Majestätisch und geheimnisvoll: Maya-Stadt Uxmal

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Datum: 06. März 2012
Uhrzeit: 17:38 Uhr
Ressorts: Mexiko, Welt & Reisen
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► Seit 1996 Unesco-Weltkulturerbe

Uxmal liegt südlich von Mérida in der Puuc-Hügelkrette, die auch als Sierrita de Ticul bekannt ist, im Nordwesten Yucatans. Die majestätische Größe der Maya-Stadt und das Ausmaß ihrer Gebäude lassen darauf schließen, dass Uxmal in der Zeit von 600 bis 950 vor Chr. Hauptstadt eines mächtigen Reiches war. Die Maya-Stadt Mayapán bildete einst eine Dreierallianz mit Uxmal und Chichén Itzá

Unter den religiösen Stätten in Uxmal, seit 1996 Unesco-Weltkulturerbe, verdient der Tempel des Wahrsagers besondere Beachtung. Es ist das höchste und steilste Bauwerk von Uxmal, das in mindestens vier unterschiedlichen Bauphasen entstanden und als Pyramidenbau einzigartig ist, weil es keine Ecken hat. Die Treppen sind so steil und schmal, dass man die Pyramide nur mit Hilfe einer dort eigens angebrachten Kette erklimmen kann.

Charakteristisch für die Bauweise der Stadt ist der mit Mörtel und Steinen gefüllte Kern der Pyramiden. Auch die mit flachen, perfekt geschnittenen und eingepassten Kalksteinen dekorierten glatten Wände sind ein typisches Merkmal dieses Stils, der den Bauten den harmonischen und eleganten Anstrich gab, der sie von anderen unterscheidet. Die einzige Stätte außerhalb der Maya-Welt, die in diesem Zusammenhang mit dem Puuc-Stil von Uxmal konkurrieren kann, ist Mitla (im Bundesstaat Oaxaca).

Typisch für die Puuc-Architektur sind auch die mit Steinmosaiken geschmückten Friese im oberen Teil der Gebäude. Davor stehen unabhängig von deren Struktur Paneele mit unterschiedlichen Motiven – meist Masken des Regengottes Chac – und Säulen. Zu den herausragenden Charakteristiken des Puuc-Stils gehören die doppelten Zierleisten mit einer zentralen Linie, die gelegentlich durch Gruppen kleiner Zylinder oder Miniaturtrommeln dargestellt wird, die ihr eine symmetrische und regelmäßige Form verleiht. Diese Leisten dienten auch als Rahmen für die skulpturierten Elemente an den Wänden. Die Dekorationen weisen zahlreiche Motive auf, wobei Chac-Masken am häufigsten vorkommen. Die einzelnen sich wiederholenden Motive sind in vertikaler Linie auf Paneelen angebracht, die kaskadenartig vom Himmel auf die Erde absteigen. Eingearbeitet sind teilweise Glitterornamente, stilisierte Masken und wellenförmige Schlangen.

In Uxmal bekommt man eine Vorstellung davon, wie die Paläste und einige der wichtigsten Tempel einst ausgesehen haben. Das gilt für das Viereck der Nonnen, das die Spanier wegen der eines Klosters ähnlichen Struktur des Palastes so tauften. Der Bau gilt als der harmonischste und architektonisch raffinierteste in Mesoamerika. Ein weiteres Beispiel von beeindruckender Schönheit ist der Palast des Gouverneurs, dessen zentrale Skulptur im oberen Teil den bekanntesten Gouverneur der Region, den Herrscher Chaac zeigt. Bedeutende Gebäude sind außerdem das wegen seines gezackten Kamms so genannte Taubenhaus, der Tempel des Friedhofs und der Phallus-Tempel, dessen phallusartige Steinskulpturen wohl das Urinieren Chacs auf die Erde symbolisieren sollten, um die Menschen mit Wasser zu versorgen.

Nur 17 Kilometer nördlich von Mérida liegt die Anlage Dzibilchatún, was in der Maya-Sprache bedeutet der Ort wo es Inschriften auf Steinen gibt. Diese Stätte gilt als eine der wichtigsten Ansiedlungen der Maya-Kultur in Yucatán. Sie besteht aus mehr als 800 Fundamenten, auf denen einst die typischen mit Stroh gedeckten Häuser standen. Besonders interessant sind der Palast und der Tempel der Puppen, benannt nach den sieben weiblichen Tonfiguren, die hier gefunden wurden. Auch hier ist am 21. März und 21. September jeden Jahres ein beeindruckendes Schauspiel zu sehen: Der Sonnenstrahl scheint ins Innere des Hauptsaals des Tempels und erleuchtet die Maske des Regengottes (Chac Mol). Entlang der 60 Kilometer langen Ruta Puuc liegen außerdem die archäologischen Stätten von Labná, Xlapac, Sayil, Kabah und Oxkintok.

55 Kilometer südöstlich von Mérida liegt die antike Maya-Stadt Mayapán, die eine der bedeutendsten Städte der Region in der frühen postklassischen Periode (von 900 bis 1519 n. Chr.) war. Dabei handelt es sich um eine Kopie von Chichén Itzá, wenn auch nicht so monumental. Mayapán bildete mit Chichén Itzá und Uxmal eine Allianz und wurde nach deren Niedergang zur vorherrschenden politischen Macht und religiöses Zentrum (etwa 1200 bis 1450, als Mayapán verlassen wurde).

Geheimnisvoll ist Ek’ Balam. Die Maya-Stätte liegt im Nordosten von Yucatán, etwa 30 km nördlich von Valladolid Richtung Tizimin. Jahrhunderte lang schliefen die Überreste unter dichtem Buschwald, bis Archäologen 1994 mit den Ausgrabungen begannen. Inzwischen sind zahlreiche Strukturen freigelegt und restauriert worden. Zu sehen sind erstaunliche Skulpturen, die teilweise an indische Götter erinnern, Stelen und Wandmalereien. Ek’Balam war demnach ein bedeutendes kulturelles und religiöses Zentrum, das seine Blütezeit in der Spätklassik erlebte und bis zur Eroberung durch die Spanier bewohnt war. Ein Besuch in Ek’Balam lohnt sich, denn diese Maya-Stätte ist mit keiner anderen zu vergleichen.

Autorin: Herdis Lüke

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