Kolumbien: Mythos von der Unbesiegbarkeit der FARC ist Vergangenheit

COL

Datum: 18. November 2011
Uhrzeit: 11:46 Uhr
Leserecho: 1 Kommentar
Autor: Redaktion
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► Zunehmend politisch isoliert

Der über Jahre herrschende Mythos von der Unbesiegbarkeit der linksgerichteten kolumbianischen Terrororganisation FARC (Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens) gehört der Vergangenheit an. Eine hohe Legitimität des Staates bei der Bekämpfung der Terroristen (96,97% der Bevölkerung lehnt die Guerilla-Truppe ab) und ungerechtfertigte Gewalt treibt die sich selbst als marxistisch bezeichnende Bewegung zunehmend in die politische Isolation.

Laut Olmer Alveiro Munoz, Professor an der Fakultät für Politikwissenschaften der Universität Pontificia Bolivariana in Bogotá, ändert die Wahl des marxistisch-leninistischen und in der ehemaligen UdSSR ausgebildeten Rodrigo Londoño Echeverri, alias „Timoschenko“, nichts an dieser Tatsache. Nach seinen Worten hat sich die Terrororganisation zu weit von ihren einst propagandierten Zielen entfernt und reibt sich in illegalen Waffengeschäften und Drogenhandel selbst auf. „Timoschenko“ wird versuchen die Aktivitäten der Fronten und Banden in verschiedenen Gebieten des Landes zu erhöhen um eine Wahrnehmung von operativer Stärke zu vermitteln. In Wahrheit ist er jedoch weit davon entfernt, da sich die Rebellen fast nur noch auf Drogenhandel und Waffenschmuggel konzentrieren. Zudem hat die FARC inzwischen die Unterstützung der kolumbianischen Bevölkerung verloren“, so Munoz.

Demnach steht die von 27 EU-Mitgliedsstaaten als terroristische Organisation eingestufte Vereinigung im Widerspruch zu einer bewaffneten Revolution, die keinen Sinn macht. Ihre Illegitimität macht sie deshalb anfälliger als in der Vergangenheit. Für „Timoschenko“ wird es deshalb sehr schwierig sein, den Mythos der von Manuel Marulanda und Jacobo Arenas gegründeten Gruppe aufrecht zu halten. Für Munoz steht fest, dass „die effektive Wirkung der Strategie und die Kampftechniken des kolumbianischen Militärs die Guerillas demobilisieren wird“.

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  1. 1
    Martin Bauer

    Auch die nun einige Monate zurück liegende Entführung im Freundeskreis meiner Frau verlief für die Terroristen nicht wie gewohnt. Zwar zahlte man zunächst einen Betrag für die Freilassung des Entführten, aber nicht die geforderten monatlichen Folgezahlungen, die dauerhaft geleistet werden sollten. Stattdessen wurde, auf mein Anraten, von mehreren Leuten zusammen eine stattliche Summe auf die Ergreifung der Hintermänner aus gesetzt. Diese sind nun die Gejagten, in Venezuela und in Kolumbien, und wagen keinen Mucks mehr.

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