Kuba: AIDS-kranke Bürgerrechtlerin verhaftet
Verbleib der Verhafteten unklar
Weil sie die Räumung eines Hauses verhindern wollten, sind die kubanischische Menschenrechtlerin Madelín Lazara Caraballo Betancourt sowie sechs weitere Frauen und ein Mann am 1. Oktober in Havanna verhaftet worden. Die berichtet die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und weist darauf hin, dass der Aufenthaltsort der Verhafteten ist weiterhin unbekannt sei.
Caraballo Betancourt, die an AIDS leidet, ist Mitglied der „Damen in Weiß“ („Damas de Blanco“) sowie der „Federacion Latinoamericana de Mujeres Rurales“ (FLAMUR). Sie und sieben weitere Personen versuchten laut IGFM zu verhindern, dass eine Gruppe von dreiundzwanzig Frauen und Kindern unter Einsatz von Gewalt vertrieben werden. Demnach hatten die Frauen und Kinder in dem leerstehenden Haus im Stadtteil Alt-Havanna Zuflucht gesucht, weil sie keine andere Bleibe hatten. Die Frauen waren aus verschiedenen Gründen von ihren Partnern oder Familien verstoßen worden, und konnten keine andere Unterkunft finden.
Einige der Hausbesetzerinnen sollen inzwischen auf Druck der Bevölkerung von den Behörden Wohnungen erhalten haben. Der Verbleib der Verhafteten dagegen ist unklar. Caraballo Betancourts Angehörige sind in Sorge um ihre Gesundheit. „Sie hat AIDS und muss dringend Medikamente einnehmen, die man ihr mit Sicherheit nicht geben wird“, so die IGFM und bezieht sich auf eine Aussage des Ehemannes Juan Manuel Pérez Asencia.
Niurka Luque Álvarez vom Gefängnis in den Hausarrest
Wie die IGFM weiter berichtet, wurde Niurka Luque Álvarez, Mitglied der Bürgerrechtsorganisation “Damen in Weiß” am vergangenen Freitag aus dem Gefängnis entlassen und unter Hausarrest gestellt. Sie war seit dem 17. März 2012 ohne Anklage inhaftiert. Noch im Gefängnis hätte man ihr aber gesagt, dass sie ihr Haus nicht verlassen und an keiner Aktion der “Damen in Weiß” teilnehmen dürfe.
IGFM dankt Ministerin Kristina Schröder
IGFM-Vorstandssprecher dankt der Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Dr. Kristina Schröder, für ihr Engagement für die Menschenrechte auf Kuba. Sie hatte im Juni 2012 im Rahmen des Patenschafts-Programms der IGFM die politische Patenschaft für Niurka Luque Alvarez übernommen. „Ministerin Schröder hat damit ein starkes Zeichen für die Menschenrechte gesetzt und wesentlich dabei geholfen, die internationale Aufmerksamkeit auf dieses beispielhafte Schicksal zu lenken. Dies hat maßgeblich zu Niurka Luque Álvarez’ Haftentlassung beigetragen“, so Lessenthin.
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