Wolkenbehandlung – Unsichere Lösung für die Dürre in Mexiko

Datum: 10. Februar 2012
Uhrzeit: 16:37 Uhr
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Autor: Redaktion
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► Studie behandelt nicht die Auswirkungen auf die Umwelt

Angesichts der schwersten Dürre in Mexiko seit 70 Jahren haben mehrere Wissenschaftler auf eine Studie aus dem Jahr 2001 hingewiesen, welche einer Wolkenbehandlung einen positiven Effekt bei der Anhebung von Niederschlägen bescheinigt. Statistische Auswertungen eines über dem mexikanischer Bundesstaat Coahuila de Zaragoza (Norden) durchgeführten Experimentes hätten bestätigt, dass die Behandlung von Wolken mit Silberjodidkristallen die Niederschläge in der Region verdoppelten.

Laut offiziellen Statistiken der mexikanischen Regierung sind von der anhaltenden Trockenheit mehr als 1.300 Gemeinden in 19 der 32 Bundesstaaten betroffen- vor allem in den nördlichen Landesteilen hat es seit Monaten fast nicht geregnet. Die Behörden gaben bekannt, dass sich der Mangel an Regen bis zum Monat April fortsetzen wird. Bisher starben bereits 60.000 Stück Vieh, der Schaden beträgt mehr als eine Milliarde US-Dollar.

Zwischen 1996 und 1999 wurde wegen einer anhaltenden Dürre im nordöstlichen Bundesstaat Coahuila eine von der Landesregierung und dem US-amerikanischen Forschungsinstitut aus dem Bereich der Atmosphärenwissenschaften (NCAR) gesponserte Studie in Auftrag gegeben, die in zwei Jahren Daten von 94 Wolkenklassifikationen sammelte. Die Auswertung von 51 natürlichen und 43 mit einer Mischung aus Natrium-, Magnesium-und Calciumchlorid behandelten Wolkenformation ergab, dass die manipulierte Wolkenmasse längere und reichlichere Niederschläge abgab (bis zur doppelten Menge). Die Studie, die von drei Wissenschaftlern der NCAR geleitet wurde, fand ihre Veröffentlichung im Jahr 2001 im American Meteorological Society.

Die Studie behandelte allerdings nicht die Auswirkungen der mit Chemie behandelnden Niederschläge auf die Umwelt. Silberiodid-Feinstaub wird im Aufwindkanal einer Wolkenfront aus einem Flugzeug gezielt in Wolken injiziert, um sie an einem definierten Ort abregnen zu lassen. Da die chemische Verbindung eine ähnliche Oberflächenstruktur wie Graupel hat, kann sie in Wolken als eisähnliche Struktur einwirken und den Kondensationsprozess verstärken. Durch die Eisbildung wird latente Wärme frei, die in den entstehenden Aufwinden die Wolken zu mächtigen Cumulonimbuswolken formt und in kräftigen Niederschlägen abregnen lässt.

Nach Meinung von Experten sind die positiven oder negativen Auswirkungen auf die Umwelt nicht umfassend bekannt. Sie wiesen darauf hin, dass eine latente Auswertung der Ergebnisse über fünf Jahre nicht durchgeführt wurde, deshalb stünden keine validen Ergebnisse zur Verfügung.

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