Opposition in Venezuela: Der Gewinn in der Niederlage

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Datum: 08. Oktober 2012
Uhrzeit: 09:04 Uhr
Leserecho: 13 Kommentare
Autor: Vinicius Love, Caracas (Leser)
Sprachkurs Spanisch (Südamerika)

Der venezolanische Staatspräsident Hugo Chávez hat die Präsidentschaftswahl am Sonntag (7.) klar gewonnen und wird das Land bis 2019 weiter regieren. Nach dem ersten amtlichen Zwischenergebnis konnte der bolivarische Führer 54,84 Prozent der Stimmen auf sich vereinen, Herausforderer Henrique Capriles kam auf 44,55 Prozent. Nach letzten Meldungen des Nationalen Wahlrates hat der Präsident 7.860.982 Stimmen auf sich verbucht, der Kandidat der Opposition 6.386.155. Die Wahlbeteiligung lag bei 80.85 Prozent.

Doch selbst in der Niederlage hat die Opposition allen Grund, mit ihrer besten Leistung seit Beginn der Chávez-Ära im Jahr 1998 zufrieden zu sein. Die kurz vor dem Urnengang propagandierten „Meinungsumfragen“ orakelten einen Wahlsieg des Präsidenten mit mehr als 18 Prozentpunkten Vorsprung und erwiesen sich erneut als absolut unzuverlässig und unbrauchbar.

Zudem hat die Wahl gezeigt, dass ein junger, dynamischer und charismatischer Capriles die Opposition vereint hat. Die Zeit arbeitet für den 40-jährigen, die Schwäche des Regimes und seines kranken Führers können nicht verleugnet werden. Ironischerweise ist der Wahlsieg von Chávez ein Weckruf für seine Regierung. Das von dem 58-jährigen vorgegebene Ziel, 10 Millionen Wählerstimmen auf sich zu vereinen, wurde bei weitem nicht erreicht. Der Wahlkampf offenbarte zudem, dass die Regierungspartei außer ihrer charismatischen Führungsperson nichts zu bieten hat.

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Kommentarbereich

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  1. 1
    togo

    Genau! Ein riesen Erfolg der Opposition! Sie haben nur mit 10% Rückstand verloren :-)

    Genauso wie es Datanalisis vorhergesagt hat ;-)

  2. 2
    Peter Schmidt

    sachlich betrachtet muss man feststellen, dass seit gestern abend 22 uhr sehr viele venezolaner wieder ihr roten leibchen, hemden und muetzen aus der versenkung holten, um am revoluzionaeren geldsegen der naechsten 6 jahre teilhaben zu koennen.
    „sind wir jetzt wieder chavistas oder was?“
    ein positives merkmal ist dennoch zu mermerken;
    die venezolaner/innen haben faire wahlen gehabt und sich nicht dauernd die fresse eingeschlagen.

  3. für alle die sich mit ehrlicher Arbeit ihr Brot verdienen, ist der Wahlsieg ein Tiefschlag. Da ich mich zu den anständigen und ehrlichen Mitbürgern dieses Landes zähle, werde ich noch dieses Jahr das Land verlassen müssen…. denn was jetzt kommt, wird alles dagewesene in den Schatten stellen. Polar wird sicher in den nächsen Monaten ohne Entschädigung enteignet, Globovision wird geschlossen…. Die Kubaner können Ihr System jetzt mit Ruhe die nächsten sechs Jahre auf Kosten der venezolaner ausbauen, die Argentinier werden ihre völlig wertlosen Bonos in Milliardenhöhe wieder an Venezuela verkaufen, die Kolumbianer und Brasilianer werden ein Rekord-Exportüberschuss in Richtung Venezuela ausweisen, die hiesigen Politiker und Militärs können ihre US-Konten weiter mit aus dem Drogenhandel verdienten Geld mästen. Die Verbrechensquote wird zu Höchstständen auflaufen, die eh schon jämmerlich geringe Produktivität wird noch viel stärker einbrechen, damit die Preise weiter steigen und die Inflation noch mehr anheizen….Ok – das Volk hats so gewollt und sie werden bekomen was ihnen zusteht. Wer eben lieber stundenlang vor dem Mercal ansteht als zu arbeiten…. Unser Fehler war, zu ehrlich zu denken, an die Vernunft der Menschen zu apellieren, das unmögliche nicht zu denken, was in diesem korrupten Land voll von Faulenzern und Tagedieben wohl ein Trugschluss war! Wir bezahlen das jetzt mit etlichen verlorenen Jahren, vom Geld ganz zu schweigen….es lebe der Sozialismus!

    • 3.1
      hombre

      da muss man nicht mehr dazu schreiben…

      • 3.1.1
        Annaconda

        Am Schluss enden sie eben wie üblich als VIVOS (vivos pendejos).Sie können nur hoffen,dass der erdölpreis nicht einsinkt und die Gringos nicht weiter ihre eignen Energiequellen fördern.Denn ohne den Geldfluss ist,s aus mit der Korruption und der vermeintlichen Solidarität vieler Freunde.

