Mexiko: Reporter ohne Grenzen besorgt über Gewalt gegen Journalisten

Datum: 16. Mai 2012
Uhrzeit: 11:48 Uhr
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Autor: Redaktion
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► Opfer im Kampf der Regierung gegen verschiedene Drogenkartelle

Sechs Wochen vor der für den 1. Juli geplanten Präsidentschaftswahl in Mexiko zeigt sich Reporter ohne Grenzen (ROG) besorgt über die Gewalt gegen Journalisten. In den vergangenen Tagen wurden mehrere Zeitungen angegriffen, ein ehemaliger Zeitungsreporter wurde tot aufgefunden. Mehr als 80 Journalisten starben in Mexiko in den letzten zehn Jahren. Viele von ihnen sind Opfer im Kampf der Regierung gegen verschiedene Drogenkartelle, die ROG zu den größten Feinden der Pressefreiheit zählt. Der Bundesstaat Veracruz im Südosten des Landes gehört weltweit zu den gefährlichsten Orten für Journalisten. Erst Ende April starben dort zwei Fotografen und eine Journalistin.

„Die Regierung muss die Offensive gegen die Drogenkartelle beenden, der bereits mehr als 50.000 Menschen zum Opfer gefallen sind“, so ROG. Wegen des hohen Maßes an Korruption bei Polizei und Justiz, die teilweise mit den Kartellen zusammenarbeiten, hat die Offensive lediglich zu mehr Gewalt geführt und gefährdet die Arbeit unabhängiger Medien. Viele Journalisten versuchen sich in dieser Situation durch rigide Selbstzensur zu schützen.

Jüngstes Ziel eines bewaffneten Angriffs wurde die Zeitung El Mañana in Nuevo Laredo im nordöstlichen Bundesstaat Tamaulipas. Am 11. Mai beschossen Unbekannte das Redaktionsgebäude. Bereits 2006 erlitt ein Reporter der Zeitung, der über Kriminalität berichtete, bei einem Angriff schwere Verletzungen. 2004 wurde El Mañana-Redakteur Roberto Mora ermordet. Der Fall ist bis heute nicht aufgeklärt.

In Reynosa, ebenfalls im Bundesstaat Tamaulipas, wurde am 8. Mai das Gebäude der Zeitung Hora Cero evakuiert, nachdem ein anonymer Anrufer vor einem Attentat gewarnt hatte. Wenige Minuten später eröffneten sechs Vermummte das Feuer.

Ein ehemaliger Zeitungsreporter, der sich zuletzt im Wahlkampf engagierte, starb in Cuernavaca, im zentralmexikanischen Bundesstaat Morelos. René Orta Salgado wurde am 13. Mai, drei Tage nachdem seine Familie ihn als gemisst gemeldet hatte, tot im Kofferraum seines Autos gefunden. Sein Körper zeigte Spuren von Schlägen. Der 43-Jährige hatte 20 Jahre lang für die Tageszeitung El Sol de Cuernavaca über Kriminalität berichtet, bevor er die Redaktion im Dezember 2011 verließ und den Wahlkampf von Enrique Peña Nieto (Partei der Institutionellen Revolution) unterstützte.

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