Rio+20: Delegierte üben erneut Kritik an Absage von Angela Merkel

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Datum: 12. Juni 2012
Uhrzeit: 15:01 Uhr
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Autor: Dietmar Lang
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► Weder offizielle noch inoffizielle Gründe bekannt

Felix Beck, Berater für Jugendfragen der deutschen Delegation für die UN-Nachhaltigkeitskonferenz Rio+20, hat Bundeskanzlerin Angela Merkel erneut für Ihre Absage kritisiert. Der 22-jährige Jurastudent äusserte in einem Exklusivinterview mit IAP / agência latina press sein Unverständnis über die Entscheidung. Merkel sei bis zum Vortag der Hauptkonferenz (20. bis 22. Juni) beim G20-Gipfel in Mexiko und hätte daher ohne weiteres nach Rio kommen können.

Felix Beck und Lena Mäckelburg (Foto: Luiz Ferreira/IAPF)

„Wir werden ganz oft gefragt, warum Angela Merkel nicht nach Rio kommt. Wir wissen keine Antwort, weder offiziell noch inoffiziell. Eine Theorie ist, dass sie immer noch ein Trauma vom gescheiterten Klimagipfel in Kopenhagen hat. Weil sie sich dort persönlich auch sehr eingesetzt hat und dann eine Schlappe erlitten hat“ so der Jugendelegierte im Rahmen der UN-Jugendkonferenz „Youth Blast“ am Montagabend im Zentrum Rio de Janeiros.

Allerdings räumte Beck ein, die Hoffnung noch nicht ganz aufgegeben zu haben. Erst wenn Deutschland bei der Fußball-Europameisterschaft im Viertelfinale spiele und die Kanzlerin auf der Tribüne säße, seie man sich ihrer Motivation gewiss. „Wir hoffen immer noch, dass sie sich umentscheidet und nach Rio kommt“ erklärte der engagierte Jugendvertreter sichtlich skeptisch.

Beck zeigte sich auch in Hinblick auf ein mögliches Abschlußdokument bei der wohl wichtigsten Konferenz der vergangenen Jahre wenig zuversichtlich. Seiner Meinung seien am Ende viele notwendige Punkte, um nachhaltige Entwicklung für kommende Generationen realisieren zu können, keinesfalls in dem Papier enthalten. Diese „bittere Pille“ müsse man schlucken und nun für sich selbst entscheiden, ob man sich weiter in dem Prozess engagieren wolle. Er selbst wolle mit der zweiten Jugenddelegierten Lena Mäckelburg nun „pragmatisch an die Sache herangehen“ und überlegen, welche Ziele überhaupt noch zu realisieren seien.

Einige kleine Ziele habe man jedoch bereits erreicht, so Beck weiter. Im Rahmen des Vorverhandlungen sei der Begriff „Green Economy“ auch immer häufiger durch „Fair and Just Economy“ ersetzt worden, ein Terminus, der so zuvor nicht vorgekommen sei. Der als „Zero Draft“ bekannte Entwurf sei zwar mittlerweile von über 200 Seiten auf 80 Seiten geschrumpft, es bestünden jedoch weltweit noch zahlreiche verschiedene Auffassungen, was unter einer gerechten und fairen grünen Wirtschaft zu verstehen sei. Funktionieren werde ein solches Konzept jedoch nur, wenn überall die Menschenrechte anerkannt werden würden und auch eine entsprechende soziale Gerechtigkeit hergestellt sei.

Das vollständige Interview können Sie im Laufe des Tages hier auf diesen Seiten nachlesen.

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