Mahnende Worte von Papst Benedikt XVI. bei Ankunft in Kuba

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Datum: 26. März 2012
Uhrzeit: 19:33 Uhr
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Autor: Dietmar Lang
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► Kuba könne eigenen Horizont erneuern und erweitern

Papst Benedikt XVI. ist am Montagnachmittag Ortszeit zu einem dreitägigen Besuch in Kuba eingetroffen. Die umgebaute Alitalia-Maschine landete nach einem rund dreistündigen Flug mit einer halben Stunde Verspätung auf dem Flughafen von Santiago de Cuba. Der Pontifex Maximus wurde noch auf dem Rollfeld von Staatspräsident Raúl Castro mit militärischen Ehren begrüsst. Kuba ist die zweite Station der 23. Auslandsreise des Papstes. In den vergangenen 3 Tagen war er in Mexiko zu Gast, wo er unter anderem eine Heilige Messe vor 630.000 Gläubigen feierte.

Bei der Begrüssungsansprache unter einem windigen Pavillon verteidigte Castro das totalitäre kommunistische Regime. Das wahre Antlitz der Heimat sei das Antlitz der Gerechtigkeit, des Friedens und der Freiheit. Zudem sei es Kubas ureigenes Recht, einen eigenen Weg beschreiten zu wollen. Der Bruder von Fidel Castro rückte nur einen Satz später allerdings ein wenig davon ab, in dem er zugab, trotzdem alles ändern zu wollen, was geändert werden müsse.

In Hinblick auf den dreitägigen Besuch der Oberhaupts der katholischen Kirche versicherte Castro, sein Land fühle sich durch sein Kommen „geehrt“ und er werde mit „Zuneigung und Respekt“ empfangen. Die kubanische Verfassung garantiere Religionsfreiheit, daher habe die Regierung auch gute Beziehungen zu allen Kirchen des Landes. Seine Heiligkeit werde auf Kuba ein Volk vorfinden, welches ihm wohlwollend zuhören werde, so Castro abschließend.

Papst Benedikt XVI. fand in seiner Rede deutliche mahnende Worte in Richtung Regierung des kommunistischen Landes. Er komme als „Pilger der Barmherzigkeit und Liebe“ nach Kuba. In seinem Herzen trage er „die gerechten Hoffnungen und berechtigten Sehnsüchte aller Kubaner, wo auch immer sie sich sich befinden“. Den letzten Halbsatz, bezogen auf die mehreren hunderttausend Exil-Kubaner, wiederholte der Ponitfex nochmals am Ende seiner Ansprache.

Der sichtlich müde Papst erinnerte zudem an Johannes Paul II., der mit seinem Besuch vor 14 Jahren eine neue Phase in den Beziehungen zwischen Staat und Kirche ermöglicht habe. Kubaner hätten generell christliche Wurzeln, welche die wahre Seele der kubanischen Identität darstellten, so Bendedikt überzeugt. Trotz der Annäherung gäbe auch weiterhin noch viel zu tun. Doch er sei sich sicher, dass Kuba auch in der derzeitigen Situation den eigenen Horizont erneuern und erweitern könnte.

Die abgeschottete Karibikinsel durchlebt derzeit innenpolitisch massive Spannungen. Trotz leichter Reformen hält das Castro-Regime vehement an der marxistischen Ideologie fest und strebt nach Ansicht von Beobachtern zudem immer mehr eine Familiendynastie nach nordkoreanischem Vorbild an. Die Opposition wird immer häufiger unterdrückt, willkürliche Verhaftungen sind mittlerweile an der Tagesordnung.

Alleine in den Tagen vor dem Papstbesuch sollen in Kuba über 150 Regimegegner verhaftet worden sein. Andere Dissidenten würden am Verlassen ihrer Wohnungen gehindert, beklagen Menschenrechtsorganisationen. Bettler seien zudem im Rahmen einer „Säuberungsaktion“ in ein Lager deportiert worden. Repressalien des Regimes erleiden derzeit auch die international bekannten „Damen in Weiss“. Diese wollen nach eigenem Wunsch unbedingt mit dem Ponitfex sprechen, dürften damit jedoch keinen Erfolg haben. Laut dem Vatikan ist bei der jetzigen Reise kein Gespräch mit Oppositionellen vorgesehen.

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