Brasilien: Rüstungsindustrie erlebt einen Boom

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Datum: 18. September 2012
Uhrzeit: 11:40 Uhr
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Autor: Redaktion
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► Investitionen in Höhe von 120 Milliarden US-Dollar

Brasiliens Rüstungsindustrie ist auf einem Höhepunkt und erlebt durch staatliche Anreize einen Boom. Die aus 170 Unternehmen bestehende brasilianische Vereinigung der Hersteller von Materialien für die Verteidigungs-und Sicherheitsforschung (ABIMDE) erwartet bis zum Jahr 2020 Investitionen in Höhe von 120 Milliarden US-Dollar, die Schaffung von 25.000 direkten Arbeitsplätzen und eine Erhöhung der jährlichen Exporte von aktuell 1,7 Milliarden Dollar auf 4 Milliarden.

Brasilien, sechst größte Volkswirtschaft in der Welt, besitzt eine riesiges Staatsgebiet von 8,5 Millionen Quadratkilometern. Der südamerikanische Gigant will Tausende von Kilometern Grenze und riesige Offshore-Ölreserven schützen, gleichzeitig die Sicherheit bei der WM 2014 und den Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro gewährleisten. Zudem ist die Regierung bestrebt, ihren Einsatz bei der Bekämpfung von Naturkatastrophen zu verbessern.

In den 80er Jahren war das Land der achtgrößte Exporteur von Rüstungsgütern weltweit und belegt nach Angaben von Industrie-Daten heute nur noch den 30. Platz. Obwohl die präsidiale Bundesrepublik über die größte Anzahl bewaffneter Kräfte in der Region verfügt, wurden seit mehr als zwei Jahrzehnten keine Investitionen in deren Ausrüstung getätigt.

Das Land startete im Jahr 2008 eine nationale Verteidigungsstrategie, in diesem Jahr billigte Präsidentin Dilma Rousseff einen sogenannten Intensivierungs-Plan für Produktion und Anschaffungen von Rüstungsmaterialien im Inland. Brasilien hat U-Boote und Hubschrauber aus Frankreich unter der Bedingung des Technologietransfers und der Produktion auf brasilianischem Territorium erworben, der Bau der ersten eigenen Atom-U-Boote ist ab dem Jahr 2016 vorgesehen. Es wird geschätzt, dass die brasilianische Luftwaffe in den nächsten Jahren etwa 120 Kampfjets benötigt, ebenfalls muss die brasilianische Marine 3,5 Millionen Quadratmeter heimische Gewässer verteidigen.

„Wir brauchen diese Industrie, weil sie für unsere strategische Souveränität unabdingbar ist. Wir vefügen über ein riesiges Territorium und einen enormen Reichtum an Bodenschätzen“, so Rousseff. Die brasilianische Politik weckt angesichts der weltweiten Wirtschaftskrise Begeisterung bei internationalen Unternehmen. An der Entwicklung des neuen militärischen Transportflugzeugs KC-390 (Embraer) sind die Nachbarländer Argentinien, Chile und Kolumbien beteiligt, erste Kaufofferten von lateinamerikanischen Staaten liegen vor.

Laut dem Internationalen Institut für strategische Studien (IISS) betrug der Verteidigungshaushalt Brasiliens im vergangen Jahr rund 36,6 Milliarden US-Dollar. Damit belegte das Land in der Rangliste für Verteidigungsausgaben den 10. Rang weltweit. Das britische Forschungsinstitut für internationalen Beziehungen und Strategische Studien hielt allerdings fest, dass von dieser Summe mehr als 80 Prozent für die Zahlung der Mitarbeiter aufgewendet wurde. Viele Investitionen wie den Kauf von Kampfflugzeugen wurden verzögert.

Nach Angaben des Ministeriums für Verteidigung investiert Brasilien 1,5 Prozent seines BIP für die Verteidigung, weniger als andere Nachbarländer und einige Schwellenländer.

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