beträgt der geschätzte Ertrag von Moringa Samen 2.500 kg pro Hektar, genug, um 1.478 Liter Öl oder 1.419 Liter Biodiesel zu produzieren. Pro Hektar Anbaufläche liefert der Baum zwischen 80 und 300 Tonnen frisches Futter. Ein Kilo Moringa Blätter von guter Qualität erzielt zudem einen Verkaufspreis auf dem mexikanischen Markt von rund 74 US-Dollar.

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  1. 1
    Pandora

    Zitat
    „Die Kosten für eine 15 g Portion, vorausgesetzt, dass es im kommerziellen Maßstab gebacken wird, liegt bei rund 24 Cent (Dollar) “Dies ist ein erschwinglicher Preis für die meisten Personen der ländlichen und städtischen Bevölkerung”, so die Studie.“

    24Cent ( Dollar ) für 15 g —- ein normales Brötchen wiegt ca 100 gr und ist preiswerter
    Frischfutter ( Blätter ) 1 Kg = 74 US-Dollar

    Alles in allem ein „teures Vergnügen“ und KEIN erschwinglicher Preis

  2. 2
    Besserwisser

    aber es sind bei 1 % Beimischung nur 1,6 cent für ein Brot, das 1000 g wiegt. Das ist sehr wohl erschwinglich.

    MfG

  3. 3
    jakob bühler

    hallo MORINGA FREUNDE

    ich bin in brasilien und habe die ersten moringa gepflanzt das ziel ist eine million. in 2 wochen waren sie schon 30 cm gross

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