  4. 4
    H. F. Pozelt

    Wie erwartet hat Chavez gewonnen. Die Opposition konnte einen Achtungserfolg verbuchen. Das ist auch gut so, denn eine Niederlage von Chavez haette moeglicherweise zu buergerkriegsaehnlichen Ausschreitungen der Chavisten gefuehrt, die mehr oder minder irrational fanatisiert sind. Die wirtschaftiche Zerstoerung Venezuelas wird sich also fortsetzen.

  5. 5
    hombre

    Man sehe eben den Sozialismus dann von der positiven Seite…

    Was VZ im eigenen Land nicht vermag selbst zu produzieren, kommt aus dem Ausland…Nichts lieber als einen Petro-Staat als Kunden zu haben, der sich selbst zu Dumm ist!

    denn sie wissen nicht was sie tun!!!

  6. Das Verschieben von Problemen hat noch nie funktioniert! Nostradamus hat Bürgerkrieg vorhergesagt, der wird wohl auch kommen, in einigen Jahren, oder nach dem Ableben des Herr H.C.

  7. 7
    Martin Bauer

    Der Artikel erinnert mich an einen Witz aus der Zeit des kalten Krtieges. Die Prawda kommentierte einen 2-Länderkampf im Sport mit den Worten: „Die sowjetische Mannschaft hat einen gloreichen 2. Platz errungen, während die USA nur Vorletzter wurde.“
    Zeig mir einen guten Verlierer, und ich zeig dir einen wahren Verlierer! Es gibt nichts schön zu reden, an diesem Wahlsausgang. Er stinkt genauso sehr zum Himmel, wie alles was Chávez anfasst.

  8. 8
    Der Bettler

    Capriles ist für mich der moralisch wahre Sieger!!! Daß er es auch realistisch wird,sorgt Hugo schon selber dafür. Oder glaubt jemand,daß er
    vom Krebs geheilt ist ? Traurig genug,daß die Hälfte der Bevölkerung darauf wartet bis er den Löffel abgibt,weil ihm anders nicht beizukommen ist

    • 8.1
      Annaconda

      Ja so sehe ich das auch. Chavez hat die Wahlen gewonnen,aber der Sieger ist Capriles…Warum? 6500000 Stimmen für Capriles 100% Stimmen für ein neues Projekt 7700000 Stimmen für Chavez sind zu analysieren. Zunächst der total ungleiche Wettkampf,wie in etwa: 400m Hürdenlauf,2 Teilnehmer, der eine muss 50m vor der Startlinie lossprinten,die Hürden sind 1,50m hoch, danach ein Wassergraben mit Krokodilen,der zweite Teilnehmer beginnt von der Startlinie,die Hürden sind 1,00m hoch, zudem ist er noch kräftig gedopt.Wer gewinnt das Rennen?Will damit sagen 1.hat die Regierung eine Propagandmaschinerie zur Verfügung gehabt,welche ohnesgleichen ist,finanziert mit dem Geld aller Venezolaner(PDVSA Sparschwein der PSUV).2. analysieren wir die Stimmen für Chavez so sehen wir ,dass nur ein Teil der Stimmen für das Projekt Chavez waren,ein Grossteil der Stimmen setzt sich folgendermassen zusammen A.Stimmen der Angst (Staat inzwischen grösster Arbeitgeber,du gibst deine Stimme nicht Chavez,verlierst die Arbeit) B.Stimmen der Korruption(verspreche Haus etc.wenn du mir deine Stimme gibts,Haus bleibt aber im Regierungsbesitz, somit haben wir dich unter Druck,keine Stimme für Chavez und du fliegts raus) C.Stimmen des Betrugs und der Angst(massive Blitznationalisierungen von 3 Millionen Ausländern,meist davor illegal in Venezuela befindliche Landarbeiter aus Kolumbien,Ecuador,Peru etc.,keine Stimme für Chavez und die Nationalisierung wird rückgängig gemacht und du musst raus aus Venezuela)D.Anullierte und/oder verhinderte Stimmen für die Opposition(Fast alle ungültigen Stimmen,nahezu 300.000 gingen durch einen Fehler der Wahlplattform für Capriles verloren) und 1.200000 Venezolaner leben im Ausland,wovon die meisten nicht wählen konnten,zumal durch technische Manöver es ihnen nahezu unmöglich gemacht wurde,bekanntestes Beispiel Miami,persönlich kenne ich viele in Deutschland und Spanien denen bürokratischen Hürden auferlegt wurden.Ich galube nur 100000(!) konnten wählen,die Auslandsvenezolaner sind zu 80% Opposition.Ok ,die Wahlen sind gelaufen,es wird noch hier und da Stimmbezirke überprüft,aber die Tendenz ist klar und die obige Analyse wichtig,vor allem um die Fakten hinter den Zahlen zu verstehen.Das wissen auch Chavez und seine Gang,sie sind diejenigen die am genauesten Wissen wie sie gewonnen haben. Es bleibt zu hoffen,das sie die gewaltige Zahl,welche mit ihrer anachronistischen Politik des kalten Krieges und gescheiterter Wirtschaftpolitik nicht einverstanden sind,respektieren und nicht als Untermenschen,Oligarchen etc. abstempeln.

