Kuba: Dissident stirbt nach Hungerstreik

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Datum: 20. Januar 2012
Uhrzeit: 07:46 Uhr
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Autor: Redaktion
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► Regierung für Tod verantwortlich gemacht

Der kubanische Dissident Wilmar Villar Mendoza ist am Donnerstagnachmittag (19.) gestorben. Nach Angaben des kubanischen Menschenrechtsaktivisten Elizardo Sanchez befand sich Mendoza, der bei einer friedlichen Protestkundgebung am 14. November 2011 in der Stadt Contramaestre (Provinz Santiago de Cuba) verhaftet wurde, wegen seiner willkürlichen Verhaftung und die konstruierten Anklagepunkte seit fast zwei Monaten in einem Hungerstreik. „Er starb um 18:45 Uhr Ortszeit. Wir machen die kubanische Regierung für seinen Tod verantwortlich, weil er unter ihrer Obhut starb. Todesursachen waren multiples Organversagen und eine Sepsis“, so Sanchez.

Wilmar war Mitglied der Oppositionsbewegung „Patriotische Union Kubas“ (UNPACU). Nach seiner willkürlichen Verhaftung wurde er in einer Gerichtsverhandlung, die von Menschenrechtlern als „Farce“ bezeichnet wurde, wegen „Widerstands gegen die Staatsgewalt“ und „Körperverletzung“ zu vier Jahren Haft verurteilt. Nach Angabe seiner Ehefrau Maritza Pelegrino Cabrales, selbst Mitglied der „Damen in Weiß“, wurde ihm im Gefängnis dringend notwendige medizinische Versorgung verweigert.

Nach einem Bericht der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte befand sich Wilmar Villar Mendoza in akuter Lebensgefahr. Vergangenen Samstag (14.) wurde er in das „Gesundheits- und Menschenrechtszentrum ‚Juan Bruno Zayas’“ in Santiago de Cuba verlegt. Nach Angabe der Ärzte sei er bewusstlos und leide an einer Lungenentzündung, sein Tod stehe unmittelbar bevor. Protestkundgebungen der Gefangenen-hilfsorganisation „Damen in Weiß“ und anderer Menschenrechtsorganisationen wurden gewaltsam niedergeschlagen, zwei Menschenrechtlerinnen befinden sich immer noch in Haft.

Der Tod von Wilmar Villar Mendoza Tod löste eine landesweite Protestwelle aus, das Castro-Regime setzt nun auf verstärkte „Sicherheitsmaßnahmen“; um Ausschreitungen zu verhindern. Das Krankenhaus „Juan Bruno Zayas“ wird von Angehörigen des Militärs bewacht, da zahlreiche Dissidenten und Menschenrechtsaktivisten versuchen in das Krankenhaus zu gelangen, um Wilmar Villar Mendoza die letzte Ehre zu erweisen. Nicht einmal seiner Witwe Maritza Pelegrino Cabrales, Mitglied der „Damen in Weiß“, ist es erlaubt, die Leiche Villar Mendozas zu sehen. Das Haus des IGFM-Mitgliedes (Internationale Gesellschaft für Menschenrechte) Jorge Luis Garcia Perez “Antunez“ und seiner Frau Yris Tamara Perez Aguilera wird von Sicherheitskräften bewacht.

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