Lateinamerika: Förderung von „Biosprit“ soll beendet werden

Datum: 02. November 2011
Uhrzeit: 11:46 Uhr
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Autor: Redaktion
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► Empfehlung an die Regierungen der G-20-Länder

Zehn internationale Organisationen empfehlen den Regierungen der G-20-Länder, die Förderung von sogenanntem „Biosprit“ zu beenden. Die Regierungen müssen „in ihren nationalen Richtlinien die Bestimmungen streichen, die die Produktion und den Verbrauch von Biosprit subventionieren oder vorschreiben“, so die Autoren der Studie „Price Volatility in Food and Agricultural Markets: Policy Responses“ wörtlich. Zu ihnen gehören das Welternährungsprogramm (WFP) und die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) der Vereinten Nationen, die Weltbank, die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit in Europa (OECD).

„Die Organisationen bestätigen die Warnungen der Umwelt- und Entwicklungsorganisationen aus aller Welt. Die in Cannes versammelten Staatschefs müssen den Konflikt zwischen Tank und Teller jetzt endlich beenden,“ erklärt Klaus Schenck, Wald- und Energiereferent des Vereins Rettet den Regenwald. „Der von den Industrienationen forcierte Biospritboom muss gestoppt werden.“

Die EU hat 2009 beschlossen, dass bis 2020 mindestens 10 Prozent des Kraftstoffs aus „erneuerbaren Quellen“ stammen müssen. In Deutschland hat die Bundesregierung Anfang des Jahres die Einführung von E10-Kraftstoff vorgeschrieben. Dem fossilen Benzin werden dabei 10 Prozent Ethanol aus Weizen, Zuckerrüben oder Zuckerrohr beigemischt. Viele weitere Länder wie die USA, Brasilien, China und Australien fördern ebenfalls die vermeintlich grüne Energie vom Acker. Allein in der EU wird die Herstellung von Agrosprit mit jährlich etwa 3 Milliarden Euro Steuergeldern finanziert.

Die Nahrungsmittelpreise steigen dadurch massiv und verschärfen Unterernährung und Hunger. Agrospritkonzerne reißen sich riesige Landflächen unter den Nagel und vertreiben die Bevölkerung. Da Ackerland weltweit knapp ist, werden Regenwälder und andere wertvolle Ökosysteme für Anbauflächen zerstört. Die Rodungen vernichten die Artenvielfalt und setzt gewaltige Mengen des in Vegetation und Böden gebundenen Kohlenstoffs frei.

„Zwischen 2000 und 2009 hat sich die globale Produktion von Bioethanol vervierfacht, und die Produktion von Biodiesel ist um das zehnfache gestiegen; zumindest in den OECD-Ländern wurde dies weitgehend durch staatliche Fördermaßnahmen angetrieben“, schreiben die Autoren der Studie. Demnach landen bereits jetzt 20 Prozent der Zuckerrohrernte und 9 Prozent der Pflanzenöle und Getreide in Autotanks. Und schon die Hälfte der Maisproduktion der USA wird für die Herstellung von Ethanol verbraucht.

Dabei weisen selbst die von der EU in Auftrag gegebenen Studien längst nach, dass Agrosprit vielfach mehr klimaschädliche Emissionen verursacht als fossiler Kraftstoff. Der Agrosprit ist damit nicht „klimaneutral“, wie fälschlich immer wieder behauptet wird.

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