Paraguay: Gen-Saatgut per Dekret

Datum: 23. August 2012
Uhrzeit: 08:49 Uhr
Leserecho: 3 Kommentare
Autor: Redaktion
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► Regierung zeigt zunehmend ihr wahres Gesicht

Laut Thilo Hoppe (Bündnis 90/Die Grünen), seit 2009 stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung des Deutschen Bundestages, zeigt die Ende Juni unter sehr zweifelhaften Umständen an die Macht gekommene Regierung in Paraguay zunehmend ihr wahres Gesicht. Nach seinen Worten hat Präsident Franco jetzt angekündigt, genmanipuliertes Saatgut für Mais und Baumwolle mit sofortiger Wirkung per Dekret zuzulassen – an allen Umweltgesetzen und vorgeschriebenen Prüfverfahren vorbei.


Demnach ist Monsanto hocherfreut und die gesamte Agrarlobby jubelt. Das Unternehmen produziert Saatgut und Herbizide und setzt seit den 1990er Jahren Biotechnologien zur Erzeugung gentechnisch veränderter Feldfrüchte ein. Bekannte Produkte sind verschiedene transgene Maissorten und Breitbandherbizide mit dem Wirkstoff Glyphosat unter dem Namen Roundup. Organisationen der Kleinbäuerinnen und -bauern, der Indigenen, Umweltverbände sowie der ehemalige Umweltminister des abgesetzten Präsidenten Fernando Lugo, Oscar Rivas, kündigen Proteste und rechtliche Schritte an. „Franco begeht mit der Gen-Saat-Zulassung per Dekret Verfassungsbruch“, so Hoppe, der sich ich zur Zeit auf einer Dienstreise in Paraguay befindet.

In dem südamerikanischen Land soll sich die Wirtschaftselite des Landes durch den verdeckten Putsch gegen Lugo durchgesetzt haben. Sie steht in enger Beziehung mit den Giganten unter den transnationalen Agrarkonzernen, denen sie nun Tür und Tor öffnet. Der Anbau von Gen-Pflanzen geht mit dem massiven Einsatz von Pestiziden, allen voran Glyphosat, einher, die nachweislich gesundheitsschädlich sind. Der jahrelange Kampf der Indigenen und Kleinbäuerinnen und –bauern, die davon am meisten betroffen sind, erleidet so einen endgültigen Rückschlag.

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  1. 1
    uhlig

    hoeren sie auf mit ihrer blinden hetzerei. ich wohne seit jahren in paraguay und kann die situation wie viele andere derutsche hier besser beurteilen als sie am gruenen oder sonstigen tisch. denken sie daran, dass es wieder einmal ein weltgericht ueber d geben kann. und dann stehen sie als voelkerhetzer am pranger. wie blind sind sie eigenlich! das ist ja nicht mehr zu ertragen, dieses primitive geschnatter. sie muessen den leser nicht vordenken. das kann er auch alleine.

  2. 2
    Der Bettler

    Das muß verhindert werden.Macht nicht den selben Fehler wie in Venezuela,das durch unendlich lange Dekrete kaputt gemacht wurde.Ein
    Präsident ist kein Herrscher,zeigt ihm seine Grenzen!!!! Laßt es nicht zu,
    daß durch den Gen-manipolierten Dreck, euer schönes Land zu Schaden kommt.Ihr habt schon Probleme genug.

  3. 3
    hugo

    wenn monsanto seine vorteile daraus ziehen kann, ist ein verfassungsbruch das kleinere übel. rechtsstaatlichkeit und gesezestreue fordert man immer nur von anderen ein – voraussetzung sie besitzen rohstoffe und / oder haben anbauflächen für genmanipulierte lebensmittel, die man im eigenen land nicht haben will oder deren aussaat im eigenen land untersagt sind. eine moderne form des kolonialismus. dies folgt einem drei stufen plan, der im buch „the economic hit man“ sehr gut beschrieben wurde. 1 stufe – die regierungen zu manipulieren oder willfährige politiker einzusetzen, um bestimmte regeln durchzusetzen. 2 stufe – wenn erste stufe nicht gelingt, durch cia unterstützte maßnahmen unruhe und aufstände im lande auszulösen. 3 stufe – wenn 1 und 2 stufe nicht gelingt – militärische intervention um stufe 1 zu erreichen. alles schon mal dagewesen. beispiele gefällig….irak, lybien, ägypten, jetzt syrien, morgen der iran usw, usf.. ich weiss, alles dumpfe linke literatur. es geht immer nach demselben muster. kritiker werden als doof und nichtwissend oder links und von vorgestern bezeichnet. die realitäten sprechen leider eine andere sprache. die vorgänge in paraguay sind die ursache, warum es leute wie chavez in venezuela gibt. mit all ihren nachteilen für die bevölkerung.

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