Peru: Wissenschaftler untersuchen die Ökologie von Neuweltaffen
Nur wenige Primatenforscher in der Andenrepublik
Peru ist ein landschaftlich sehr abwechslungsreiches Land, es besteht aus trockenen Küstenregionen, feucht-warmen Regenwäldern und kühlen Hochgebirgen. Insbesondere in den Regenwäldern des Amazonastieflandes hat sich eine einzigartige Vielfalt an Pflanzen und Tieren entwickelt. Hier untersuchen Wissenschaftler vom Deutschen Primatenzentrum (DPZ) seit mehr als 25 Jahren das Verhalten und die Ökologie von Neuweltaffen, seit 1997 sogar in einer ständig besetzten Forschungsstation, der „Estación Biológica Quebrada Blanco“. Allerdings ist Peru nicht nur ein sehr schönes, sondern auch ein sehr armes Land. Daher ist Eile geboten, wenn man das Leben der peruanischen Primaten studieren und wissenschaftliche fundierte Schutzkonzepte entwickeln möchte.
Weißschulterkapuziner (Cebus capucinus)
Ein Problem dabei ist, dass es in Peru nur wenige Primatenforscher gibt und dass diese zudem kaum vernetzt sind. Um dies zu ändern, hat das DPZ zusammen mit dem Naturhistorischen Museum in Lima ein Symposium zum Thema „Primatologie in Peru: Geschichte, Status und Perspektiven“ initiiert. Ende Oktober 2011 trafen sich in Lima 105 Primatologen überwiegend aus Peru, aber auch aus den Nachbarländern und aus Deutschland, um den Stand der Primatenforschung in Peru zu erörtern, um zukünftige Forschungsprojekte zu entwickeln und um Studierende in verschiedenen, für die Primatologie relevanten Forschungsmethoden auszubilden. Finanzielle Unterstützung kam vom Förderkreis des Deutschen Primatenzentrums e.V.
Wichtigstes Ergebnis des Symposiums: In Peru kommen nicht wie bisher angenommen 37, sondern 45 verschiedene Primatenarten vor. Zu diesem Schluss kam eine von DPZ-Forscher Eckhard W. Heymann geleitete Expertenrunde, die sich mit taxonomischen Fragen beschäftigte. Verschiedene Wissenschaftler, darunter auch mehrere vom DPZ, haben „klassische“, auf dem äußeren Erscheinungsbild basierende Methoden mit modernen molekularbiologischen Verfahren kombiniert, um genetische Unterschiede zwischen Populationen zu analysieren und Arten zu identifizieren.
Im Rahmen des Symposiums fanden auch verschiedene Workshops statt, in denen peruanische Studierende im Einsatz von Methoden der ethologischen und ökologischen Beobachtung, der Populationsgenetik, der Bioakustik und des Einsatzes von GPS und Globalen Informationssystemen trainiert wurden. „Ich bin mit dem Verlauf des Symposiums hoch zufrieden und erwarte, dass die primatologische Forschung und der Schutz von Primaten in Peru durch dieses Symposium einen starken Schub erhalten haben“, sagte Eckhard W. Heymann.
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