Sozialismus des 21. Jahrhunderts sorgt für leere Regale in Venezuela

milchmagarita

Datum: 04. März 2012
Uhrzeit: 17:13 Uhr
Leserecho: 10 Kommentare
Autor: Redaktion
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► Land wird von einem Mann der Sprüche regiert

In Valencia, mit mehr als 1,5 Millionen Einwohner die drittgrößte Stadt Venezuelas und Hauptstadt des Bundesstaates Carabobo, herrschte am Samstag (3.) in den Regalen verschiedener Supermärkte zum wiederholten Male ein akuter Mangel an Nahrungsmitteln. Hunderte Kunden waren über das Fehlen von Fleisch, Maismehl, Kaffee, Milchpulver und Öl erbost und machten ihren Unmut über die permanenten Engpässe lauthals kund.

In vielen Märkten konnten die Kunden nur eine Flasche Öl pro Person kaufen, verpacktes Fleisch war nicht vorhanden. „Das schlimmste ist allerdings, dass es bei den Straßenhändlern alles zu kaufen gibt. Dies kann sich nur fast niemand leisten, da die Preise total überhöht sind“, klagte Maria Perez. Viele Kunden sind besonders verärgert, da sie selbst für einfachste kosmetische Artikel bis zu fünf verschiedene Supermärkte aufsuchen müssen, um das gewünschte zu erhalten. Perez berichtete, dass sie seit 8 Wochen in ihrem Supermarkt keine Damenbinden kaufen könne, die Händler auf der Straße würden den Hygieneartikel allerdings kistenweise horten und für das doppelte des regulären Preises verkaufen.

Den funktionierenden Sozialismus des 21. Jahrhunderts gibt es nur in den staatlich kontrollierten Medien. Venezuela, das nach Statistiken eines des grössten Erdöl produzierenden Länder der Welt ist, wird von einem Mann der Sprüche regiert. Nach 13 Jahren Regentschaft durch Hugo Chávez hält der Volkstribun immer noch an einem System fest, das überall auf der Welt zusammengebrochen ist und nur noch auf Kuba und in Nordkorea existiert. Von der Hand in den Mund – so lautet das Motto bei Bewohnern und Händlern. Die Ware wird gar nicht mehr weggepackt sondern ist bereits am Tag der Lieferung ausverkauft. Dies ist die Realität in Venezuela, welche sich dem heimischen Wohnzimmerreporter allerdings verschließt.

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Kommentarbereich

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  1. 1
    Claudio

    Traurig, aber wahr.

  2. 2
    peterweber

    Wie heisst es doch so schön?

    Schuster bleib bei deinem Leisten !

    Wie soll man aus Soldaten und Verbrechern auch einen Staat regieren lassen ? Was dabai ruskommt sind einige gutgemeinte Ideen, aber die Ausführung versagt auf der ganzen Linie.

    In all den Jahren wurde nicht eine Mission (ausser Enteignungen – Verstaatlichunge – Verschleuderung des Volkeigentums – Korruption in neuer Grössenordnung) erfolgreich angefahren b.z.w. durchgezogen !

    Das ist traurig……. die traurige Bilanz des Suppenkaspars HUGO

  3. 3
    Wolfgang

    Na ich weiß nicht, offenbar ist das regional stark unterschiedlich. Seinerzeit beim Milchpulver war es ja so, dass der Nestle Konzern die Waren gehortet hat, um den Preis hochzutreiben – und wurde zurecht dafür bestraft. Ich denke, da ist momentan viel kriminelle Spekulation am Werk, war ja schon oft so. Fakt ist aber auch, dass die einheimische Nahrungsmittelproduktion unbedingt verbessert werden muß, wobei es egal ist, ob das aus privater oder staatlicher Hand passiert. Es ist nicht einzusehen, weswegen Venezuela z.B. Joghurt und MIlch aus Kolumbien importieren muss. Das kann man selbst machen! Dass es im Bereich Sanitärpapier (Damenbinden usw.) Produktionsengpässe gibt, ist bekannt. Es ist allerdings nicht zu verstehen, dass ein in Venezuela ansässiger Papiergigant (Kimberly Clark) nicht in der Lage ist, die Produktionskapazitäten zu erhöhen – immerhin läßt sich mit dem Kram gutes Geld verdienen.

  4. 4
    hugo

    ich finde auch, es liegt vieles im argen in venezuela. dies aber alles herrn chavez in die schuhe zu schieben ist zu einfach. die international agierenden konzerne tragen genauso eine mitschuld. verstaatlichungen sind immer nur eine folge derartigen fehlverhaltens. die katastrophale situation in europa verdanken wir ja auch nur dem internationalen spekulantentum. was ist die folge? der versuch durch staatliche regularien dem einhalt zu gebieten. hier werden von den kritikern geradezu staatliche eingriffe gefordert. niemand käme auf die idee, dies zu verurteilen. nicht alles regelt der markt alleine

    • 4.1
      alexandro

      lieber hugo, in venezuela regelt der markt gar nichts. wie in kuba, wie ehemals in der ddr oder in nordkorea. der hinweis auf europa ist völlig falsch in diesem zusammenhang.alles was herr chavez bisher verstaatlicht hat, hat keinen positiven effekt für den staat, geschweige den, für die gesamtheit der venezulaner gebracht. nur ein beispiel: die enteigneten haciendas mit zig tausenden rindern, die vor chavez das land, d.h. die bevölkerung mit fleisch und milchprodukten versorgten liefern nichts mehr für den freien markt.chavez träumt (wahrscheinlich nicht mehr lange)von einem agrarstaat der sich selbst versorgt und kaffe und kakao an putin liefert um damit sein kriegsgerät zu bezahlen.venezuela muß heute fleisch und grundnahrungsmittel einführen und wenn so w eiter „sozialisiert wird, werden die schlangen vor den supermerkados bald länger sein, als ehedem in kuba

