Brasilien erlaubt den Einsatz von Halluzinogen

Ayahuasca

Datum: 08. Februar 2010
Uhrzeit: 02:38 Uhr
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Autor: Redaktion
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Nach Jahren der Kontroverse erlaubt die brasilianische Regierung die Verwendung von Ayahuasca zu religiösen Zwecken. In mehreren brasilianischen Religionsgemeinschaften wurde das Halluzinogen bereits in der Vergangenheit eingenommen.

Ayahuasca wird sowohl die Dschungelliane Banisteriopsis caapi als auch das Gebräu aus selbiger genannt. Das Gebräu ist ein halluzinogen wirkendes Mittel aus o.g. Pflanzen, welche den halluzinogenen Wirkstoff DMT sowie Monoaminooxidase-Hemmer aus der Harmala-Reihe (z. B. Harmalin) enthalten. Der Begriff Ayahuasca kommt aus der Indianer-Sprache Quechua und bedeutet übersetzt „Liane der Geister/Toten“ oder „Ranke der Seelen“.

In Form eines Getränks ist der Ayahuasca-Gebrauch in rituellen Zeremonien bekannt: Schamanen verwenden Ayahuasca für die Heilung von Kranken und in religiösen Zeremonien, um Geister zu treffen und in die Zukunft zu blicken, der Gebrauch ist von den Anden bis an die Pazifikküste von Kolumbien und Ecuador verbreitet. In verschiedenen, aus Brasilien stammenden religiösen Gemeinschaften, wird das Gebräu in einem kollektiven Gottesdienst eingenommen. Die Wirkung variiert durch die Art der Banisteriopsis-Liane und den beigemischten Pflanzen. Typischerweise wird nach dem Konsum des bitteren Gebräus von leichter Berauschtheit und einer seelisch-orientierten Grundstimmung berichtet. Der Bewegungsapparat bleibt meist kontrolliert, jedoch kann die bewusste Motorik eingeschränkt sein. Ayahuasca bewirkt unter anderem Visionen, Halluzinationen und eine subjektive Erweiterung des Bewusstseins, sowie ein verschärftes Gehör.

Ayahuasca löst in der Fachwelt unterschiedliche Diskussionen aus. Laut argentinischen Forschern soll es bei der Behandlung von Schizophrenie hilfreich sein. Andere Experten gehen von einem Missbrauch durch das neue Gesetz aus. Sie befürchten die sogenanannte Scheingründung von religiosen Gemeinschaften und Sekten, um an eine straffreie Verwendung des Halluzinogens zu gelangen. Laut Berichten soll es nach Verabreichung von Ayahuasca auch schon zu Selbstmorden gekommen sein.

Das neue Gesetz weist ausdrücklich darauf hin, dass Ayahuasca ausschliesslich bei ritualen Zeremonien und nicht außerhalb einer religiösen Begegnungsstätte konsumiert werden darf. Ein Verkauf ist ebenfalls strengstens verboten. Allerdings gibt es keine Einschränkung für die Benutzer-ob diese nun Kinder, Jugendliche oder schwangere Frauen sind.

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