Kuba: Menschenrechtsaktivistin Martha Beatriz Roque beginnt Hungestreik

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Datum: 10. September 2012
Uhrzeit: 16:07 Uhr
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Autor: Redaktion
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► Protest gegen angebliche Exzesse der Behörden

Die kubanische Menschenrechtsaktivistin Martha Beatriz Roque hat am Montag (10.) zusammen mit zwölf weiteren Gegnern des kommunistischen Regimes einen Hungerstreik begonnen. Die Wirtschaftswissenschaftlerin und ehemalige (von Amnesty International anerkannte) politische Gefangene will damit gegen angebliche Exzesse der Behörden protestieren, die in den letzten Monaten an Hunderten Regierungsgegnern begangen wurden.

Roque, Tochter spanischer Einwanderer von den kanarischen Inseln, hatte 1194 als Reaktion auf die mangelnde Transparenz der Regierung im Umgang mit der Wirtschaftskrise, die nach dem Ende der jahrzehntelangen internationalen Unterstützung Kubas vor allem durch die Sowjetunion einsetzte, das Instituto Cubano de Economistas Independientes „Manuel Sánchez Herrero“ (Kubanisches Institut Unabhängiger Wirtschaftswissenschaftler) gegründet. Damit wollte sie auf die wahre Situation in Kuba aufmerksam machen und die gezielte Desinformation bekämpfen.

Die 67-jährige wurde in der Folgezeit mehrfach inhaftiert, wiederholt öffentlich geächtet und durch die staatlich kontrollierten Medien verleumdet. Sie ist mehrfach Opfer körperlicher Attacken, unter anderem durch ihr bekannte Mitarbeiter der kubanischen Sicherheitsorgane geworden und hat zahlreiche, von Vertretern der Behörden veranlasste „Actos de Repudio“ und andere Einschüchterungsaktionen ertragen müssen. Roque ist eine der aktivsten Berichterstatter über repressive Maßnahmen der kubanischen Regierung gegen gewaltlose Oppositionelle. Dazu lässt sie sich regelmäßig von ausländischen Medien interviewen, insbesondere von exilkubanischen Journalisten, über die ihre Berichte sowohl viele im Ausland als auch vermehrt auf der Insel lebende Kubaner erreichen.

Roque war die einzige Frau in einer Gruppe von insgesamt 75 kubanischen Regierungsgegnern, die im März 2003 festgenommen und zu Haftstrafen zwischen sechs und 28 Jahren verurteilt worden waren. Sie selbst wurde wegen „Handlungen gegen die Unabhängigkeit und territoriale Integrität des Landes“ zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt. Nach internationalen Protesten sowie nach Monaten ohne medizinische Versorgung wurde sie zunächst in ein Militärhospital verlegt und am 22. Juli 2004 nach einem überstandenen Herzinfarkt aus gesundheitlichen Gründen auf Bewährung entlassen.

Nach Bekanntgabe ihres Hungerstreiks kündigte sie am Montag an, ihren Protest „bis zum Ende fortzusetzen“. Sie wies auf ihre chronische Diabetes hin und verweigerte jegliche Medikamente.

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