China beutet Kupferreserven in Ecuador aus

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Datum: 06. März 2012
Uhrzeit: 09:36 Uhr
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Autor: Redaktion
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► Massive Proteste angekündigt

Die ecuadorianische Regierung hat am Montag (5.) mit der chinesischen Firma Ecuacorriente einen Vertrag über den Abbau riesiger Kupferreserven unterzeichnet. Präsident Rafael Correa bezeichnete das Abkommen als eine neue Ära, welches Ecuador zum wichtigen Akteur auf dem internationalen Markt für Mineralien mache. Mehrere Umweltschutzorganisationen und der Dachverband der indigenen Völker Ecuadors kündigten bereits massive Proteste gegen das Vorhaben der linken Regierung von Correa an.

Ecuacorriente, ein Tochterunternehmen der in Kanada ansässigen Corriente Resources (von den chinesischen Gesellschaften Tongling Nonferrous Metals Group und China Railway Construction kontrolliert), will in den Abbau der Lagerstätten rund 1,4 Milliarden US-Dollar investieren. Damit wird die Tür für einen großflächigen Bergbau im Anden-Land geöffnet, mindestens zwanzig Projekte mit bedeutenden Vorkommen an Gold, Silber und Kupfer befinden sich bereits im Stadium der fortgeschrittener Entwicklung.

„Heute beginnt eine neue Ära für Ecuador. Die Unterzeichnung des Abkommens ist von einzigartiger Bedeutung und ein Quantensprung bei der Exploration von Großprojekten im industriellen Maßstab“, erklärte Präsident Correa. Der Vertrag über die Ausbeutung der Lagerstätte (2,1 Millionen Tonnen) in der Amazonas-Provinz Zamora Chinchipe hat eine Laufzeit von 25 Jahren und spült 4,458 Milliarden US-Dollar in die Kassen der Regierung.

Nach Bekanntgabe der Unterzeichnung kam es zu landesweiten Protesten mehrerer Umweltschutzorganisationen. Die Polizei entfernte gewaltsam ein Dutzend weibliche Umwelt-Aktivisten, die die chinesische Botschaft in der ecuadorianischen Hauptstadt Quito besetzt hatten. Diese lehnen den Pakt mit dem chinesischen Bergbau-Unternehmen ab, da er nach ihrer Meinung das fragile Ökosystem des Amazonas schädige. Eine Sprecherin der Aktivisten wies darauf hin, dass die Regierung den Vertrag unterzeichnete, ohne jemals Umweltverträglichkeitsstudien durchgeführt zu haben. Ebenfalls soll die indigene Gemeinschaft nicht informiert worden sein.

„Wir werden einen groß angelegten Bergbau in diesem Gebiet nicht akzeptieren. Dieser zerstört die Natur, verschmutzt die Flüsse und verdrängt die Menschen“, erklärte Humberto Cholango, Präsident des Bündnisses der indigenen Nationalitäten Ecuadors (CONAIE). Die Dachorganisation, die einen Großteil der indigenen Völker Ecuadors auf nationaler Ebene vertritt, ist die wichtigste Institution in der Bewegung der Indigenen in Ecuador. Sie vertritt die Nationalitäten bezüglich ihrer legitimen historischen Forderungen und Ansprüche auf politischer, wirtschaftlicher und soziokultureller Ebene. Vertreter von CONAIE sind über Pachakutik auch im ecuadorianischen Parlament vertreten.

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