Venezuela: Umstrittenes Mausoleum für Simón Bolívar vor Eröffnung

MAUSOLEUM

Datum: 06. Juni 2012
Uhrzeit: 09:50 Uhr
Leserecho: 19 Kommentare
Autor: Redaktion
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► 140 Millionen US-Dollar teures Denkmal

Der vom venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez angeordnete Bau eines Mausoleums für den von ihm abgöttisch verehrten bolivarischen Nationalhelden Simón Bolívar steht kurz vor seiner Vollendung. Das rund 140 Millionen US-Dollar teure Denkmal soll voraussichtlich im kommenden Juli eröffnet werden. Die sterblichen Überreste des ehemaligen Freiheitskämpfers liegen momentan im Nationalen Pantheon von Caracas.

Der krebskrank Chávez machte bereits in der Vergangenheit keinen Hehl aus seiner Verehrung für Bolívar, den er zur Ermittlung der genauen Todesumstände im Juli 2010 in einem pietätlosen Medienspektakel exhumieren liess. Ein Jahr hatten die Ärzte und Wissenschaftler zwar einen “elektrolytischem Schock” als Todesursache ermittelt, Chavéz beharrt jedoch trotzdem weiter auf eine mögliche Ermordung seines Idols.

“Vierzig Jahre später fühlt sich meine Seele befreit und ich mich als Sohn von Bolívar, denn jetzt gibt es keinen Zweifel mehr – und dies für alle Ewigkeit – dass du hier bist Vater, dass du hier bei uns bist”, titelte Chávez und betonte, am Morgen seinen Töchtern von den Knochen Bolivars erzählt zu haben. Diese sollen gebogen gewesen seien, da er auf einem Pferd über die Anden ritt und “die Heimat geschaffen” habe.

Die moderne Form des kurz vor seiner Vollendung stehenden Mausoleums erinnert an ein riesiges Segelschiff. Erbaut im kolonialen Zentrum von Caracas ragt es 50 Meter in die Höhe und ist von verschieden Punkten der Hauptstadt aus zu sehen. „Wir hatten immer das Gefühl, dass für die Beherbergung der Gebeine ein Mausoleum notwendig sei. Diese Stätte ist würdig und hat einen hohen epischen und historischen Wert“, erklärte Francisco Sesto, Minister für revolutionäre Umgestaltung der Großraums von Caracas.

Die sterblichen Überreste von Bolívar sollen in einen mit Edelsteinen verzierten Mahagoni-Sarkophag umgebettet und auf einem vom italienischen Bildhauer Pietro Tenerani entworfenen Granitsockel präsentiert werden.

„Es ist bedauerlich, dass keine öffentlichen Ausschreibungen und offene Diskussionen zwischen Künstlern stattfanden. Für den Bau eines Denkmals pharaonischen Ausmaßes hat absolut keine Notwendigkeit bestanden“, teilte Professor Juan de Dios, Präsident der Bolivarianischen Universität Venezuelas, mit.

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  1. 1
    La Luna

    Das ist einfach nur Krank und kann nur einem kranken Hirn entsprungen sein !!
    140 Mill. US Dollar…..wieviel Wohnungen für LEBENDE hätte man davon bauen können ??

    • 1.1
      peterweber

      wenn simon bolivar sehen könnte, was der hugo chavez aus seinem traum die letzten 13 jahren gemacht, würde er wohl oder über aus sein grab heraussteigen und den 140 mio. zauber eigenhändig in luft sprengen.

      ein krankes volk brauch einen kranken führer und der braucht kranke träume

      • 1.1.1
        La Luna

        ein ganzes volk als „krank“ zu bezeichnen, nur weil es einen kranken präsi hat, ist mir dann doch zu krass…..es gibt durchaus gesunde venezolaner ;-)
        aber mit simón geb ich dir recht….wenn er noch könnte, würde er sich im grabe umdrehen.
        ich persönlich glaube ja, dass hugo sich auch noch hoffnung macht ebenfalls als held im mausoleum zu landen wenn sein stündlein bald kommt.

      • 1.1.2
        hugo

        diese gigantomanie wurde diesen völkern im karibisch-lateinamerikanischen raum jahrzehntelang von den kolonialisten vorgelebt. sicherlich könnte man das geld besser verwenden. schaut euch nur mal das faro a colon in der dominikanischen republik an. wenn dieser in beton gegossene schwachsinn mit scheinwerfern angestrahlt wird geht in den darum herum liegenden armutsvierteln das licht aus weil nicht genügend energie vorhanden ist. dieses übertriebene verehrungsritual aus den köpfen dieser leute herauszubekommen wird noch generationen dauern, wenn überhaupt.

