Venezuela: Kfz-Produktion um 1,87% im Jahr 2011 gesunken

veniran

Datum: 10. Januar 2012
Uhrzeit: 19:06 Uhr
Leserecho: 2 Kommentare
Autor: Redaktion
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► Missmanagement der Regierung ist allgegenwärtig

In Venezuela ist die Fahrzeugproduktion das vierte Jahr in Folge rückläufig und fiel für das Gesamtjahr 2011 um 1,87%. Nach Angaben des Kfz-Verbandes Cámara Automotriz de Venezuela (Cavenez) wurden insgesamt 102.409 Fahrzeuge produziert, 1.948 Einheiten weniger als im Jahr 2010.

Schon lange produziert die venezolanische Automobilindustrie am Markt vorbei, das Missmanagement im Sozialismus des 21. Jahrhunderts ist allgegenwärtig. Der Plan der Regierung von Chávez sah vor, dass die Bürger vermehrt Fahrzeuge aus heimischer Produktion kaufen. Dieser Plan schlug fehl.

Venezuela verkaufte im Jahr 2007 hinter Brasilien, Mexiko und Argentinien die meisten Autos in Lateinamerika. Inzwischen ist das Land sogar hinter Chile, Kolumbien, Ecuador und Peru gefallen und nimmt nur noch den achten Platz ein. Experten führen dies vor allem auf die nationalistische Politik zurück, welche die Privatwirtschaft erstickt. “Der Pkw-Markt in Venezuela liegt im Koma”, urteilt Raúl Álvarez, Direktor der Automobil-Fachzeitschrift La Guía del MOTOR.

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  1. 1
    patriot

    das ist eines der wenigen Dinge, mit denen ich voll einverstanden bin, denn die Autoimportmafia hat früher Autos mit alter Technologie, zu Preisen verkauft, wie man in Europa, noch nichteimal mit Voll – und Luxusausstattung zahlen müsste…oder Ausstattungen berechnet, welche gar nicht vorhanden waren, und man konnte noch nichteinmal reklamieren…, gut so, das den Verbrechern der Hahn zugedreht wurde!

    • 1.1
      Martin Bauer

      Da ist was Wahres dran. Allerdings war für die früheren Importeure war die Preisgestaltung alles andere als einfach. Brauchte jemand 10 Millionen Dollar, um ein Kontingent importierter Fahrzeuge zu bezahlen, so bewilligte ihm CADIVI vielleicht 5 Millionen, wenn er Glück hatte. Den Rest musste er sich zu rund 100% Aufschlag am Schwarzmarkt besorgen. Insgesamt kostete ihn die Lieferung so schon den offiziellen Gegenwert in Bolivares von 15 Millionen Dollar. Zusätzlich musste er Einfuhrzoll zahlen. Das konnte er vielleicht umgehen, durch einen teuren Spezialservice, wie ihn z.B. Aeropostal zu Makled’s Zeiten anbot. Aber auch das kostete viel Geld. All dies konnte er nur ausgleichen, in dem er den Verkaufspreis im Land um 50 bis 80% über den Normalwert erhöhte. Dabei machte er sich auch noch strafbar und lief Gefahr, bei Entdeckung, von der Polizei in Millionenhöhe erpresst zu werden. Auch dieses Risiko musste er irgendwie abdecken. Auf den Endpreis kam dann noch die IVA drauf. So gesehen waren die importierten Autos billig. – Für viele andere Importwaren galt und gilt zum Teil noch das Gleiche.

      Inzwischen aber ist die alte Gilde der Importeure längst durch eine neue abgelöst. Dies sind eingeschriebene PSUV Mitglieder, z.T. in hohen politischen Funktionen. Andere Personen erhalten keine Importlizenz und keine Devisen für Importe mehr. Einen davon kenne ich recht gut, ein waschechter Chavista mit eigenem Privatflugzeug. Er importiert fast alle grossen U.S. Marken (die Autos des bösen Imperiums!). Seinesgleichen erhält von CADIVI problemlos Devisen in jedem gewünschten Umfang. Einfuhrzoll gibt es für ihn, dank Amigos, keine. Er zahlt also nur 100% des Einkaufspreises, verkauft die Autos aber auch zu 150-200% des regulären Verkaufspreises. DAS nenne ich Blutsaugerei. Jetzt sind wirkliche Verbrecher am Werk, mit Hammer und Sichel auf der Fahne.

      Für Ersatzteile gilt prinzipiell das gleiche, aber zu noch viel brutaleren Bedingungen. Auch deren Import liegt inzwischen voll in den Händen von Chavista. Und die denken nur an ein paar standard Marken und Modelle, der Rest interessiert sie nicht. Ich kenne haufenweise Autobesitzer, ja, sogar Taxi-Unternehmer, die ihre Fahrzeuge seit Monaten nicht benutzen können. Sie bitten händeringend darum, dass ihnen jemand von einer USA oder Europa Reise eine Wasserpumpe, Lichtmaschine oder Stossdämpfer mit bringt. Aber wer will schon bei nur wenigen Kilogramm Freigepäck so schwere Kontrabande schmuggeln?

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