Kuba verschiebt Ölbohrungen weiter nach Westen

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Datum: 08. Mai 2012
Uhrzeit: 03:48 Uhr
Ressorts: Kuba, Natur & Umwelt
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Redaktion
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► Erhöhtes Risiko für die Umwelt von Florida

Die vor der Küste von Kuba liegende und in China gebaute Offshore-Öl-Bohrinsel Scarabeo-9 hat ihre Position verlassen und sich für weitere Probebohrungen in westlicher Richtung bewegt. Die neue Bohrstelle befindet sich an der Nordwest-Küste von Kuba, etwas mehr als 100 Meilen vor Key West. Dies ist weiter entfernt von Florida als die aktuelle Bohrstelle nördlich von Havanna, aber näher am Golfstrom, der eine potentielle Ölpest direkt in die Keys und Süd-Florida spülen würde.

Die neue Bohrstelle so nahe an Florida, nur zwei Jahre nach der Deepwater Horizon-Katastrophe im Golf von Mexiko, hat bei mehreren Umweltorganisationen Alarm über eine mögliche Bedrohung des empfindlichen Ökosystems von Florida ausgelöst. Der spanische Ölkonzern Repsol-YPF zahlt für das Leasing der Scarabeo rund 500.000 US-Dollar pro Tag, die seit dem 31. Januar durchgeführte Probebohrungen waren bisher erfolglos. Die Zeit läuft Repsol davon, da Anfang Juni die malaysische Firma Petronas die Plattform übernehmen wird.

Wissenschaftler haben mehrere Computermodelle entwickelt – mit Szenarien auf Basis der vorherrschenden Strömungen und Windverhältnisse – um vorherzusagen, wo eine potentielle Ölpest auftreffen würde. Der wahrscheinlichste Weg würde nahe am Strand, entlang der südöstlichen Spitze der Halbinsel Florida, vorbeiführen. Die Öllache würde nördlich an Cape Canaveral vorbei treiben, bevor sie sich in Richtung offene See bewegen würde.

„Die neue Bohrstelle führt zu einem leicht erhöhten Risiko für die Florida Keys und dem Gebiet südlich von Miami“, erklärte Brad Benggio, Wissenschaftler bei der Wetter- und Ozeanografiebehörde der Vereinigten Staaten (NOAA).

Die Scarabeo-9 hatte Mitte Januar die Nordküste von Kuba erreicht. Auf der kommunistisch regierten Karibikinsel wurde die Ankunft sehnlichst erwartet. Aufgrund des vor 50 Jahren über Kuba verhängten US- Wirtschaftsembargos hat der italienische Ölkonzern Eni die Plattform in China bauen und in Singapur ausrüsten lassen. Mehrere Ölfirmen, unter anderem aus Spanien, Norwegen, Russland, Indien, Vietnam, Malaysia, Kanada, Angola, Venezuela und China stehen Schlange, um die künstliche Standfläche für Testbohrungen zu nutzen.

Havanna hoffft, dass sich bis zu 20 Milliarden Barrel Öl unter dem Meeresboden vor der Insel befinden könnten. Experten der United States Geological Survey (Wissenschaftliche Behörde im Geschäftsbereich des Innenministeriums der Vereinigten Staaten) schätzen die Vorkommen auf rund 5 Milliarden.

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