Lateinamerika: Demenz ist eine Zeitbombe

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Datum: 07. März 2012
Uhrzeit: 13:33 Uhr
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Autor: Redaktion
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► Neueste Informationen und Erkenntnisse noch nicht angekommen

Demenz wird zu einer Zeitbombe in der Welt, insbesondere in den Regionen von Lateinamerika und Asien. Laut Prof. Dr. Peter Piot, ehemaliger stellvertretender Generalsekretär der Vereinten Nationen und ehemaliger Exekutivdirektor von UNAIDS (Gemeinsames Programm der Vereinten Nationen zu HIV/AIDS), sollte die Krankheit auf der Prioritätenliste der Weltgesundheitsorganisation platziert werden.

Der Experte forderte die Staats-und Regierungschefs weltweit auf, die Dringlichkeit des Problems der Demenz anzuerkennen und einen Aktionsplan zur Bekämpfung der Krankheit zu unterzeichnen. Nach den Worten von Piot ist Demenz so gravierend wie die AIDS-Epidemie, alle sieben Sekunden wird diese psychische Erkrankung an einer Person diagnostiziert.

„Die Zahlen sagen alles. Es gibt 36 Millionen Menschen mit Demenz in der Welt und diese Zahl wird bis zum Jahr 2020 auf 66 Millionen steigen. Wir haben eine Zeitbombe in den Ländern Lateinamerikas und in Asien“, erklärt er. Dieser dramatische Anstieg ist laut Piot darauf zurückzuführen, dass viele Menschen heute länger leben. Er bezeichnete die Verbesserung der Gesundheitsversorgung als „paradox“, da durch eine verbesserte Diagnostik erst das gewaltige Ausmaß der Erkrankung ermöglicht wurde.

„In den Schwellenländern Asiens und Lateinamerikas haben die Menschen jetzt ein längeres Leben und eine bessere Gesundheitsversorgung. In diesen Regionen erhöhen sich die Zahlen der Erkrankten sehr schnell. Es gibt zwei Mythen, die der dringenden Aufklärung bedürfen. Demenz ist kein normaler Teil des Alterns und es bedarf keiner Verzögerung, um den Patienten zu helfen“, so Piot.

Laut Dr. Roberto Ventura, Neurologe und Gründer des uruguayischen Verbandes der Alzheimer-Krankheit, leben von den 35,6 Millionen Menschen mit Demenz 60% mit niedrigem und mittleren Einkommen. „In Lateinamerika hat sich viel getan, um das Bewusstsein für diese Krankheit zu erhöhen. Allerdings gibt es große Gegensätze in der Region, in vielen Gebieten sind die neuesten Informationen und Erkenntnisse noch nicht angekommen. Ich stimme mit Prof. Piot überein und spreche ebenfalls von einer Zeitbombe“.

In dem aktuellen internationalen Diagnosekatalog für Krankheiten ICD (International Classification of Diseases) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird die Demenz unter der Rubrik „Psychische und Verhaltensstörungen“ geführt. Demnach handelt es sich um ein Syndrom als Folge einer meist chronischen oder fortschreitenden Krankheit des Gehirns. Störungen treten in den Bereichen Gedächtnis, Denken, Orientierung, Auffassung, Rechnen, Lernfähigkeit, Sprache und Urteilsvermögen auf. Diese Beeinträchtigungen werden gewöhnlich von Veränderungen der emotionalen Kontrolle, des Sozialverhaltens oder der Motivation begleitet. Das Bewusstsein ist nicht getrübt. Auch die Alzheimer Krankheit ist eine Form der Demenz.

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