Uruguay will Marihuana legalisieren

Datum: 25. Juni 2012
Uhrzeit: 10:01 Uhr
Leserecho: 5 Kommentare
Autor: Redaktion
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► Kein Drogentourismus wie in Holland

Die linksgerichtete Regierung von Uruguay will nach einer Verabschiedung des Gesetzes für die Erzeugung und Verkauf von Marihuana bis zum September mit dem Anbau von Canabis beginnen. Damit will der kleinste spanischsprachige Staat in Südamerika die Drogenkriminalität eindämmen. „Mit der staatlich kontrollierten Regulierung des Marihuana-Marktes wollen wir die zukünftige Marktentwicklung steuern“, gab Julio Calzada, Generalsekretär des Nationalen Amtes für Drogenkontrolle in einem Interview bekannt.

Die neue Regelung ist Teil eines Plans von 15 Maßnahmen, um die in den letzten Monaten steigende Kriminalität zu bekämpfen. Uruguay gehört trotz herrschender Drogenproblematik zu einem der sichersten Länder in Lateinamerika. In der Präsidialrepublik leben derzeit mehr als 10.000 Deutsche; davon ca. die Hälfte Doppelstaatler, hinzukommen etwa 40.000 Deutschstämmige.

„Die zentrale Idee der Exekutive ist, dass der Staat eine starke Präsenz in der Regulation der Produktion hat. Wir wollen einen maximalen Verbrauch von 30 Gramm pro Person und Monat erlauben und dadurch dem Schwarzmarkt die Existenz entziehen. Marihuana wird nur an registrierte einheimische Konsumenten verkauft, einen Drogentourismus wie wir ihn aus Holland kennen wird es nicht geben“, erklärte Calzada.

In Uruguay gibt es nach Schätzungen der Regierung etwa 75.000 Menschen, die mindestens einmal im Monat Marihuana konsumieren. Um den „Bedarf“ zu decken, müssten demnach rund 27.000 Kilo auf einer Fläche von rund hundert Hektar jedes Jahr produziert werden. Die Opposition hat bereits Proteste gegen die geplante Maßnahme angekündigt, da es nach ihrer Meinung große Zweifel bei der Umsetzung der Legalisierung gebe.

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  1. 1
    Silvia W

    Diese Legalisierung von Marihuana soll auch der „Trend“-Droge : Pasta Base entgegenwirken
    .Eine gefaehrliche,verbreitete Droge -[wenn mich nicht alles taeuscht ein Abfallprodukt von Kokain].Da billig–sehr begehrt.

  2. 2
    Annaconda

    Interessant,zumindest hat die bisherige Drogenpolitik der meisten Länder nur verheerende Folgen gehabt.Siehe die Drogenkartelle Mexiko,s etc.Das absolute Alkohol Verbot in den USA seinerzeit, hat nur zu einer enormen Zunahme von klandestinen Gruppen geführt,mit der darauffolgenden Legalisierung verschwanden diese Mafias so schnell wie sie entstanden.Ich denke es ist richtig neue Wege zu suchen.Eine Herausforderung ich hoffe mit positiven Resultaten.

    • 2.1
      Silvia W

      Ich befuerchte nur ,dass das leider nicht viel nuetzt.
      Wer meldet sich schon freiwillig bei einer Behoerde und laesst sich als Konsument registrieren??Vielleicht ganz Abgebruehte??

      Und diese Dosierung von 1 Gramm/Tag……
      damit lockt man keinen Konsumenten anderer Drogen hinter dem Ofen vor,bzw koennte es ihm schmackhaft machen auf eine legalisierte Droge umzusteigen.
      Wohl eher was fuer Neueinsteiger,die die Illigalitaet fuerchen…
      Aber werden diese auch aufgenommen??

      Also,ich bin da sehr skeptisch….

      • 2.1.1
        Annaconda

        Ja es ist durchaus nicht einfach,aber ich denke es wäre mal ein erster Schritt.Denn wie es bisher läuft, schlechter kann es ja nicht mehr kommen.Es gibt übrigens von der Jugenorganisation der Grünen eine ziemlich informative Studie zum Thema.

    • 2.2
      Martin Bauer

      Das ist alles nur Augenauswischerei, egal wo auf der Welt. Es will zwar kein Bankier, dass die eigene Tochter an einer Überdosis stirbt, aber auf die Milliarden, die grau oder weiss gewaschen durch das internationale Banken- und Versicherungssystem fliesst, kann und will auch keiner von ihnen nicht verzichten. Jedenfalls nicht von heut auf morgen. Und wir alle, die wir mit diesem System verflochten sind, auch nicht. Deshalb wird kein Gesetz und keine Massnahme den Drogenhandel weltweit nennenswert verändern.

      Nehmt das Zeug einfach nicht mehr, und sorgt dafür, dass es eure Kinder nicht nehmen. Dann braucht es kein Gesetz, kein Feuergefecht und keine Strafverfolgung un keine Legalisierung mehr. Das Geld wird dann halt für was anderes ausgegeben und bleibt im Kreislauf. Weg ist es auf keinen Fall. Die Drogenbarone werden schon Wege finden, auch in Zukunft nicht zu verarmen. Nur die eine oder andere kommunistische Regierung wüsste dann nicht mehr, woher noch Kohle kriegen. Nicht jede hat gewaltige Erdölvorkommen zu Verfügung.

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