Kuba: Bürgerrechtlerin und „Dame in Weiß“ im Gefängnis misshandelt

Datum: 29. Mai 2012
Uhrzeit: 15:34 Uhr
Leserecho: 7 Kommentare
Autor: Redaktion
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► Videoaufnahmen aus Gefängnis geschmuggelt

Die Bürgerrechtlerin und „Dame in Weiß“, Niurka Luque Alvarez, wird in Havannas berüchtigtem Frauengefängnis „Manto Negro“ psychisch und physisch misshandelt. Dies berichtet die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM). Nach Angaben von IGFM gelang es der unabhängigen Journalistin Dania Virgen Garcia vergangene Woche, eine Videoaufnahme der Bürgerrechtsaktivistin aus dem Gefängnis zu schmuggeln und der IGFM auszuhändigen. Luque Alvarez soll darin von Schlägen ins Gesicht, verbalen Angriffen, Drohungen und verweigerten Medikamenten erzählen.

Niurka Luque Alvarez leidet an Epilepsie. Vor einigen Wochen beklagte sich Luques Tochter Suanet Vicente Luque über die unzureichende medizinische Versorgung ihrer Mutter im Gefängnis. Der Gesundheitszustand ihrer Mutter habe sich seit ihrer Inhaftierung drastisch verschlechtert, „es gibt einen einzigen Arzt für die Gefängnisse Manto Negro und El Guatao. Die Gefangenen bekommen überhaupt keine Medikamente“, so Vicente Luque weiter.

Niurka Luque Alvarez wurde am 17. März 2012 verhaftet, als sie mit anderen „Damen in Weiß“ in Havanna eine friedliche Protestkundgebung zum Gedenken an den 9. Jahrestag der Massenverhaftungen des kubanischen „schwarzen Frühlings“ veranstaltete. Sie wurde zunächst in Havannas Gefängnis El Guatao gebracht, bald darauf aber in eine Strafzelle des berüchtigten Frauengefängnises „Manto Negro“ verlegt. Das Gefängnispersonal misshandelt sie seither dauerhaft. Die IGFM kritisiert die unmenschliche Behandlung aufs schärfste und forderte die kubanische Regierung auf, Luque Alvarez umgehend in ein Krankenhaus zu verlegen, in dem angemessene medizinische Behandlung gewährleistet wird.

Hintergrund „Damen in Weiß“
Die „Damen in Weiß“ sind eine Gruppe von Ehefrauen und Müttern politischer Gefangener, die gegen die politisch motivierten Verhaftungen von Regimekritikern durch das Castro-Regime protestieren. Sie gehen nach dem Sonntagsgottesdienst schweigend, in Weiß gekleidet und mit Blumen in den Händen, durch Havanna und andere Städte Kubas. Die IGFM unterstützt den gewaltlosen Einsatz der „Damen in Weiß“ seit der Gründung dieser Bürgerrechtsorganisation 2003. Im Jahr 2005 wurden die „Damen in Weiß“ mit dem Sacharow-Preis des Europäischen Parlaments für geistige Freiheit ausgezeichnet.

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Kommentarbereich

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  1. 1
    Boris

    Was die IGFM alles so weiß? Komisch ist nur, dass bei „Konferenzen“ und Diskussionen immer viele Politiker aller Coleur eingeladen werden. Doch Herr Ströbele (Grüne), einer der wenigen Politiker mit Herzblut und Verstand geht nie hin. Obwohl er eingeladen ist, denn die IGFM nimmt es nicht so genau.

    • 1.1
      alexandro

      na Boris, das menschliche Leid ,das dieser Artikel beinhaltet übergehen Sie, um eine Organisation, die sich für Menschenrechte einsetzt zu diskretitieren. Herr Ströbele wird dankbar sein,wen ihm eine linke Socke ,Herzblut und Verstand attestiert

      • 1.1.1
        Boris

        Mit dem Verstand haben Sie es ja nicht so, das sind Leute, die für ihre „Arbeit“ bezahlt werden. Der Menschenrechtsdiskurs dient nur als Vorwand wieder einzumarschieren und Bomben zu werfen – natürlich für die Freiheit.

      • 1.1.2
        Linus Bracher

        Sie sollten schleunigst Ihre Medikamente wechseln. “ Leute, die für ihre Arbeit bezahlt werden“

        Wie blöd kann ein Mensch sein?

  2. 2
    Boris

    Das ist nicht blöd, blöd sind die die darauf reinfallen. Die kub. „Opposition“ durfte im Fernsehen auftreten und hat dort selbst folgendes gesagt: „Es ist uns egal wer uns bezahlt, ob von links oder rechts.“

    All diese Berichte über Menschenrechtsverletzungen sind erfunden, wenn sie aus Maimi, CIA, oder deren NGO`s kommen. Darunter die IGFM, deshalb geht Ströbele auch nicht hin!

    • 2.1
      Linus Bracher

      Wen interessiert, ob dort ein ehemaliger Ossi auftaucht oder nicht–Niemand!

    • 2.2
      Martin Bauer

      Sie bleiben sich treu, als notorischer, zynischer Wahrheitsverdreher.

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