Brasilien: US-Außenministerium setzt Kauf von 20 Super Tucanos aus

Datum: 02. März 2012
Uhrzeit: 09:13 Uhr
Leserecho: 1 Kommentar
Autor: Redaktion
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► Regierung in Brasilia überrascht

Die brasilianische Regierung hat sich von der Entscheidung der US-Luftwaffe, den Kauf von 20 „Super Tucano“ Flugzeuge von Embraer auszusetzen, überrascht gezeigt und die Maßnahme als einen Rückschlag für die Beziehung zwischen beiden Ländern bezeichnet. Die US Air Force hatte den unterzeichneten Vertrag über 355 Millionen US-Dollar unter Berufung auf Probleme in der Dokumentation suspendiert. Flugzeughersteller Embraer verkaufte die Tucanos in Lateinamerika bereits an Chile, Kolumbien, Paraguay, Ecuador und in die Dominikanische Republik. Der Verkauf von 24 Maschinen an Venezuela wurde infolge von Sicherheitsbedenken der USA aufgegeben.

Der Vertrag war zwischen der US-Luftwaffe, Embraer und Partner Sierra Nevada Corp unterzeichnet worden. Der erste Auftrag aus dem Vertrag sah den sofortigen Kauf von 20 Flugzeugen vor, jedoch wurde von einer Auftragserweiterung auf insgesamt 55 Flugzeuge mit einem Wert von insgesamt ca. 950 Millionen Dollar ausgegangen. Dies war die erste Beschaffung von Rüstungsgütern durch die US-Regierung bei Embraer und der dritte Versuch, der Super Tucano einen Zugang zu diesem Markt, der als der größte Markt für militärische Ausrüstung weltweit gilt, zu verschaffen. Vor wenigen Tagen hatte die US-Regierung den Kauf von Militärflugzeugen suspendiert, nachdem ein US-Konkurrent eine Klage eingereicht hatte, um das Ergebnis der Ausschreibung anzufechten.

Am 30. Dezember 2011 hatte die US-Luftwaffe bekannt gegeben, dass die Sierra Nevada und Embraer die Ausschreibung für den Kauf von 20 Super Tucanos A-29, sowie entsprechende Schulungen und logistische Unterstützung, gewonnen hatte. Im Januar reichte Hawker Beechcraft (Verlierer der öffentlichen Ausschreibung) eine Klage gegen die Entscheidung ein, welche den bereits erteilten Auftrag lähmte. Bill Boisture, CEO von Hawker, hatte in einer Pressemitteilung verlautbart, dass die US-Air Force das Ausschreibungsverfahren nicht transparent gehalten hätte und keine Revision der Unternehmensklage über den Ausschluss ihres Flugzeugs AT-6 aus dem Wettbewerb vornehmen zu wollen. Die US-Luftwaffe teilte umgehend mit, dass die Ausschreibungskriterien für die Auswahl und Bewertung der Lieferanten fair, offen und transparent waren.

Die Lieferung der Super Tucano an die USA sollte zusammen mit dem amerikanischen Partnerunternehmen Sierra Nevada Corporation realisiert werden. Diese hatten wie die Embraer an der Ausschreibung teilgenommen. Mit dieser Partnerschaft wurde der US-Gesetzgebung Genüge getan, welche die Einrichtung einer Produktionslinie für die Flugzeuge auch in den USA vorsieht. Die Endmontage war in Jacksonville im Bundesstatt Florida geplant. Dort errichtet Embraer derzeit ein neues Werk. Quellen der Verteidigungsbranche zufolge entstehen im neuen Werk ca. 50 Arbeitsplätze. Was die Amerikaner jedoch besonders glücklich machte war die Tatsache, dass über 80% des Flugzeugs nach den gesetzlichen Vorgaben des „Buy American Act“ produziert werden, der eine nationale Mindestbeteiligung von 50% für Produkte vorschreibt, die außerhalb der USA gekauft werden.

„Die brasilianische Regierung erhielt mit Überraschung die Nachricht von der Aussetzung der Ausschreibung für den Kauf der Flugzeuge. Wir sind insbesondere durch die Form, wie dies geschah, überrascht. Gleichzeitig sind wir der Auffassung, dass dies nicht zur Entwicklung der Vertiefung der Beziehungen zwischen den beiden Ländern im Bereich der Verteidigungspolitik beitragen wird“, lautete die Erklärung aus Brasilia.

Das Auswärtige Amt teilte mit, dass die brasilianische Regierung auch weiterhin den Dialog mit US-Behörden suchen werde. Verteidigungsminister Antonio Patriota wird am Freitag (2.) den Unterstaatssekretär des US-Außenministeiums empfangen, um die Angelegenheit zu besprechen.

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  1. 1
    peterweber

    Da drehen die Amis wider mal so tüchtig an der Schraube, dass man an die Tankflugzeugbeschaffung der US-Air Force (Airbus-Boeing) erinnert wird.

    Ganz nach dem Motto “ AMERIKA ZUERST ! „

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