Wahlkampf in Venezuela: Simon Wiesenthal Center fordert Chávez zur Mäßgkeit auf

Datum: 18. Februar 2012
Uhrzeit: 13:42 Uhr
Leserecho: 5 Kommentare
Autor: Redaktion
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► Ermutigung zu Gunsten des Rassismus

Das Simon Wiesenthal Center in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires hat den venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez aufgefordert, seine diffamierenden Angriffe und Äußerungen gegen den Oppositionskandidaten Henrique Capriles zu zügeln. Staatliche Medien und Mitglieder der Regierung hatten Capriles mehrfach als Nazi bezeichnet und seine jüdische Herkunft kritisiert.

In einem von der Regierung kontrollierten Medium wurde in einer Kolumne mit dem Titel „Der Feind ist der Zionismus: Eine Schlucht der überlappenden Versprechung“ berichtet, dass Capriles ein Vertreter des internationalen Zionismus sei, der den Planeten bedroht und zerstören will.

Wie die überwiegende Mehrheit der Venezolaner, ist auch Capriles Katholik. Er ist ein Nachkomme einer Familie von polnisch-jüdischen Immigranten, die nach seinen Worten den Holocaust überlebt hat. Seine Großmutter mütterlicherseits versteckte sich als Kind zwanzig Monate im Warschauer Ghetto in einem Keller, um nicht von den Nazis ermordet zu werden. Capriles Urgroßeltern wurden im Konzentrationslager Treblinka in Polen ermordet.

Sein Vater stammte aus einer jüdisch-sephardischen Familie, die den Nazis entkommen konnte und Zuflucht auf der Karibik-Insel Curacao suchte. Laut den Archiven der jüdischen Gemeinde in Venezuela wanderte die Familie anschließend in das südamerikanische Land ein. Mangels historischer Kenntnis wird Capriles allerdings von Regierungsvertretern als Nazi bezeichnet.

Das Simon Wiesenthal Center bat Präsident Chavez in einem Brief, weitere antisemitische Angriffe gegen Capriles zu vermeiden. „Chávez trägt die oberste Verantwortung für die staatlichen Medien und hat die Pflicht, diese Hasstiraden persönlich zu stoppen. In diesem Fall müssen die antisemitischen Äußerungen öffentlich verurteilt werden. Eine Unterlassung wäre eine Unterstützung und Ermutigung zu Gunsten des Rassismus“, lautete die Erklärung.

Die venezolanische Regierung ist antisemitisch eingestellt und hat bereits mehrfach Treffen mit Vertretern der jüdischen Gemeinde in Venezuela abgelehnt. Präsident Chávez ist ein persönlicher Freund des iranischen Staatspräsidenten Mahmud Ahmadinedschad, der international geächtet und bekennender Holocaust-Leugner ist. Im Januar 2009 wurden die Beziehungen mit Israel abgebrochen, der Staat im Nahen Osten zog nach Schändung einer Synagoge (30. Januar 2009) seinen Botschafter aus Caracas ab.

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Kommentarbereich

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  1. 1
    ttenzer

    was solls – Arschloch is

  2. 2
    Martin Bauer

    „Gaddafi war ein Held, G.W. Busch ist der Teufel und stinkt nach Schwefel, Juden sind Nazis, die Opposition ist wahnsinnig und will den Krieg, jeder Gegner der „bolvarischen Revolution“ ist ein Werkzeug des Yankee Imperiums…“

    Allein diese kurze Liste seiner Zitate würden für einen Gerichtsbeschluss zur sofortigen Amtsenthebung und Einlieferung in die psychiatrische Abteilung eines Gefängnisses ausreichen.

    Auch wenn ich, als Nicht-Mediziner, nur eine laienhafte Ferndiagnose stellen kann, glaube ich nicht, dass da irgend eine Behandlung noch helfen könnte. – Vielleicht erbarmt sich ja mal der Mossad und bereitet dem ein Ende, wenn es sonst keiner tut?

  3. 3
    Der Bettler

    Was der Idiotenheini seit der Vorwahl am 12. von sich gegeben hat,ist
    schlicht und einfach erbärmlich.Chavez ist nicht in der Lage mit seinen
    verbliebenen 3 Gehirnzellen zu akzeptieren,daß auch außer ihm ein Gegen
    kandidat sich zur Wahl stellen kann.Das ist weltweit Normalität,bloß in
    Venezuela gehen die Uhren anders.(sprichwörtlich gesehen auch noch
    richtig )

    • 3.1
      Liane

      Das hat mit der Intelligenz dieses Chaoten zu tun. Bekennender Vollidiot, der nach eigenen Worten in der Jugend Maler werden wollte. Sein Volk und die linken Idioten in Deutschland passen zu diesem Niveau.

      • 3.1.1
        Franz Josef

        Es gab da einmal einen jungen Österreicher, der wollte auch Maler werden und bewarb sich sogar an der Wiener Kunstakademie. Da man ihn nicht nahm, wanderte er nach Deutschland aus und machte dort eine beispiellose Karriere als Massenmörder und Kriegsverbrecher.
        Sicherlich nur eine zufällige Parallele.

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