Kuba: Widerstand gegen Zwangsräumungen

havanna

Datum: 05. Juli 2012
Uhrzeit: 07:10 Uhr
Leserecho: 1 Kommentar
Autor: Redaktion
Autor folgen:
Sprachkurs Spanisch (Südamerika)
► Bewegung „Obdachlose Menschen“ gegründet

Nach Berichten der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) hat eine Welle von Zwangsräumungen in den vergangenen Wochen jetzt zum organisierten Widerstand der betroffenen Kubaner geführt. In den meisten Fällen sollen die Bewohner „illegaler Wohnungen und Baracken“ von staatlichen Rollkommandos gewaltsam oder unter Gewaltandrohung aus ihren Notquartieren vertrieben worden sein.

Demnach sind die Opfer hauptsächlich sehr arme Menschen, die sich ohne behördliche Erlaubnis mit primitiven Mitteln eine Bleibe errichteten, um nicht im Freien zu campieren. Die IGFM sieht die Zwangsräumungen allerdings in direktem Zusammenhang mit Raúl Castros Reformmaßnahmen.

Der ehemalige politische Gefangene und Menschenrechtsaktivist Félix Navarro ist Sprecher der Gruppe „Obdachlose Menschen“, die es sich zum Ziel gesetzt hat, den vertriebenen Bürgern Gehör zu verschaffen. „Als Fidel Castro an die Macht kam, war eines seiner großen Versprechen die Einführung eines Verbots der Zwangsräumungen für arme Bauern“, so Navarro. Die Gruppe fordert unter anderem eine Vereinfachung des Genehmigungsverfahrens für Bauherren, Preissenkung für Baumaterialien und Entpolitisierung der Vergabe der Baumaterialien.

„Zwangsräumungen sind eine seit langer Zeit übliche Methode des Castro-Regimes, um die Ansiedlung von Menschen in solchen Gebieten zu erzwingen, in denen das Regime sie besser unter Kontrolle hat“, kritisiert IGFM-Vorstandssprecher Martin Lessenthin. Offiziell gibt es keine obdachlosen Kubaner im Staate Castro. Aber die Realität sieht anders aus. Nach Schätzungen kubanischer Menschenrechtsverteidiger sind über 200.000 Menschen auf der Karibikinsel wohnsitzlos. „Viele obdachlose Kubaner haben Angst, ihre fundamentalen Rechte einzufordern“, so Lessenthin. Der IGFM-Sprecher erinnert in diesem Zusammenhang an Artikel 22 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, der jedem Menschen als Mitglied der Gesellschaft das Recht auf soziale Sicherheit garantiert.

Anzeige
wandere aus, solange es noch geht

P.S.: Sind Sie bei Facebook? Dann werden Sie jetzt Fan von agência latinapress! Oder abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter und lassen sich täglich aktuell per Email informieren!

© 2009 - 2016 agência latinapress News & Media. Alle Rechte vorbehalten. Sämtliche Inhalte dieser Webseite sind urheberrechtlich geschützt. Vervielfältigung und Verbreitung nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung von IAP gestattet. Namentlich gekennzeichnete Artikel und Leser- berichte geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Für Einsendungen und Rückmeldungen bitte das Kontaktformular verwenden. Bildnachweis: yoanisanchez

Dies könnte Sie auch interessieren

Kommentarbereich

Hinweis: Dieser Kommentarbereich ist moderiert. Leser haben hier die Möglichkeit, Ihre Meinung zum entsprechenden Artikel abzugeben. Dieser Bereich ist nicht dafür gedacht, andere Personen zu beschimpfen oder zu beleidigen, seiner Wut Ausdruck zu verleihen oder ausschliesslich Links zu Videos, Sozialen Netzwerken und anderen Nachrichtenquellen zu posten. In solchen Fällen behalten wir uns das Recht vor, den Kommentar zu moderieren, zu löschen oder ggf. erst gar nicht zu veröffentlichen.
  1. 1
    Boris

    Und Arbeit. Vor allem engagiert!

    Und wieso steht dort „sollen“?

Diese News ist älter als 14 Tage und kann nicht mehr kommentiert werden!