Lithium: Das weiße Gold Lateinamerikas

Datum: 03. Oktober 2012
Uhrzeit: 09:23 Uhr
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Autor: Redaktion
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► Ölreserven in etwa 40 oder 50 Jahren erschöpft

Experten gehen davon aus, dass sich die weltweiten Ölreserven in etwa 40 oder 50 Jahren erschöpft haben. Bis dahin müssen alternative Quellen für den Transport und Verkehr gefunden werden. Wissenschaftler glauben, die Lösung gefunden zu haben: Hybrid-oder Elektrofahrzeuge, die mit einer Lithium-Batterie betrieben werden. Die meisten konservativen Prognosen gehen davon aus, dass bis zum Jahr 2020 weltweit etwa 20 Millionen dieser Autos in Betrieb sein werden. Dabei wird das chemische Element mit dem Symbol Li und der Ordnungszahl 3 die Hauptfigur in der Energie-Revolution spielen.

Alle Augen sind dabei nach Lateinamerika gerichtet, wo die größten Reserven des begehrten Alkalimetalls lagern. Auf Bolivien, Chile und Argentinien entfallen mehr als die Hälfte der geschätzten 40 Millionen Tonnen Lithium, welche der Planet beherbergt. Neben der Konzentration des Lithiums ist für die Qualität der Salzlauge das Mengenverhältnis von Magnesium zu Lithium wichtig. Derzeit wird Lithium vor allem in Chile (Salar de Atacama, die mit 0,16 % den höchsten bekannten Lithiumgehalt aufweist, Argentinien (Salar de Hombre Muerto), den Vereinigten Staaten von Amerika (Silver Peak, Nevada) und der Volksrepublik China (Zhabuye Lake, Tibet; Taijinaier Lake, Qinghai) gewonnen.

Obwohl Bolivien mit dem Salzsee Salar de Uyuni geschätzte 5,4 Millionen Tonnen Lithium besitzt, hat der südamerikanische Binnenstaat noch keine großformatigen Extrahierungen getätigt – der Lithium-Abbau steckt noch in den Kinderschuhen. Präsident Morales hat versucht, mit Unternehmen aus Frankreich, Japan und Südkorea Allianzen zu schmieden, um die notwendige Technologie für die Extraktion zu erhalten. Das größte Problem der bolivianischen Lithium-Reserven ist laut dem Experten Oscar Ballivián Chávez der hohe Anteil von Magnesium im Lithiumsalz. Eine Trennung der Materialien ist extrem aufwendig und teuer, das Land steht vor gewaltigen Herausforderungen.

Argentinien profitiert von seinen fast reinen Lithium-Ablagerungen im Nordwesten des Landes. Der Salzsee Salar del Hombre Muerto im Departamento Antofagasta de la Sierra (Provinz Catamarca) ist eine der weltweit wichtigsten Lagerstätten für das in der Halbleiter-Industrie und anderen Bereichen unverzichtbare Metall. Abgebaut wird es im zentralen Bereich des Salars im Tagebau in der seit 1995 von FMC Lithium Corp. und Rio Tinto betriebenen Tincalayu-Mine. Die Jahresproduktion beläuft sich auf 130.000 t im Jahr. Für die nächsten Jahre wird eine gewaltige Steigerung bei der Gewinnung des wertvollen Rohstoffs erwartet. Neue Abbaustätten in den benachbarten Provinzen Salta und Jujuy stehen in den Startlöchern.

Chile besitzt nach Daten des US-amerikanischen geologischen Dienstes USGS mit 7,5 Millionen Tonnen die weltweit größten Lithiumreserven und stellt bereits heute knapp über 40 Prozent des Weltmarktexports. Da das begehrte Metall unter offenem Himmel in den Salzseen der Atacama-Wüste lagert, ist der Abbau preiswert. Präsident Sebastián Piñera will privaten Unternehmen nun erlauben, in den nächsten 20 Jahren 100.000 zusätzliche Tonnen Lithium abzubauen.

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