Kolumbien: Hintergrund um den Konflikt in Cauca

Datum: 18. Juli 2012
Uhrzeit: 12:55 Uhr
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Autor: Redaktion
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► Gebiet für Terroristen von strategischer Bedeutung

Das Drama in der kolumbianische Krisenregion Cauca hält unvermindert an. Rebellen der Terrororganisation FARC (Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens) belagern die Ortschaft Toribío, bis zu 3.000 Dorfbewohner flüchteten in den letzten Tagen ohne Hab und Gut aus ihren Häusern. Cauca ist für die Terroristen und andere illegale Gruppen von strategischer Bedeutung, das sie das Gebiet für ihre Drogenrouten an den Pazifik nutzen.

Das Departamento de Cauca ist eine Provinz im Südwesten Kolumbiens. Zu Cauca, das im Westen an den Pazifik grenzt, gehören die Inseln Gorgona (ca. 50 km vor der Küste) und Malpelo (ca. 450 km vor der Küste). Die weiteren Grenzen teilt sich die Provinz im Norden mit Valle del Cauca und Tolima, im Osten mit Huila und Caquetá und im Süden mit Putumayo und Nariño. Cauca zählt zu den Departamentos mit dem höchsten Anteil indianischer Bevölkerung (Paez-Eigenbezeichnung Nasa, Guambiano und Embera). Cauca ist eines der ärmsten Departamentos Kolumbiens. In der Landwirtschaft dominieren der Anbau von Mais, Zuckerrohr, Weizen, Bananen, Kaffee und Kartoffeln. Gold, Ölschiefer und Schwefel sind die Bodenschätze.

Die Ideale der 1964 gegründeten FARC sind schon lange verloren gegangen, längst widmen sich die Terroristen dem lukrativen Schmuggel von Kokain. Bogotá ist sich dieser Tatsache bewusst und will die Guerillas durch starke militärische Präsenz aus der Region vertreiben. „Das Land und seine Bevölkerung muss wissen, wie unsere Marschroute gegen diese Verbrecher aussieht. Wir werden den Drogenhandel unnachgiebig bekämpfen, die Bevölkerung schützen und keinen Zentimeter aus dieser Region weichen“, zeigt sich der kolumbianische Präsident Juan Manuel Santos unnachgiebig.

Gleichzeitig forderte das Staatsoberhaupt die indigene Bevölkerung dazu auf, vernünftig zu sein. Nach den Auseinandersetzungen mit Ureinwohnern und Angehörigen der Streitkräfte betonte Santos, dass die Truppen das Recht auf Selbstverteidigung haben. Der Grundsatz der Nicht-Konfrontation mit den Indios würde eingehalten, das Recht auf Selbstverteidigung zum Schutz des eigenen Lebens jedoch im Bedarfsfall angewandt. „Die Bevölkerung muss verstehen, dass sich dieses Gebiet unter dem Joch der Terroristen befindet. Wir werden sie mit allen Mitteln vertreiben“.

Der Präsident wies darauf hin, dass nach Auswertung von Bildern und Videos mehrere Indigene mit einer strafrechtlichen Verfolgung rechnen müssen. „Die Angriffe auf Angehörige der Streitkräfte sind nicht akzeptabel. Diejenigen, die das Militär angegriffen haben, werden individuell und strafrechtlich verfolgt werden. Die eine Sache ist das Recht auf Protest, Angriffe auf Angehörige der Armee überschreiten allerdings das Gesetz und führen rechtliche Schritte nach sich“.

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