Waffenstillstand in Kolumbien: Regierung nicht an temporären öffentlichen Zirkus interessiert
Bogotá will definitives Ende des Konflikts
Der kolumbianische Präsident Juan Manuel Santos hat am Dienstag (21.) bekannt gegeben, dass seine Regierung an keinen Waffenstillstand mit einer der linksgerichteteten Terror-Organisationen im Land interessiert sei. Gleichzeitig kündigte er einen unerbittlichen Kampf gegen den Terrorismus, der Kriminalität und Gewalt im südamerikanischen Land an.

“Die nationale Regierung Kolumbiens ist nicht an Waffenstillstände oder einen temporären öffentlichen Zirkus interessiert”, teilte das Staatsoberhaupt im Präsidentenpalast von Bogotá mit. Santos bezog sich dabei auf eine erneute Ankündigung der marxistisch orientierten Terror-Organisation ELN (Nationale Befreiungsarmee). “Wir werden unseren Kampf gegen den Terrorismus, Kriminalität und Gewalt mit aller uns zur Verfügung stehenden Macht weiterführen- dies ist unsere Pflicht”.
Der Präsident betonte, dass die Regierung verpflichtet sei, jeden Zentimeter des nationalen Territoriums zurückzuerobern und dauerhaft zu befrieden. “Heute, zehn Jahre nach Beendigung der Friedensverhandlungen von Caguán wissen wir, dass dieses Szenario nicht an mangelnden Willen der Regierung und des kolumbianischen Volkes scheiterte, sondern an der Hartnäckigkeit der Guerilla und deren terroristischen Akte. Wir sind nicht in Pausen interessiert, wir wollen ein definitives Ende des Konflikts”. Santos schloss allerdings nicht alle Türen zum Dialog mit den Terroristen. “Wenn diese Gruppen ihre Ernsthaftigkeit zu Gesprächen deutlich zeigen, werden wir dies sehr ernst nehmen”.
San Vicente del Caguán ist eine Stadt mit 51.000 Einwohnern im Nordwesten der kolumbianischen Provinz Caquetá. Von 1998 bis 2001 war die Stadt Verwaltungszentrum der entmilitarisierten Zone, und wurde von der FARC autonom verwaltet. Seit der Rückeroberung dieser Zone Ende 2001, angeordnet durch die Regierung von Kolumbiens Staatspräsident Andrés Pastrana, ist die Region um San Vicente del Caguán ein Unruheherd. Zahlreiche Anschläge durch die FARC sowie durch Paramilitärs prägen den Alltag. Mehrere Tausend Bewohner fliehen pro Jahr.
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