      • 1.1.3
        Martin Bauer

        Quatsch! Die Gigantomanie kommt von Despoten, wie den Pharaonen, chinesischen Kaisern, Stalin und anderen Schlächtern des eigenen Volkes. In der Demokratie baut man auch Grosses, aber nur, wenn daraus auch ein Nutzen für viele erwächst, nicht nur für einen durchgeknallten Idioten.

      • 1.1.4
        hugo

        gigantomanie bezieht sich natürlich nicht nur auf bauten im engeren sinne, sondern auf das gesamte denken und handeln. es ist schon bezeichnend, wenn jemand demokratie mit kolonialismus gleich setzt.gigantomanie fördert beschränktes denken. insofern handelt chavez genau nach diesem denkmuster und bestätigt damit eigentlich nur seine kritiker. diese kritik nun wieder zu kritisieren zeigt schon von einer gewissen hilflosigkeit. nur als beispiel: könig ludwig II wurde ob seiner bauten zu damaliger zeit als verrückt erklärt. heute sind seine bauten eine enorme einnahmequelle für den bayerischen freistaat und der „bayern kini“ wird verehrt. so hat eben jeder „verrückte“ seine zeit.

  2. 2
    Der Bettler

    Jeder Arzt,würde jeden Anderen ohne zu zögern ins Irrenhaus einliefern lassen.Persönlichkeitsspaltung,Verschwendung von Volkseigentum,kurzum
    nicht mehr Regierungsfähig.Was sagt denn Steffen dazu? Nichts,oder?

    • 2.1
      hugo

      hinsichtlich verschwendung von volkseigentum…“in deutschland werden jährlich zweistellige milliardenbeträge verschwendet“ ohne konsequenzen für die verursacher. politik ist eben ein schmutziges geschäft, nicht nur in venezuela. in griechenland wurde ein ganzes land an die wand gefahren. wo bleiben die konsequenzen für die verursacher??? die irrenhäuser dieser welt müßten voll sein von diesen leuten. damit verteidige ich nicht chavez und seine leute, sondern nur die art und weise der kritik.

      • 2.1.1
        Martin Bauer

        Da gebe ich Ihnen durchaus Recht. Nur hier wenden wir uns gegen Missstände in dem Land, in dem wir leben, sprich Venezuela. Ich kann einen skrupellosen Diktator, der mein persönliches Wohlergehen und das meiner Familie schädigt, nicht akzeptieren, nur weil es in anderen Teilen der Welt auch Unrecht und Missstände gibt, um die sich zunächst einmal die Menschen kümmern sollten, die dort leben.

      • 2.1.2
        Linus Bracher

        Wir reden hier über Venezuela, oder soll ich ihnen von 45 Parkuhren berichten, die in Kleinwaldbüttelrode ohne konsequenzen für die verursacher an einer nicht frequentierten Parkzone errichtet wurden?

      • 2.1.3
        hugo

        ich wollte eigentlich nur zum ausdruck bringen, dass es derartiges in allen, auch als zivilisiert zu bezeichnenden ländern gibt und kein besonderes merkmal chavez’scher politk wäre. auf diese weise wird klar, dass es vielen kritikern hier eher um das abreagieren persönlichen frustes als um berechtigte kritik an den zuständen im lande, durch wem auch immer, geht. für eigenes versagen oder verfehlen sucht man eben immer gerne ein ventil, um sich ab zu reagieren. interessant wäre es zu erfahren, wie die zustände vor chavez in diesem lande waren und warum. offensichtlich war es da noch schlimmer, sonst hätten die leute chavez wohl nicht gewählt. so weit darüber nach zu denken ist wohl zuviel verlangt.

      • 2.1.4
        Martin Bauer

        Sie versuchen mit Ihrer Argumentation, die Regierung Chávez auf das Niveau des international, auch in Demokratien, Üblichen zu beben. Es entspricht der langen Tradition linker Polemik, so zu tun, als entsprächen die Praktiken der venezolanische Regierungsriege der Norm, die man als nun mal unabänderlich hinnehmen müsste. Dem ist nicht so. Vielmehr habn wir es hier mit einem offentlichtlich mental gestörten DIktator zu tun, der sich nur nur fortgesetzten Bruch von Verfassung und Gesetzen, sowie durch Wahlbetrug an der Macht hält.

