Anhaltende Dürre in Brasilien: São Luís rationiert Trinkwasser

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Datum: 04. September 2012
Uhrzeit: 11:13 Uhr
Leserecho: 1 Kommentar
Autor: Redaktion
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► Wirtschaftsboom zeigt inzwischen auch die Kehrseite der Medaille

Die nördlichen Landesteile Brasiliens leiden unter der schlimmsten Dürre seit mehr als einem Jahrzehnt. In der knapp eine Million Einwohner zählenden Metropole São Luís, seit 1621 die Hauptstadt des brasilianischen Bundesstaates Maranhão, wurde in mehreren Stadtteilen das Trinkwasser für die Bevölkerung rationalisiert.

Nach Angaben der Meteorologen liegt die Niederschlagsmenge in der Hauptstadt São Luís aktuell 54% unter der eines normalen Jahres. In den Monaten von Februar bis Mai fallen etwa 90% der jährlichen Gesamtniederschläge. Der Monat April bringt São Luís in normalen Jahren etwa 476 mm Niederschläge, in diesem Jahr nur 194 mm. „In mehreren Bezirken der Hauptstadt wird die Wasserzufuhr abwechselnd für 48 Stunden abgestellt, danach können die Bewohner für rund 12 Stunden ihre Reservoirs füllen“ erklärte ein Angestellter der städtischen Wasserwerke in einem Gespräch mit agência latina press.

Die diesjährige Dürre wird von Wissenschaftlern darauf zurückgeführt, dass die für 70% aller Regenfälle in Maranhão verantwortlichen Gewitterwolken in der Nähe des Äquators nicht in den nordöstlichen Bundesstaat zogen. Diese Wolken werden von der Oberflächentemperatur des Atlantiks beeinflusst, die in diesem Jahr ungewöhnlich niedrig blieb. Aus diesem Grund blieb die Konvergenz Zone nördlich des Äquators, die dringend benötigten Niederschläge blieben weit unter den Erwartungen.

Experten weisen allerdings darauf hin, dass die massive Entwaldung in der Region ebenfalls für die Dürre verantwortlich zeichnet. Studien belegen, dass in Maranhão seit 1980 riesige Waldflächen abgeholzt wurden um Platz für den Anbau von Soja zu schaffen. Der anhaltende Wirtschaftsboom zeigt inzwischen auch die Kehrseite der Medaille. In São Luís werden Industrieparks und Wohnsiedlungen aus dem Boden gestampft, diese benötigen für ihren reibungslosen Betrieb eine gewaltige Menge der inzwischen knapp gewordenen Wasserressourcen.

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  1. 1
    Küsti

    Das Wasser, das von den Wasserwerken zur Verfügung gestellt wird, ist kein Trinkwasser, dazu ist es (wie in ganz Brasilien) viel zu unrein. Daß es rationiert stimmt, allerdings ist das schon seit mehreren Jahren der Fall, und das liegt zu einem Teil sicher am Wassermangel, aber zum größten Teil an der schlechten staatlichen Verwaltung der Wasserwirtschaftsgesellschaft CAEMA. (Korruption)

    Die Dürre dieses Jahr ist in der Tat sehr stark, und es die gigantische Abrodung im Maranhão sind sicher auch dafür verantwortlich.

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