Mexiko: Alejandro Cerezo Contreras erhält Aachener Friedenspreis

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Datum: 10. Mai 2012
Uhrzeit: 02:34 Uhr
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Autor: Redaktion
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Der 31-jährige Mexikaner Alejandro Cerezo Contreras hat den Aachener Friedenspreis erhalten. Alejandro Cerezo Contreras ist Aktivist der mexikanischen Menschenrechtsorganisation „Comité Cerezo”. Die Organisation wurde im Jahr 2001 gegründet, als er gemeinsam mit seinen beiden Brüdern Héctor und Antonio verhaftet wurde. Den drei Studenten der Nationalen Autonomen Universität von Mexiko (UNAM) wurde die Beteiligung an einem Sprengstoffanschlag in Mexiko-Stadt vorgeworfen, zu dem sich die „Revolutionäre bewaffnete Volksgruppe“ (FARP) bekannt hatte.

Während ihrer Gefangenschaft im Hochsicherheitsgefängnis Altiplano wurden die drei Männer gefoltert und aufgrund einer Anklageschrift, die jeglicher Grundlage entbehrte, wegen „terroristischer Akte und Missachtung des Bundesgesetzartikels zum Besitz von Waffen und Explosionskörpern“ zu siebeneinhalb Jahren Freiheitsentzug verurteilt. Die Anschuldigungen konnten jedoch nie mit Beweisen belegt werden. Alejandro Cerezo Contreras wurde im Berufungsverfahren freigesprochen und verließ das Gefängnis 2005, seine Brüder blieben bis 2009 in Haft. In allen Fällen sehen sich die Betroffenen einer politischen Verfolgung ausgesetzt.

Das Comité Cerezo hatte sich als Reaktion auf die willkürlichen Festnahmen gegründet, um diese anzuprangern und die Freilassung der Brüder zu fordern. Im Verlauf der Zeit erweiterte die Organisation ihr Tätigkeitsfeld auf ganz Mexiko und steht heute für die Verteidigung der Rechte von politisch Inhaftierten und Gewissensgefangenen ein. Gleichzeitig verteidigt sie die Rechte der Zivilbevölkerung, die im so genannten „Krieg gegen die Drogen“ der mexikanischen Regierung einen hohen Blutzoll bezahlt. Das Komitee stellt auch die unmenschlichen Haftbedingungen in den häufig völlig überfüllten mexikanischen Gefängnissen und die dort praktizierte Folter an den Pranger.

Der Aachener Friedenspreis wurde 1988 – unter anderem in Reaktion auf die in Aachen stark umstrittene Auszeichnung Henry Kissingers mit dem Karlspreis 1987 – von 46 Einzelpersonen als Verein gegründet, um Frauen, Männer oder Gruppen zu würdigen und vorzustellen, die von „unten her“ dazu beigetragen haben, der Verständigung der Völker und der Menschen untereinander zu dienen sowie Feindbilder ab- und Vertrauen aufzubauen. Der Preis wird unabhängig von ideologischen, religiösen oder parteipolitischen Kriterien und unabhängig von sozialer oder nationaler Zugehörigkeit der Preisträgerinnen und Preisträger verliehen.

Die Verleihung des Aachener Friedenspreises findet jährlich im Anschluss an die Demonstration zum Antikriegstag am 1. September als öffentliche Feier in der Aula Carolina statt.

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