Äquatorinitiative verleiht Nachhaltigkeitspreis

Martin Sommerschuh (Foto: Luiz Ferreira / IAPF)

Datum: 18. Juni 2012
Uhrzeit: 15:40 Uhr
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Autor: Dietmar Lang
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► Projekte herausragender lokaler Initiativen gewürdigt

„Hier in Rio ist der Ort, an dem man als Politiker gerade sein muss“ findet Martin Sommerschuh, der als Praktikant der ‚Equator Initiative‘ (Äquatorinitiative) nach Rio de Janeiro gereist ist. Die Unterinitiative des UN-Entwicklungsprogrammes prämiert im Rahmen der UN-Konferenz Rio+20 in diesem Jahr zum sechsten Mal 25 herausragende, lokale Organisationen in Entwicklungsländern.

Die Menschen in den Entwicklungsländern haben selbst bessere Ideen und Initiativen als solche, die von außen diktiert werden – das ist die Philosophie der Äquatorinitiative. „Man muss Ihnen nicht erklären, was Umweltschutz bedeutet. Sie haben nur schlechte Rahmenbedingungen“ sagt der 25-jährige Politikwissenschaftsstudent.

Auf Basis von besonders guten Ideen, die Umweltschutz mit wirtschaftlicher Entwicklung verbinden, wird der Preis der Äquatorinitiative an lokale Nichtregierungsorganisationen (NGOs) oder soziale Bewegungen aus Entwicklungsländern verliehen, die damit von den Vereinten Nationen gefördert werden sollen. Von den 800 eingegangenen Bewerbungen sind durch ein Gremium unabhängiger, auf freiwilliger Basis arbeitender Experten, 25 ausgewählt worden. Aus Lateinamerika kommen in diesem Jahr sechs Gewinner: Mexiko, Honduras, Guatemala, Kolumbien, Nicaragua und Brasilien.

Der Gewinner aus dem größten Land Südamerikas ist eine Fraueninitiative aus dem Sertão, der besonders von Armut gezeichneten Trockensteppe Brasiliens. Die Frauen haben durch den Aufbau eines Apothekennetzes mit alternativen Heilpflanzen aus einheimischen Pflanzen ein vorbildliches lokales Entwicklungsmodell aufgezogen.

Finanziert wird die Organisation zu einem großen Teil von der norwegischen Regierung, aber auch von Deutschland, Schweden und den Vereinten Nationen. Die diesjährige Preisverleihung findet im Rahmen der UN-Konferenz Rio+20 statt. Die Gewinner sind aus allen Teilen der Welt angereist, unter anderem aus Bangladesch oder Ägypten, um voneinander in Workshops zu lernen. Dabei soll das gemeinsame Verantwortungsbewusstsein gestärkt und die Vernetzung zwischen den verschiedenen Organisationen betrieben werden.

Martin’s persönliches Interesse für Umweltthemen kommt von seiner Arbeit für eine equadorianische NGO im Andenhochland und einer Forschungsstation im Amazonasgebiet. Er denkt, dass man die Leute beim Umweltschutz immer mitnehmen muss:“ Es sind neue Anreizsysteme notwendig, um den Willen der Menschen zu ändern und nicht nur Sonntagsgerede. Sonst werden wir irgendwann eine Ökodiktatur haben, wenn es zu spät ist, Lösungen mit gutem Willen zu erreichen“. Nachhaltigkeit hat für ihn etwas mit Zukunft, Verantwortung und Selbstachtung zu tun.

Für die zögerlichen Verhandlungsfortschritte und die Abwesenheit wichtiger Staatchefs auf der UN-Konferenz hat der 25-jährige wenig Verständnis: „Unser großes Problem ist der Klimawandel, Eurokrise hin oder her. Ich glaube, die Kanzlerin erweist sich mit ihrer Teilnahmeabsage an der Konferenz einen Bärendienst. Schließlich wurde sie schon einmal als die „Klimakanzlerin“ gefeiert und verfügt über Verhandlungsgeschick, mit dem sie auf der Konferenz meiner Meinung nach hätte Einiges bewirken können.“

Die Preisverleihung des Äquatorpreises findet am 20. Juni im Zentrum von Rio de Janeiro statt. Sie ist eine von zahlreichenden Nebenveranstaltungen der UN-Konferenz für Nachhaltige Entwicklung Rio+20, die als die größte Konferenz der Vereinten Nationen gehandelt wird. Sie findet vom 13. bis zum 22. Juni in Rio de Janeiro statt.

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