Ob mit oder ohne Asyl: Für Assange gibt es kein Entkommen

Datum: 15. August 2012
Uhrzeit: 17:18 Uhr
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Autor: Redaktion
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► Festnahme nach Verlassen der Botschaft

Der Gründer der Enthüllungsplattform Wikileaks könnte bald Asyl im Andenstaat Ecuador erhalten. Dies dürfte für Julian Assange allerdings nur ein symbolischer Erfolg werden, denn aus Großbritannien führt für den umstrittenen Helden der Internetgemeinde kein Weg hinaus. Die britische Regierung ist entschlossen, ihre gesetzlichen Verpflichtungen zu erfüllen und Assange nach Schweden auszuliefern. Der Oberste Gerichtshof hat zudem entschieden, dass der schwedische Haftbefehl gültig ist und dass Assange nach Stockholm reisen muss.

Internationale Juristen sind sich darüber einig, dass es für den wegen mehrfacher sexueller Nötigung und Vergewaltigung Verdächtigten keine Möglichkeiten gibt, einer Verhaftung in London zu entgehen. Es wird erwartet, dass der linkspopulistische ecuadorianische Präsident Rafael Correa noch in dieser Woche positiv über den Antrag auf Asyl entscheiden wird. Dies gewährt Assange jedoch keinen Rechtsschutz in Großbritannien, wo ihn die Polizei nach Verlassen der Botschaft sofort verhaften wird.

Assange, der ebenfalls wegen Verstoßes gegen seine Kaution verhaftet werden könnte, müsste deshalb einen Weg finden, sich von der Londoner Innenstadt nach Südamerika abzusetzen. Dabei befindet er sich allerdings auf britischem Territorium, ein Verlassen der Botschaft ohne Festnahme ist unmöglich.

Die ecuadorianische Botschaft befindet sich in der ersten Etage eines Gebäudes, direkt hinter dem Kaufhaus Harrods. Das rote Backsteinhaus ist auch die Heimat der kolumbianischen Botschaft und beherbergt mehrere Eigentumswohnungen. Direkt vor dem Haupteingang parkiert ein Polizeiwagen, Polizisten patrouillieren 24 Stunden vor dem Gebäude.

Das Anwesen verfügt über mehrere Eingänge und einen eigenen Parkplatz, allerdings ist die ecuadorianische Botschaft nicht mit ihnen verbunden. Die diplomatische Vertretung kann ausschließlich über das Haupttor betreten werden, für den Botschaftsflüchtling gibt es kein Entkommen. „Es gibt keine Möglichkeit, das Gebäude unbemerkt zu verlassen und in ein Auto zu steigen. Der Parkplatz ist zudem privat und wird ebenfalls von unzähligen Kameras überwacht. Selbst wenn irgendein Fenster nur eine Sekunde geöffnet wird, sehen wir dies durch unsere Überwachungskameras sofort“, gab der für die Gebäudesicherheit verantwortliche Administrator bekannt.

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