Chile: Feuer im Nationalpark Torres del Paine noch nicht unter Kontrolle

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Datum: 01. Januar 2012
Uhrzeit: 18:23 Uhr
Ressorts: Chile, Natur & Umwelt
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Dietmar Lang
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► Israelischer Tourist soll Brand fahrlässig verursacht haben

In Chile ist kurz vor dem Jahreswechsel ein verheerender Brand in einem Nationalpark ausgebrochen. Trotz massiver Bemühungen ist es den Einsatzkräften bislang nicht gelungen, die Flammen vollständig unter Kontrolle zu bringen. Nach letzten Schätzungen der Katastrophenschutzbehörde sind in dem Park Torres del Paine im Süden des Landes bislang über 12.500 Hektar (125 Quadratkilometer) zerstört worden. Staatspräsident Sebastián Piñera hat die Gegend mittlerweile zum Katastrophengebiet erklärt und um internationale Hilfe gebeten.

Unklar ist weiterhin, wie der Brand in der bergigen Landschaft ausgebrochen sein könnte. Angeblich soll das Feuer nahe dem Grey-See seinen Ausgang genommen haben. Laut der Staatsanwaltschaft ist der 23-jähriger Tourist Roter Singer aus Israel dafür verantwortlich. Dieser habe sein benutztes Toilettenpapier unsachgemäß verbrannt und dadurch die Feuersbrunst ausgelöst. Der junge Mann, der zwischenzeitlich aufgrund fahrlässiger Brandstiftung verhaftet worden war, bestreitet jedoch die Tat. Er habe mit dem Feuer nichts zu tun, es sei ein großes Mißverständnis aufgrund von Sprachschwierigkeiten, so Singer in einem von CNN ausgestrahlten Interview.

Trotz leichten Regens in den vergangenen Tagen hat sich die Situation in der Katastrophenregion kaum entspannt. Immer wieder fachen starke Winde die Flammen an, lediglich drei der sechs Feuerfronten sind laut dem Katastrophenschutz mittlerweile einigermaßen unter Kontrolle. 600 Feuerwehrleute und Helfer sind rund um die Uhr im Einsatz, zudem werden Löschflugzeuge und Hubschrauber zur Brandbekämpfung eingesetzt.

Der Nationalpark Torres del Paine wurde bereits 2005 durch ein Feuer um 15.000 Hektar verkleinert, dieser Brand soll ebenfalls durch die Unachtsamkeit eines Touristen ausgebrochen sein. Die Schäden sind heute noch sichtbar, auch bei der jetzigen Zerstörung dürfte die Natur bis zu 50 Jahren benötigen, um sich vollständig davon zu erholen. In dem 2.400 Quadratkilometer großen Bioreservat mit bis zu 3.000 Meter hohen Bergen leben unter anderem Kondore, die Guanako-Kamele und die mehr als scheuen Anden-Rehe. Der Park liegt direkt an der Grenze zu Argentinien und gehört geographisch zu Patagonien. Er wurde bereits 1959 gegründet und ist seit 1978 Biosphärenreservat der UNESCO.

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