In Mexiko leben nur noch 4.000 Jaguare

jaguar

Datum: 17. Januar 2012
Uhrzeit: 09:48 Uhr
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► Zerstörung des natürlichen Lebensraums

Etwa 4.000 der imposanten Großkatzen gibt es nach der letzten Nationalen Jaguar-und-Beutetier-Zählung (Censo Nacional del Jaguar y sus Presas, CENJAGUAR) noch auf mexikanischem Territorium. Fast die Hälfte (45%) dieserExemplare der Spezies Panthera onca wurde auf dem Gebiet der Halbinsel Yukatan registriert, ca. 40% im Pazifikraum – von Sonora im Norden bis Chiapas imSüden – und um die 15% in der Region Nordosten-Zentrum (Bundesstaaten Nuevo León, Tamaulipas,San Luis Potosí, Hidalgo und Querétaro).

Es wird angenommen, dass das Verbreitungsgebiet der größten Raubkatze des Landes (und des gesamten Kontinents) auf rund 40 % der ursprünglichen Ausdehung zusammengeschrumpft und die Zahl der Jaguare seit Anfang des 20. Jahrhunderts um 80–85% zurückgegangen ist. Dieser erschütternde Befund bildete den Ausgangspunktfür die Gespräche auf dem dreitägigen VII.Symposium „Der mexikanische Jaguar im 21. Jahrhundert. Nationale Erhaltungsstrategie“, das im Dezembervergangenen Jahres in Cuernavaca stattfand. Wissenschaftler und Vertreter des privaten und desRegierungssektors hatten sich eingefunden, um gemeinsameine nationale Strategie zur Erhaltung dieser bedrohten Art zu entwerfen. Organisiert worden war die Tagung von der “Allianz” WWF-Telcel, von Telmex, dem Institut für Ökologie der Nationaluniversität UNAM, der Nationalen Kommission für die Erkundung und Nutzung der Artenvielfalt (Conabio) und die NationaleKommission für Naturschutzgebiete (Conanp).

Den Jaguar vor dem Aussterben zu bewahren, ist dabei laut Dr. Gerardo Ceballos vom Institut für Ökologie der UNAM kein reiner Selbstzweck, denn diese Art, die an der Spitze der natürlichenNahrungskette steht, bedarf für ihr Überleben eben allder anderen Lebewesen, von denen sich der Jaguar und dessen Beutetiere ernähren: Die gesamte Kette, alles muss weitgehend intakt sein. Darüberhinaus benötigen Jaguare – die meiste Zeit über Einzelgänger – ausgedehnte Reviere. Mit anderen Worten: Sinnvolle Anstrengungen, den Jaguar zu erhalten, sorgen gewissermaßen automatisch auch für den Schutz all der Tiere, Pflanzen und des Lebensraums – großer zusammenhängender Gebiete –, ohne die dieses Raubtier nicht existieren kann. Dr. Ceballos verwendetfür dieses Phänomen den Begriff der „Schirm“-Art. Außerdem eigne sich die „charismatische“ Großkatze sehr gut als eine Art Galionsfigur und Sympathieträger für die gesamte Naturschutzbewegung im Lande.

Große Einigkeit herrschte darüber, dass die Zerstörung des natürlichen Lebensraums – d.h., vor allem der (tropischen) Wälder und der Mangrovengebiete –gestoppt werden müsse. Aber auch die Bejagung der Raubkatze stelle weiterhin ein großes Problem dar. Zur Aufstockung des gefährdeten Bestandes sind bereits in 18 Bundesstaaten Erhaltungszentren eingerichtet, in denen Jaguare in Gefangenschaft heranwachsen, um schließlich ausgewildert zu werden. Allein die Zählung der in freier Wildbahn lebenden Exemplare, die als ein wichtiges Kontrollinstrument anzusehen ist, ist freilich schon eine Herausforderung; im konkreten Fall des (jüngsten) CENJAGUAR dauerte sie drei Jahre und war die aufwändigste Jaguar-Erfassungs-Aktion, die je in einem Land unternommen worden ist.

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