Rio+20: Rousseff fordert mehr Verantwortung von Industriestaaten

Dilma Rousseff, Rio+20 (Foto: Dietmar Lang / IAPF)

Datum: 20. Juni 2012
Uhrzeit: 23:06 Uhr
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Dietmar Lang
Autor folgen:
Sprachkurs Portugiesisch (Brasilianisch)
► Aktuelle Finanzkrise stelle derzeit häufig nationale über globale Interessen

Brasilien Staatspräsidentin Dilma Rousseff hat in ihrer Rede im Rahmen der UN-Konferenz für nachhaltige Entwicklung Rio+20 am Mittwoch (20.) die Industrienationen dazu aufgerufen, ihrer Verantwortung für eine nachhaltige Entwicklung in den ärmeren Ländern nachzukommen. Mit den bisherigen Finanzierungszusagen könnten Entwicklungsländer keinesfalls das „notwendige Niveau“ erreichen.

„Die Verlagerung der am stärksten die Umwelt belastende Industrie vom Norden in den Süden der Welt, hat die entwickelten Länder auf den Weg einer saubereren Produktion gebracht. Aber sie damit eine schwere Last und die sozialökologische Rechnung auf die Schultern der Entwicklungsländer gelegt. Die Finanzierungszusagen der Industriestaaten für die Entwicklungsländer haben in Hinblick auf die Anpassung und den Klimaschutz noch lange nicht das versprochene und notwendige Niveau erreicht“ so die Präsidenten.

Rousseff wies in ihrem Diskurs zudem darauf hin, dass die im Kyoto-Protokoll vereinbarten Verpflichtungen zur Reduzierung von Treibhausgasen nicht erreicht wurden und zudem einige der Errungenschaften des Erdgipfels 1992 auch weiterhin nur auf dem Papier stünden. Die Weltgemeinschaft habe die Verantwortung, dies zu ändern.

Die aktuelle weltweite Finanzkrise würde viele Länder dazu verleiten, die nationalen Interessen über die wichtigen globalen Themen zu stellen. „Der politische Wille für verbindliche Vereinbarungen ist sehr schwach. Wir dürfen das nicht zulassen“ zeigte sich Rousseff überzeugt.

Das Abschlussdokument von Rio+20 beinhaltet ihrer Meinung nach jedoch bereits einige wichtige Punkte. Unter anderem nannte Rousseff die Beseitigung von Armut als globale Herausforderung, die erstmalige Thematisierung von Gleichberechtigung der Rassen, die Schaffung eines High-Level-Forums zur globalen nachhaltigen Entwicklung, die Stärkung des UN-Umweltprogrammes UNEP und die Feststellung, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) nicht ausreiche, um den Reichtum eines Landes zu bemessen.

Anzeige
wandere aus, solange es noch geht

P.S.: Sind Sie bei Facebook? Dann werden Sie jetzt Fan von agência latinapress! Oder abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter und lassen sich täglich aktuell per Email informieren!

© 2009 - 2016 agência latinapress News & Media. Alle Rechte vorbehalten. Sämtliche Inhalte dieser Webseite sind urheberrechtlich geschützt. Vervielfältigung und Verbreitung nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung von IAP gestattet. Namentlich gekennzeichnete Artikel und Leser- berichte geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Für Einsendungen und Rückmeldungen bitte das Kontaktformular verwenden. Bildnachweis: Dietmar Lang / IAPF

Dies könnte Sie auch interessieren

Kommentarbereich

Hinweis: Dieser Kommentarbereich ist moderiert. Leser haben hier die Möglichkeit, Ihre Meinung zum entsprechenden Artikel abzugeben. Dieser Bereich ist nicht dafür gedacht, andere Personen zu beschimpfen oder zu beleidigen, seiner Wut Ausdruck zu verleihen oder ausschliesslich Links zu Videos, Sozialen Netzwerken und anderen Nachrichtenquellen zu posten. In solchen Fällen behalten wir uns das Recht vor, den Kommentar zu moderieren, zu löschen oder ggf. erst gar nicht zu veröffentlichen.

Leider kein Kommentar vorhanden!

Diese News ist älter als 14 Tage und kann nicht mehr kommentiert werden!