Mexiko kehrt Cadmium-Problem unter den Teppich

Datum: 03. November 2011
Uhrzeit: 18:58 Uhr
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Autor: Redaktion
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► Regierung hat keinen effizienten Plan

Trotz der katastrophalen Auswirkungen auf die Umwelt und die Gesundheit der Bevölkerung kehrt Mexiko sein Cadmium-Problem unter den Teppich. Die Regierung des Landes hat keinen effizienten Plan, um die Verwendung des Schwermetalls bei der Herstellung von Spielzeug und industriellen Produkten wie Batterien und Düngemittel zu reduzieren.

Das lateinamerikanische Land produziert für den Export pro Jahr rund 1.600 Tonnen Dünger, Chemikalien, Kunststoffe und Anti-Rost-Farben, welche das Schwermetall enthalten. Mexiko ist auch ein wichtiger Importeur von Nickel-Cadmium-Akkumulatoren und Cadmium aus Abfällen und Schrott. International ist es zwar verboten, Elektroschrott zu verschiffen. Davon lassen sich skrupellose Händler allerdings nicht aufhalten und schicken den Müll gemeinsam mit noch verwendbaren Artikeln in Containern auf die Reise.

In einer im März veröffentlichten Studie untersuchte das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) umweltverträgliche Bewirtschaftungsmethoden für Produkte mit Quecksilber, Blei und Cadmium in Lateinamerika und der Karibik. Dadurch sollten mögliche Auswirkungen dieser drei Schwermetalle auf die menschliche Gesundheit und die Umwelt untersucht werden. Nach dem Bericht der UNEP exportierte Mexiko zwischen 2001 und 2009 rund 880.000 Tonnen Cadmium enthaltende Erzeugnisse. Gleichzeitig importierte das Land 1,2 Millionen Tonnen dieser Produkte.

Cadmium gilt als sehr giftig und seine Verbindungen werden von gesundheitsschädlich (wie Cadmiumtellurid) über giftig (z. B. Cadmiumsulfid) bis sehr giftig (Cadmiumoxid) eingestuft; außerdem besteht begründeter Verdacht auf krebsauslösende Wirkung beim Menschen. Cadmium verursacht Nierenschäden, Hypertonie, Herzerkrankungen und Anämie. Gleichzeitig erhöht sich das Risiko für Prostata-, Lungen-und Nierenkrebs. Wegen der hohen Toxizität von Cadmium ist dessen Bedeutung abnehmend und wird ab Dezember 2011 in Schmuck, Legierungen zum Löten und in PVC in der Europäischen Union verboten.

Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der mexikanischen Regierung gilt eine maximale akzeptable Konzentration von Cadmium von 0,005 mg pro Liter Trinkwasser. Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass die Cadmium, Blei und Arsenkonzentration in Schalentieren im Golf von Mexiko vor der südöstlichen Küste des Bundesstaates Veracruz die zulässigen Grenzwerte für den Verbrauch bei weitem überschreitet. Dies bedeutet eine extreme Gefahr für die menschliche Gesundheit.

Eine der möglichen Ursachen dieser hohen Konzentration sind die Deponierung von unbehandelten Abfällen mit organischen Materialien, Pestizide, Düngemittel, Waschmittel und Metalle. Die Bevölkerung nimmt Cadmium über die Nahrungskette auf – über von mit verunreinigtem Wasser bewässerten Kulturpflanzen bis zum Rauchen von mit kontaminierten Düngemitteln behandelnden Tabakpflanzen.

Mexiko erzeugt jedes Jahr 150.000 bis 180.000 Tonnen Elektronikschrott. Obwohl die Abfallentsorgung durch ein aus dem Jahr 2004 bestehendes Gesetz über Vorbeugung und integrale Bewirtschaftung von Abfällen abgedeckt ist, gibt die Praxis bei der Rückgewinnung und Wiederverwertung der Materialien Anlass zur Sorge. Verbrauchergruppen bemängelten, dass Cadmium in „größeren Spuren“ bei der Herstellung von Schmuck genutzt wird. Da die Verwendung von Blei im Jahr 2008 gesetzlich verboten wurde, benutzen die Hersteller das toxische Cadmium. Damit wird dem Schmuckstück kostengünstig zusätzliches Gewicht und Form gegeben.

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