Venezuela verlangt Rückführung des “Heiligen Stein” aus Deutschland

Global_stone_Berlin

Datum: 30. Mai 2012
Uhrzeit: 05:07 Uhr
Leserecho: 2 Kommentare
Autor: Redaktion
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► Außenministerium wird in den nächsten Wochen ein förmliches Ersuchen einreichen

Der heilige Stein “Piedra Kueka”, Teil des Projekts „Global Stone“ im Berliner Tiergarten, soll zurück in seine Heimat Venezuela. Der etwa zwölf Kubikmeter große, 35 Tonnen schwere rote Quarzsandstein stammt angeblich aus dem Nationalpark Canaima im Südosten des Landes. Das Drama um den Fels, der den Indigenen heilig sein soll, geht nun in eine weitere Runde.

„Wir werden die deutschen Behörden darum bitten, mit der Rückführung des heiligen Steins zu beginnen. Unser Außenministerium wird in den nächsten Wochen ein förmliches Ersuchen einreichen. Deutschland ist dafür bekannt, kulturelle Ansprüche anderer Staaten wohlwollend zu prüfen“, erklärte Raúl Grioni, Präsident des Instituts für Kulturelles Erbe von Venezuela (IPC) in Caracas.

Der Deutsche Wolfgang Kraker von Schwarzenfeld sucht auf jedem Kontinent jeweils zwei Steine von etwa 30 Tonnen Gewicht, die durch Material, Form oder Herkunft besonders charakteristisch sind. Einer der beiden Geschwister-Steine verbleibt im Land seiner Herkunft. Der zweite Stein bekommt einen Platz im Tiergarten, ganz in der Nähe des Brandenburger Tors.

Der Stein ist in der Geschichte der indigenen Volksgruppe Pémon fest mit dem eigenen Grundungsmythos verbunden und besitzt deshalb große kulturelle Bedeutung. Seit der Entfernung des Blocks soll es in den Flüssen keine Fische mehr geben, tausende Menschen starben an den Folgen von Naturkatastrophen. Prof. Dr. Bruno Illius, Ethnologe und Kulturanthropologe am Lateinamerika-Institut der FU, hat umfangreiche Recherchen durchgeführt und dem venezolanischen Kulturminister Pedro Calzadilla mitgeteilt, dass er, seine Mitarbeiter und die Öffentlichkeit hinsichtlich dieses Steins grob getäuscht worden sind.

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  1. 1
    Martin Bauer

    Die sollten mal lieber die Rückführung von Millionen von Tonnen Mineralöls fordern, die sinnlos in die ganze Welt verschleudert wurden, oder eine angemessenen Bezahlung dafür verlangen, die dann nicht sofort in den privaten Säckeln der Regierungsbande verschwindet. Damit könnte in Venezuela mehr Nützliches erreicht werden, als mit dem Stein. Dieser wird weder H.C. heilen, noch ihm ewige Präsidentschaft sichern.

  2. 2
    Der Bettler

    Sollen sie doch ihren Stein wieder haben.Ob da einer mehr oder weniger rumsteht ist doch egal.Wichtig ist, daß er nicht illegal nach Deutschland
    transportiert wurde.Ist doch sowieso wieder nur ein Ablenkungsmanöver
    von anderen gravierenden Fehlern der Regierung.

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