Trotz Umweltbedenken: Mexiko will Schiefergas fördern

Datum: 05. Dezember 2011
Uhrzeit: 12:08 Uhr
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Autor: Redaktion
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► Umweltbehörden stehen den Plänen skeptisch gegenüber

Trotz zunehmender wissenschaftlicher Erkenntnisse über die negativen Aspekte bei der Förderung von Schiefergas (Shale Gas) will Mexiko die Intensität bei der Erkundung und Ausbeutung von weiteren Lagerstätten der unkonventionellen Erdgasquelle erhöhen. Die staatliche mexikanische Ölgesellschaft Petróleos Mexicanos (PEMEX) plant den Bau von 175 Brunnen und hat dafür zwischen 2011 und 2015 jährlich rund 700 Millionen US-Dollar budgetiert. Seit Februar förderte PEMEX etwa 3 Millionen Kubikmeter Schiefergas aus einem Brunnen im nördlichen Bundesstaat Coahuila und hat in die Anlage 25 Millionen Dollar investiert.

Schiefergas ist ein natürlich vorkommendes Erdgas, welches in Tonsteinen entsteht und gespeichert wird. Die im Gestein gespeicherte Menge an Gas und der mögliche Profit durch die Förderung sind jedoch üblicherweise geringer als in konventionellen Lagerstätten. Die Gewinnung von Schiefergas ist technologisch anspruchsvoll, aber durch steigende Gaspreise zunehmend rentabel. Während Flözgas oder Grubengas auch durch konventionelle Bohrungen gefördert werden kann, muss Gas, welches in Schiefer- oder Sandsteinschichten gebunden ist, umständlich befreit werden.

Umweltbehörden stehen den Plänen der Regierung skeptisch gegenüber. Beim Verfahren der hydraulischen Rissbildung (Methode der geologischen Tiefbohrtechnik Anm d. Red.) werden in die Bohrung neben großen Mengen Wasser und Sand (Größenordnung 10 Mio. Liter pro Bohrung) auch 3 bis 12 verschiedene Chemikalien eingepresst. Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass die dabei eingesetzten Chemikalien krebserregende Verbindungen wie Benzol enthalten.

Experten weisen daraufhin, dass in vielen Explorationsgebieten keine Wasservorräte vorhanden sind. Bei den horizontalen Bohrungen sollen Millionen Liter Wasser, Sand und Tonnen von Chemikalien mit über 1.300 bar Druck in den Untergrund gepumpt werden. Das Wasser/Sand/Chemie Gemisch dringt dabei in die Risse ein, wodurch Gas durch die künstlichen Risse nach und nach entweichen kann. Die Pemex hatte bereits vor Wochen angekündigt, in den nächsten 50 Jahren bis zu 6.500 Brunnen betreiben zu wollen und dadurch eine Förderquote von rund acht Milliarden Kubikfuß pro Tag zu erreichen.

Mexiko verbraucht rund 56 Milliarden Kubikmeter Erdgas pro Tag, welche größtenteils importiert werden. Während das Land Millionen von Dollar für fossile Brennstoffe ausgibt, tritt die Förderung von erneuerbarer Energie wie Wind/Solarenergie und Geothermie auf der Stellen.

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