IBAMA will Kaiman-Jagd für Touristen im Amazonas stärker verfolgen

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Datum: 28. August 2012
Uhrzeit: 15:44 Uhr
Leserecho: 1 Kommentar
Autor: Dietmar Lang
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► "Caiman Catching" ohne Erlaubnis ist klarer Straftatbestand

Die Umweltschutzbehörde IBAMA des Bundesstaates Amazonas in Brasilien will zukünftig stärker gegen die illegale Jagd von jungen Kaimanen als Touristenattraktion vorgehen. Die Behörde reagierte damit auf eine vor längerem erschienene Reportage von agência latina press und einer in diesem Zusammenhang an die Behörde gestellte Nachfrage über die Legaliät dieser Praxis.

In dem Bericht „Streichelzoo Amazonas: Wenn Jäger zu Gejagten werden“ deckte die Redaktion das mutwillige Fangen von kleinen, teilweise unter Artenschutz stehenden Kaimanen auf, die dann für die Touristen auf dem Boot zunächst „Untersuchungen“ über sich ergehen lassen müssen und anschliessend für Erinnerungsfotos herhalten dürfen, bevor sie wieder ins Wasser gelassen werden.

Nach Auffassung der IBAMA handelt es sich bei diesen Praktiken um eine Straftat, die im brasilianischen Umweltgesetz geregelt sei. Das Fangen eines Wildtieres ist demnach nur mit einer entsprechenden Genehmigung der Umweltbehörde gestattet. Allerdings gäbe es für den Tourismussektor diesbezüglich gar kein entsprechendes Genehmigungsverfahren und somit auch keine einzige „Reiseagentur oder Hotel“ mit einer entsprechenden Erlaubnis, heisst es in der agência latina press vorliegenden Stellungnahme aus Manaus weiter.

Der Tatbestand der Tierquälerei ist laut der IBAMA jedoch ein „kontroverses Thema“. Gemäss einem diesbezüglich konsultierten Biologen des Nationalen Amazonasforschungsinstituts (INPA) werde das Tier keinem übermässigem Stress ausgesetzt. Zudem könnte das Fangen die Scheu vor dem Menschen noch vergrößern. Aber selbst wenn dem jungen Kaiman kein Schaden zugefügt werde, müsse für das Einfangen des Jungtieres trotzdem eine entsprechenden Genehmigung durch die Umweltbehörde vorliegen.

Nun wollen die staatlichen Umweltschützer jedoch endlich handeln und im Tourismusbereich eine Befragung durchführen. Dabei soll ein Massnahmenplan entwickelt werden, um zukünftig einen solchen Show-Tourismus zu bekämpfen. Die IBAMA erhofft sich zudem Hinweise über Agenturen oder Veranstalter, die diese Praxis bei ihren Bootsausflügen in die Nebenarme des Amazonasstromes durchführen, damit die Kontrollen besser koordiniert werden könnten.

Dabei sind die Gesetzesverstösse offen im Internet nachzuverfolgen. Alleine der Suchbegriff „Caiman Catching“ liefert auf Google knapp eine halbe Million Ergebnisse mit zahlreichen Fotos und Videos. Jede Menge Tour-Anbieter rund um Manaus präsentieren zudem diese „Schnappschüsse“ von Touristen mit den wehrlosen Reptilien ohne Scheu auf ihren Webseiten. Die Bilder werden in der Regel im Umfeld der entsprechenden Programme abgebildet und sollen damit vermutlich die oft nicht gerade preiswerten Touren in den amazonischen Regenwald interessanter gestalten.

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