  9. 9
    Martin Bauer

    Annaconda, man muss klar unterscheiden zwischen den Bedingungen der Kanditatur und des Wahlkampfes auf der einen Seite und denen des Wahlprozesses auf der anderen. Man kann das Erste nicht erst anfechten, wenn einem das Wahlergebnis nicht gefällt, sondern muss dies sofort tun, sobald ein Regelverstoss bekannt wird.
    Wir alle wissen zum Beispiel, dass Chávez aufgrund seines Gesundheitszustandes gar nicht hätte kandidieren dürfen, und dass er sich unter Missachtung des Wahlgesetzes dem obligatorischen Gesundheitscheck entzogen hat. Auch der Oberste Gerichtshof hatte nicht das Recht, sich über Gesetz und Verfassung hinweg zu setzen, in dem er Chávez den Gesundheitscheck erliess. Die gesamte Wahl ist allein durch diesen Vorgang illegal, oder zumindest ist jede für Chávez abgegebene Stimme ungültig, da für einen nicht legitimierten Kandidaten abgegeben. Und kein Experte, kein Politiker dieser Welt kann diesen Sachverhalt durch Erklärungen ändern. Nur hätten solche Dinge, da sie lange vor dem Wahltag bekannt waren, auch vorher reklamiert werden müssen. Die Opposition hat dies nicht getan, weil in dieser Diktatur kein Anwlt und kein Richter gegen die Regierung Stellung beziehen wird. Dumm gelaufen! Jetzt kann man nur Dinge bemänglen, die jetzt bekannt werden.

    Gestern schrieb ich eine Artikel zur Technik der Wahlmaschinen. Der Schwachpunkt, den auch viele Wähler klar erkannten, ist die Kabelverbindung zwischen dem Fingerabdruckscanner und der Wahlmaschine. Der Scanner weiss, WER wählt, die Wahlmaschine weiss, WIE gewählt wurde. Die Identität des Wählers an die Maschine zu übermitteln und zusammen mit dem Votum zu speichern, ist ein Kinderspiel. Dies kann jeder Programmierer so einrichten, dass es für jeden Kontrolluer unerkennbar ist. Ob dies tatsächlich gemacht wurde, weiss ich nicht. Sollten sich irgendwann Zeugen aus der CNE finden, welche die Speicherung solcher Daten bestätigen, würde dies die ganze Wahl annulieren. Das ist natürlich nur hypothetisch. Aber auch in einem solchen Fall würde sich niemand finden, der gegen die Regierung vorgeht.

    Es hat keinen Sinn, zu lamentieren. Chávez geht lebend nicht aus dem Amt. Der setzt sich über alles hinweg, und niemand stellt sich ihm in den Weg. Und jetzt erntet er auch noch weltweit Applaus, als vorbildlicher Demokrat. Da kann man nur noch nach Tahiti ziehen…

  10. 10
    Annaconda

    Lamentieren ist nicht meine Absicht,ich wollte einfach nur aufzeigen was hinter den Wahlergebnissen steckt,für alle welche nicht vor Ort sind.Hier sind sich die meisten klar wie die Zahlen zu interpretieren sind.Auch der Präsident der MUD hat ja immer versucht klarzumachen dass die Bedingungen des Wahlkampfes und der Wahlprozess zweierlei Stiefel sind.Und es waren viele Anzeigen wegen Machtmissbrauchs zum Vorteil des Regeirungskandidaten beim CNE eingereicht worden,aber da die Justiz und CNE Handlungsorgane der Regierung sind und somit bei weitem nicht unabhängig,wissen wir ja wo diese Anzeigen landeten.Ich erinnere mich auch noch gut an die Gesundheitsfrage von Chavez ,in jedem demokratischen Land ein gesetzlich verankerter Check des Kandidaten völlig normal.Hier wehrten sie sich mich Hand und Füssen dagegen, wie sie schon sagten Chavez setzt sich über alle Gesetze weg….und es ist traurig wie auch schon @Bettler sagte,das man auf sein Ableben warten muss,damit ein Machtwechsel stattfindet.Ich sagte schon vor langer Zeit,als man sah ,dass seine erste Verfassungsänderung darauf auslief die Legislaturperiode von gewöhnlich 4 Jahren auf anfänglich 7 Jahre zu verlängern.Spätestens da, hätten die Alarmglocke bei den meisten klingeln sollen.Ich frage mich, in welcher Demokratie der Welt,denn ein Autokrat 20 Jahre das Ruder führt und führen will????

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