Kuba: José Daniel Ferrer im Hungerstreik

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Datum: 24. April 2012
Uhrzeit: 06:26 Uhr
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Autor: Redaktion
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► Protest gegen menschenunwürdige Haftbedingungen

Der inhaftierte Sprecher der oppositionellen Organisation „Patriotische Union Kubas“ (UNPACU), José Daniel Ferrer, ist am gestrigen Montag (23.) in den Hungerstreik getreten. Ferrer befindet sich seit dem 2. April ohne Anklage und Rechtsbeistand in Haft und protestiert so gegen seine willkürliche Gefangenschaft und die unmenschlichen Haftbedingungen.

Nach Angaben der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) besuchte Belkis Cantillo, Ferrers Ehefrau und Mitglied der Bürgerrechtsorganisation „Damen in Weiß“, ihren Mann am Montag in einer Polizeidienstelle in Santiago de Cubas Stadtteil Versalles. Ihren Angaben zufolge befinde sich der Oppositionelle in Einzelhaft, die Haftbedingungen seien „menschenunwürdig“, das Essen unzureichend und schlecht. „Sie wollen ihn langsam umbringen“, so Belkis Cantillo.

Wie die IGFM berichtete, wurde José Daniel Ferrer gemeinsam mit mindestens 24 weiteren Aktivisten der kubanischen Demokratiebewegung im Zuge einer Razzia verhaftet. Polizisten verwüsteten und durchsuchten mehrere Häuser von Bürgerrechtlern, schlugen und misshandelten sie und beschlagnahmten elektronische Geräte, ohne dies zu protokollieren. Ferrers Ehefrau Belkis Cantillo war am 2. April ebenfalls verhaftet und die 14-jährige Tochter des Bürgerrechtlerehepaars von einer Polizistin bedroht worden.

Am vergangenen Wochenende forderten zahlreiche Mitglieder der oppositionellen „Östlichen Demokratischen Allianz“ (ADO) in einem Protestmarsch die Freilassung José Daniel Ferrers und aller weiteren politischen Gefangenen. Rolando Rodríguez Lobaina, Koordinator der Gruppe, und einige der Demonstranten wurden unter Gewaltanwendung verhaftet, befinden sich aber mittlerweile wieder in Freiheit.

Die IGFM fordert die sofortige Freilassung José Daniel Ferrers, dessen einziges „Vergehen“ es ist, nicht mit der kubanischen Regierung konform zu gehen und seine Meinung in friedlichen Protestaktionen öffentlich kundzutun. „Sowohl Orlando Zapata Tamayo als auch der kürzlich verstorbene Wilman Villar Mendoza wurden durch ihren Tod in Folge eines Hungerstreiks in der Haft zu Ikonen der kubanischen Demokratiebewegung“, so die IGFM.

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