      • 4.1.1
        hugo

        was denn nun? wenn es der markt nicht regelt, wer dann? ich führte ja aus, dass der markt eben nicht alles regelt und es aus diesem grunde eben eingriffe in diesen markt braucht. man kann an chavez vieles kritisieren, allein die frage bleibt, wie sah es vor chavez aus in venezuela. warum wurde chavez denn gewählt und dies nicht nur einmal. tatsache ist, dass sollte herr capriles an die macht kommen, er sich das volk (verblödetes linkes pack, wie sich einige foristen hier auszudrücken pflegen) auch nicht auswählen kann. der hinterhof amerikas wurde eben zu lange vernachlässigt (die monroe doktrin lassen grüßen) und nur ausgebeutet oder als absatzmarkt für eigene zwecke genutzt, ohne auf die bedürfnisse der dortigen bevölkerung zu achten. die ergebnisse sind in den machtübernahmen wie z.b. durch cahvez oder evo morales zu beobachten. meiner meinung ist dies erst der anfang einer entwicklung in lateinamerika.

  5. 5
    Marco

    So – ich muss hier jetzt mal ernsthafte Kritik üben, da sich meiner Meinung dieses Portal in eine Richtung entwickelt hat, die mich persönlich wirklich abstößt.

    Soll dies ein Artikel sein, der zu Informationszwecken dient oder zur „Mobilmachung“ gegen Chavez aufrufen soll? Mir fällt das momentan bei den meisten Artikeln, die über Venezuela verfasst werden auf, dass sie eine sehr starke Tendenz gegen Chavez haben.
    Ich lese Nachricht um mich zu informieren und nicht um mir von anderen Personen eine Meinung „aufdrücken“ zu lassen. Dafür sind die Kommentare da, damit sich jeder objektiv wie subjektiv äußern kann.

    Ich habe lange genug in Venezuela gelebt um Meinungen für und gegen Chavez zu akzeptieren, nicht nur weil es meiner Meinung nach tolerant ist, sondern auch, weil ich gemerkt habe, dass in vielen Dingen ein Funken Wahrheit steckt.

    Wenn ich den folgenden Satz lese, – „Dies ist die Realität in Venezuela, welche sich dem heimischen Wohnzimmerreporter allerdings verschließt.“ – frage ich mich auf welche Informationen dieser Artikel sich bezieht? Das soll die Realität in Venezuela sein? Wie kann der Herr Wohnzimmerreporter sowas denn überhaupt beurteilen, wenn sich Ihm diese Realität verschließt?

    Ich würde niemals behaupten, dass es in Vzla keine Versorgungengpässe gibt bzw das die Regierung keinerlei Schuld daran trifft, dies aber immer nur der Regierung in die Schuhe zu schieben und das auf das ganze Land zu beziehen, ist mir einfach zu oberflächlich und zu einfach.

    In den Supermärkten in denen ich gewesen bin, waren die Regal nie leer, wie in diesen Portal schon öfters propagiert wurde. Natürlich gibt es hier und da mal einige Produkte nicht, aber das bedeutet nicht, dass der Supermarkt aussieht wie im Ausverkauf.

    Ich empfehle dem Verfasser bzw falls es für Venezuela mehrere Korrepondenten geben sollte, sich vor den Veröffentlichungen noch einmal Gedanken zu machen, ob die Artikel zur Information oder zur Propaganda dienen sollen. Bei letzterem muss ich mir wohl ein anderes Portal suchen, das versucht die Menschen mit qualitativ hochwertigeren und objektiven Artikeln zu informieren.

    Danke!

    • 5.1
      Heinz

      Gott bewahre. Endlich mal ein Portal, das nicht irgendwie nur staatliche Medien kopiert. Davon gibt es ja leider einige. Diese Menschen haben keine Ahnung, und schreiben nur, was sie vorgesetzt bekommen. Tut natürlich weh, die Wahrheit.

    • 5.2
      Pandora

      Sicher , es mag sein , dass es nicht im ganzen Land so katastrophal in den Supermärkten aussieht . Da geht man rein und schaut – hey , die Regale sind alle voll !! Aber womit ?? Auch hier in VE hat man mittlerweile das „spiegeln“ gelernt . Das Breitziehen von Waren , egal welchen , dahinter – nichts . Waren , wie teure Soyamilch , irgendwelche Kuchenbackmischungen usw . Fehlen tun dennoch die wichtigsten Dinge , und das permanent !!!
      UND – auch die soz. Supermärkte werden nicht mehr so beliefert , wie am Anfang und wie versprochen . Auch da kommt immer weniger an Ware an .
      Und ja , das ist die Realität in VE !!

  6. 6
    Der Bettler

    Die Europäer,die hier leben,schreiben hier gegen die Regierung.Und mit
    Recht,wenn man jahrelang zusehen muß,wie das Land herunter gewirt-
    schaftet wird.Dann gibt es die europäischen Sesselfuzzis,die durchwegs
    alle für Chavez und seine Regierung sind. Lesen natürlich Regierungs-
    blättchen wie Portal Amerika 21.Darum sage ich sollten hier nur posten
    die hier auch leben,und wissen was los ist in diesen Land.

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