Kuba: Angriff auf Protestmarsch feministischer Oppositionsbewegung
Dissidentinnen sexuell belästigt, misshandelt und verhaftet
Laut einem Bericht der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) sind sieben Mitglieder der „Rosa Parks feministischen Bewegung für bürgerliche Rechte“ bei einem Protestmarsch am vergangenen Mittwoch verhaftet worden. Der Marsch diente der Freilassung der unabhängigen Journalistin Yasmín Conlledo Riverón und ihres Ehemann Yusmani Rafael Alvarez Esmoris .
Conlledo Riverón ist Mitglied der Gefangenenhilfsorganisation „Damen in Weiß“ und wurde am 8. Januar 2012 in ihrem Haus in Santa Clara willkürlich festgenommen und befindet sich seither in Haft. Wie IGFM berichtet, wurde der Protestmarsch bereits nach wenigen Minuten von etwa 25 Polizei- und Staatssicherheitsbeamten angegriffen zudem wurden die Teilnehmerinnen geschlagen, sexuell belästigt, anschließend verhaftet und in Streifenwagen gezerrt. Eine der Teilnehmerinnen wurde noch am selben Tag wieder freigelassen, die weiteren sechs am gestrigen Donnerstag.
Die Mitglieder der „Rosa Parks feministischen Bewegung für bürgerliche Rechte“ marschierten ganz in Schwarz gekleidet, als Zeichen der Trauer für die Opfer des Castro-Regimes und skandierten “Freiheit” und “Nieder mit der Unterdrückung“. Sie zeigten ein Bettlaken, auf dem zu lesen war: “Für Freiheit, gegen Straffreiheit”. Idania Yánes Contreras, Vorsitzende der Oppositionsbewegung „Central Opposition Coaliti-on“ erklärte: „Wir waren uns bewusst, dass der Marsch nicht lange dauern würde. Alle von uns wurden geschlagen, an den Haaren gezogen und sexuell belästigt. Ein Polizist griff mir unter die Bluse und zog sie mir auf offener Straße hoch“, so Idania Yánes Contreras, die den Marsch leitete und den Angriff in einer Audiodatei aufzeichnete.
IGFM-Mitglied Jorge Luis García Pérez “Antúnez” veröffentlichte eine Audiodatei in seinem Blog “Ni Me Callo Ni Me Voy” („Ich werde weder schweigen noch verschwinden”). Auf der Datei soll zu hören sein, wie Demonstrantinnen rufen: „Nimm Deine Hände von meiner Brust, Du Mörder“. Die Polizei- und Staatssicherheitsbeamten waren angeblich auf der Suche nach versteckten Mobiltelefonen, mit denen man den Angriff aufzeichnen könnte. “Antúnez“’ Frau Yris Tamara Pérez Aguilera war unter den verhafteten Teilnehmerinnen. Nach seiner Angabe sei sexuelle Belästigung von Dissidentinnen in Kuba keine Seltenheit, Yris Tamara Pérez Aguilera wurde bereits von Angehörigen der Regierung damit gedroht, vergewaltigt zu werden, wenn sie ihre regimekritischen Aktivitäten nicht einstelle.
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