Guatemala: Forscher lüften Geheimnis der Maya

Datum: 17. Juli 2012
Uhrzeit: 08:02 Uhr
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Autor: Redaktion
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► Zwei große Wasserreservoirs mit einem effektiven Filtersystem

Ein Team von Archäologen hat in den Regenwäldern des Petén im nördlichen Guatemala das Geheimnis über die Trinkwasserversorgung einer der bedeutendsten Städte der klassischen Maya-Periode (3. bis 9. Jahrhundert) entdeckt. Um in Dürrezeiten genug Trinkwasser zu haben, schufen die Bewohner der Stadt Tikal Dämme und Speicher, mit denen das kostbare Nass nach Regenfällen optimal verteilt werden konnte.

Tikal ist eine antike Stadt der Maya in den Regenwäldern im nördlichen Guatemala. Sie war eine der bedeutendsten Städte der klassischen Maya-Periode und ist eine der am besten erforschten Maya-Städte. Die Stadt erstreckt sich über ein Gebiet von etwa 65 Quadratkilometern, wovon der zentrale Bereich rund 16 Quadratkilometer einnimmt, welcher über dreitausend Bauten aufweist. Viele Gebäude sind noch nicht ausgegraben und erforscht worden. Man schätzt, dass die Einwohnerzahl des Stadtzentrums auf dem Höhepunkt der Macht in der klassischen Periode (8. Jahrhundert) mindestens 80.000.

Anfang des neunten Jahrhunderts begann der plötzliche Niedergang der Stadt. Die genauen Ursachen für den Kollaps der gesamten Maya-Zivilisation zu diesem Zeitpunkt ist bis heute nicht genau geklärt und wird in der Forschung nach wie vor heftig debattiert. Forscher gingen bereits in der Vergangenheit davon aus, dass eine schwerwiegende Dürreperiode ein maßgebliches Element des Untergangs war.

Ausgrabungen haben nun ergeben, dass die Mayas über zwei große Wasserreservoirs mit einem effektiven Filtersystem verfügten. „Dieses System zeigt, dass die Kulturen der Neuen Welt höher entwickelt waren als wir bisher dachten“, erklärte Vernon Scarborough, Anthropologe an der University of Cincinnati. „Mit diesem System der Wasserspeicherung konnte die Bevölkerung vier bis fünf Monate Dürre überbrücken. Anders als die Römer oder Griechen hatten die Maya keine Werkzeuge aus Metall und verrichteten ihre Arbeit mit den Händen“, fügte er hinzu.

Scarborough ist trotzdem der Meinung, dass fehlendes Wasser maßgeblich für den Untergang der Maya verantwortlich war. „Ein Zusammenbruch der Wasserreserve, ausgelöst durch Kriege zwischen den Stadtstaaten, ließ die Ernte verdorren und führte zu Hungersnöten. All diese Umstände sind sicherlich für einen Untergang der Stadt mitverantwortlich“.

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