        Für Sozialisten ist dies Betrachtungsweise typisch, denn deren Ideologie ist ja nur unter Ausschaltung von Freiheit und Menschenrechten durchstzbar.

      • 2.1.5
        hugo

        ihre simple einteilung der weltanschauungen in links und rechts hilft ihnen bei ihren unterstellungen. wird der sache aber nicht gerecht. sie schwadronieren immer über verfassungsbruch, gesetzesbruch und wahlbetrug. nennen sie doch ross und reiter und hören sie auf mit ihren pauschalen rundumschlägen. sehen sie sich weltweit um. überall gibt es die von ihnen kritisierten zustände, nicht nur in venezuela.in der brd hält beinahe jedes dritte gesetz einer verfassungsmäßigen überprüfung nicht stand. in den usa bleiben menschenversuche ungeahndet. gerne überschlägt man sich aber wenn es um chavez geht. sein nachfolger kann ja dann alles besser machen. ich hoffe sie sind dann genauso kritisch.wenn das volk chavez nicht mehr will, wird es ihn abwählen. so funktioniert demokratie eben. dies sollten sie mal zur kenntnis nehmen. die armut in venezuela war ein wesentlicher grund, dass chavez überhaupt an die macht kam. genau diese armut wurde aber nicht von chavez verursacht. nehmen sie dies endlich mal zur kenntnis. sie regen sich immer nur über die folgen, nie über die ursachen und diejenigen, die sie verursacht haben auf. dies ist ihr fehler. ihre unterstellung ich würde chavez glorifizieren ist völlig daneben. ich beschreibe lediglich eine situation und versuche darzustellen warum dies so ist. sie ergehen sich in ihrem kruden links rechts schema.

      • 2.1.6
        Martin Bauer

        Und noch mal zum Mitschreiben: „WELTWEIT“ interessiert hier keinen Menschen. Uns, und damit meine ich die Mehrzahl der in Venezuela lebenden Kommentatoren auf Latina-Press, wenn ich diese richtig verstanden habe (ich bin nicht deren Wortführer), geht es um Venezuela.

        Wir wenden uns gegen die, die uns hier Schaden zufügen. Mit Debatten über Weltanschauungen ist uns nicht gedient. Die aktuelle Regierung muss weg. Und wer sie stützt – und sei es nur mit Worten – stellt sich gegen die vitalen Interessen aller, die in Freiheit, Sicherheit und Frieden leben wollen.. DARUM geht es, nicht um ideologischen Schlagabtausch.

      • 2.1.7
        hugo

        iss ja gut. wenn es nur nach ihrem kopf gehen soll, sollten sie sich ihre demokratie selbst backen. die gibt es weltweit eben nicht. dies wollte ich ihnen vermitteln. ihre sturheit steht dieser simplen erkenntnis leider entgegen. an ihrer stelle würde ich wegziehen und dort hin gehen, wo sie die von ihnen geforderten, ihren ansprüchen gerecht werdenden zustände vorfinden. berechtigte kritik muß man ebenso aushalten wie die gegenrede. daran fehlt es eben bei ihnen. altes sprichwort „wer sich unter die kleien mischt darf sich nicht darüber wundern wenn er von den schweinen gefressen wird“.

      • 2.1.8
        Martin Bauer

        Wieso soll ein Volk einen dreckigen, geistesgestörten Diktator aushalten sollen, oder das Land wegen dem Verbrecher verlassen? Geht es Ihnen noch gut? Ohne Kommunisten wäre die Welt schon viel besser dran. Mit dem Rest an Unrat kann ich leben.

  3. 3
    Martin Bauer

    Haben die Nachfahren Simon Bolivars keinen Anwalt. der diesem Kerl in Miraflores das freche Maul stopfen kann?

  4. 4
    Vinicius Love

    Lieber Herr Bauer. Es dürfte sinnlos sein, dieses europäischen Sesselpfurzern etwas zu erklären. Wenn diese am Tag mehrmals ihren fetten Arsch aus dem Wohnzimmersessel heben müssten um nach einer Kerze zu suchen, etc. etc., dann dürfte ihnen vielleicht ein Licht ausgehen. Deshalb sollte man Kommentare zu diesen Menschen einfach unterlassen.

    • 4.1
      Martin Bauer

      Hihihi…ja, das sehen Sie wohl ganz richtig.

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